Hessen Forst stellt Waldwirtschaftsplan für 2024 vor Verjüngen und Durchmischen

Der Baumbestand im Heusenstammer Wald muss sich in der Zukunft ändern, um dem wärmeren Klima standzuhalten. Förster Michael Kobras (rechts) und Tobias Alles, Forstmitarbeiter der Stadt, haben zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern im November insgesamt 700 junge Esskastanien gepflanzt. Bild: scholze

Heusenstamm – Ein heißer Sommer und absichtlich gelegte Feuer haben dem Heusenstammer Wald im vergangenen Jahr zugesetzt. Trotz Aufforstung durch Heusenstammer Bürgerinnen und Bürger, die 700 junge Esskastanien nahe der Sporkenhütte gepflanzt haben (wir berichteten), muss der Forst auch in Zukunft für die veränderten Wetterbedingungen gerüstet werden. Dafür hat Hessen Forst für das kommende Jahr einen Waldwirtschaftsplan aufgestellt und diesen den Stadtverordneten vorgestellt. Eine Übersicht:

Bäume pflanzen

Die Landesbehörde plant, weitere Eichenkulturen im Stadtwald anzulegen. Zudem sollen „Eichennaturverjüngungsflächen“ errichtet werden, durch die ein klimastabiler Eichenwald entsteht. „Hierfür müssen abgestorbenen Fichten aber auch Buchen und Hainbuchen entnommen werden“, teilt Hessen Forst mit. Darüber hinaus sieht die Behörde vor, auf kleineren Flächen auch Linde, Spitzahorn und Große Küstentannen zu pflanzen. Ziel sei es, weitere Baumarten im Stadtwald zu etablieren. Junge Bäume müssten zudem gegen Wildverbiss geschützt werden. Bei größeren Flächen sind Zäune geplant, kleine Areale würden durch einen einzelnen Schutz gesichert. Die Kosten belaufen sich laut Plan auf etwa 11 000 Euro.

Kulturen sichern

Damit die Pflanzen nicht zerstört werden, gelte es, diese regelmäßig von Wildwuchs wie Brombeeren zu befreien. Der Pflegebedarf nehme zu, schreibt Hessen Forst. Daher sieht die Behörde im Waldwirtschaftsplan für 2024 zwei Hektar für die Kultur- und Jungpflege vor.

Holz ernten

Die Holzernte orientiere sich am ausgeglichenen Hiebsatz. „Dies ist die Holzmenge, die nachhaltig geerntet werden kann, bei gleichzeitiger Berücksichtigung der im Forsteinrichtungszeitraum bereits geernteten Holzmenge“, erläutert Melvin Mika, Leiter des Forstamtes Langen. Aufgrund von Schäden sei der Hebesatz in der Schlossstadt allerdings erheblich gesunken, sodass die Erntemenge nur 69 Prozent vom ausgeglichenen Hebesatz betrage. Daher sei keine Holzernte bei älteren Beständen geplant.

Die Kosten

Die Einnahmen belaufen sich laut Waldwirtschaftsplan auf rund 177 000 Euro, die Ausgaben liegen etwa bei 186 300 Euro, sodass ein Defizit von rund 9300 entsteht. Die Investitionen sind laut Mika jedoch notwendig, um die „Baumartenpalette im Stadtwald Heusenstamm zu erweitern.“ In der Kalkulation seien mögliche Fördermittel des Landes jedoch noch nicht berücksichtigt, da deren Genehmigung noch ausstehe.

Von Joshua Bär