SG Egelsbach ernennt Edgar Karg zum Ehrenvorsitzenden Dank an einen „Kämpfer mit Ecken und Kanten“

Zum Abschied gab es für Edgar Karg Blumen, Urkunde und viele gute Worte.

Egelsbach (col) – Mit Ovationen im Stehen, minutenlangem Applaus und vielen sehr herzlichen Worten verabschiedeten die Mitglieder der SG Egelsbach ihren Vereinsvorsitzenden Edgar Karg. Im nächsten Moment kürten sie ihn während der Mitgliedersammlung im Eigenheim einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. „Lieber Edgar, du bist ein Kämpfer mit Ecken und Kanten und mit einem riesigen Herzen. Ohne Dich wäre unser Verein nicht da, wo er heute ist. Du wirst als historische Persönlichkeit in die Vereinsgeschichte eingehen“, versicherte Kargs Stellvertreter Günther de las Heras. Die eigentliche Laudatio hielt Kargs Wegbegleiter Wolfgang Adam. Adam zählte die Stationen des Ehrenvorsitzenden auf. Wie er mit acht Jahren „reichlich spät“ Mitglied der SGE wurde, „versucht“ habe Handball zu spielen, als Trainer der Leichtathleten überaus erfolgreich war, mehr 1200 Meistertitel mit seinen Athleten nach Egelsbach holte und selbst in seinen besten Zeiten die 100 Meter in elf Sekunden sprintete. Edgar Karg war aber nicht bloß im Trainingsbetrieb aktiv, er hat schon früh mit der organisatorischen Arbeit im Vereins Verantwortung übernommen. Gerade volljährig wurde er zum Pressewart des Gesamtvorstands ernannt und 1991 wurde er von den Mitgliedern zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Seit 17 Jahren saß Edgar Karg nun auf dem Chefsessel des Vereins. In seiner Ära wurden die Abteilungen Ski-Wandern-Freizeit, Judo, Badminton, Rollhockey, Triathlon und Gesundheitssport gegründet und die – wohl zukunftsweisende – Entscheidung für das Sportzentrum mit dem Sportstudio und der großen Halle getroffen und umgesetzt.

„2008 schrieb Edgar im Namen des Vorstandes der SGE einen Brief an den Gemeindevorstand, einen sogenannten Brandbrief, in dem er die unhaltbaren Zustände der Sportanlagen und der Trainingsmöglichkeiten darlegte“, erinnerte Wolfgang Adam. Es habe viele Zweifler gegeben, die es lautstark in Frage gestellt haben, dass dieses 1,5-Millionen-Projekt realisierbar sein könnte. Doch die Investition hat sich ausgezahlt, die stark rückgängigen Mitgliederzahlen kehrten sich in Wachstum und heute zählt der erfolgreiche Verein mehr als 3000 Mitglieder. „Nun klopften dem Edgar nicht nur Gemeindevertreter, sondern auch kritische Mitglieder auf die Schulter und sagten, Edgar das hast du prima gemacht“, betonte der langjährige Vorstandskollege Kargs. Er dankte dem neuen Ehrenvorsitzenden für „sein Leben für den Sport“, der sich nicht nur für die SGE, sondern um die ganze Gemeinde verdient gemacht habe.

Gerührt und auch ein bisschen bewegt nahm Edgar Karg diese Ehre an. „Ich habe mich sehr über diese Laudatio gefreut“, sagte er und kündigte an, dem Verein verbunden zu bleiben. All sein Engagement sei nicht möglich gewesen, wenn er nicht so viel Rückhalt aus dem Verein gehabt hätte. Das Klima sei hervorragend und alle zögen am gleichen Strang. „Langeweile werde ich nicht haben, ich habe Familie mit zwei lebendigen Enkelkindern und gemeinsam mit Wolfgang Adam werde ich ein SGE-Archiv aufbauen“, schmiedet er schon neue Pläne.

Karg legte nach alter Manier an diesem denkwürdigen Abend aber auch den Finger in die Wunde. Er warnte davor, die Gemeinde nicht ausreichend in die Zukunft gerichtet auszustatten: „Ich mag das Eigenheim, ich bin selbst dort groß geworden. Aber ich halte es für einen großen Fehler jetzt dort viel Geld zu investieren und dann kein Kapital mehr für einen modernen, zukunftsfähigen Veranstaltungsort zu haben“.

Gut aufgestellt sieht der Ehrenvorsitzende die SGE aber mit dem neuen und an diesem Abend einstimmig gewählten Vorsitzenden Wolfgang Schroth. Der Abteilungsleiter Musikzug sei dem Verein schon lange verbunden. „Ich bin stolz darauf, dass wir ihn dazu bewegen konnten, dieses Amt zu übernehmen.“ Als Steuerberater sei er geradezu prädestiniert einen solch großen Verein zu führen, der wie ein Wirtschaftsunternehmen jedes Jahr eine Million Euro bewegt. „Außerdem ist Wolfgang Schroth Egelsbacher, und das ist in diesem Amt ebenfalls sehr hilfreich“, wünschte Karg seinem Nachfolger viel Glück.

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