Zirkus an der Wilhelm-Leuschner-Schule Egelsbach: Feuerspuckende Fakire und zickige Ziegen

Der Feuerspucker-Nachwuchs legte sich mächtig ins Zeug. Foto: Kokoschka

Egelsbach (zvk) – Dass Schüler gelegentlich Zirkus machen, ist an sich keine Überraschung. Dass sie dabei nun Nachhilfe bekommen, dagegen schon: Gemeinsam mit professionellen Artisten des Zirkus Rondel bereitete die Wilhelm-Leuschner-Schule mehrere Zirkusvorstellungen vor, am vergangenen Wochenende präsentierten sich die Nachwuchs-Artisten erstmals.

Eine Woche lang stand für die Schüler der Grundschule somit Zirkus in der Manege und nicht Mathematik im Klassenraum auf dem Stundenplan. Schon 2015 konnten Schüler an einer Zirkuswoche teilnehmen. Die kam so gut an, dass sie nun wiederholt wird. „Wir haben gemeinsam mit der Schulleitung und dem Kollegium in den vergangenen zwei Jahren daraufhin gearbeitet, dass der Zirkus wiederkommt“, sagt Maike Mehner, Vorsitzende des Schulelternbeirats. Insgesamt fünf Vorstellungen gibt es, an jeder beteiligen sich etwa 100 Kinder. „Die Kinder gewinnen durch das Projekt mehr Selbstbewusstsein. Sie probieren hier vieles aus und gehen über ihre eigenen Grenzen“, sagte Mehner. Zum Auftakt der Projektwoche gaben die Artisten des Zirkus eine Eröffnungsvorstellung. Da sahen die Kinder alle artistischen Darbietungen und konnten sich im Anschluss entscheiden, welches der Kunststücke sie erlernen wollen.

Da es ein klassenübergreifendes Projekt ist, trainierten Erstklässler auch mal mit älteren Schülern. „Es entwickeln sich sehr schnell neue Freundschaften und die Schüler unterstützen sich gegenseitig“, erzählt Mehner. Finanziert wird das Projekt durch die Einnahmen der Zirkusveranstaltungen, einem Sponsorenlauf, einer Crowdfunding-Aktion mit der Volksbank Dreieich und der Unterstützung durch mehrere Sponsoren. Für ein authentisches Zirkusgefühl haben die Artisten ein gelb-grün gestreiftes Zirkuszelt vor dem Eingang zur Wilhelm-Leuschner-Schule aufgebaut. In einem kleinen Vorzelt gibt es Popcorn, Süßigkeiten und Softdrinks.

Dahinter schließt sich das Hauptzelt an. Dort liegt, hinter schweren roten Vorhängen und im künstlichen Nebel, die Manege. „Lassen sie ihren Kummer draußen und kommen sie in unsere Herzen. Werden sie Kind, werden sie Clown“, begrüßte Zirkusdirektor René Ortmann die Gäste. Hier traten im Laufe der Vorstellung feuerspuckende Fakire, elegante Bauchtänzerinnen und tollpatschige Clowns auf. Für die Schüler ist es ein ungewohntes, aber aufregendes Gefühl, einmal Zirkusartist zu sein: „Am Anfang war ich aufgeregt, obwohl wir während der Woche ganz viel geübt haben“, berichtete die siebenjährige Liv. Ihre gleichaltrige Klassenkameradin Asmin sagte: „Aber am Ende haben wir es dann doch noch gut geschafft.“ In orientalischen Kostümen mit dem Tuch voller Münzen um die Hüfte vollführten die beiden mit ihrer Gruppe rhythmische Bewegungen. Ihr männliches Pendants liefen derweil über Glasscherben, legten sich oberkörperfrei auf Nagelbretter oder tanzten mit dem Feuer. Die Zirkusshow ist abwechslungsreich gestaltet: Artisten verbiegen sich, Trampolinspringer hüpfen durch Reifen und Jongleure balancieren Teller auf Stäben. Dazwischen gibt es Comedy-Einlagen, in denen die Artisten mit dem Publikum interagieren. So zum Beispiel, als kurzfristig ein Clown absagte und sich Zirkusdirektor Ortmann auf die Suche nach einem Ersatz machte: „Vielleicht der Mann dort drüben – er hat zumindest schon mal das richtige T-Shirt an“, sagte Ortmann und deutete auf einen Herrn mit einem gestreiften Oberteil. Den Vorschlag verwarf er aber schnell wieder: Der Zuschauer sehe für die Rolle „viel zu intelligent aus“.

Auch Tiere hatte der Zirkus Rondel mitgebracht: Tauben und Ziegen zum Beispiel. Weil die tierischen Artisten nicht unbedingt nach der Pfeife ihrer Dompteure tanzen, kam es so zu kleineren Verweigerungen. Das Publikum amüsierte sich bestens, wenn die Taube statt durch das Hindernis lieber auf den Kopf der Artistin flatterte oder die Ziege Zicken machte. Am kommenden Wochenende gibt der Zirkus Rondel gemeinsam mit den Schülern noch zwei Vorstellungen: am Freitag, 24. Mai, ab 17 Uhr, und am Samstag, 25. Mai, ab 10.30 Uhr.

Mehr Eindrücke von der Zirkusvorstellung gibt es in der StadtPost-Bildergalerie.

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