„LKG uff de Gass“ Langen startet in die närrische Saison

Treppchen-Besitzer Frank Gruber hat den Schlüssel herausgerückt und den Garde-Anführern übergeben. Foto: Postl

Langen (lfp) – War im vergangenen Jahr bei der närrischen Saisoneröffnung der Langener Karnevalsgesellschaft (LKG) auf dem Altstadtmarkt das wichtigste Utensil ein Regenschirm, so zeigte wohl Gott Jokus den Närrinnen und Narrhalsen, dass es auch anders geht.

„Ein Sonnenschirm und Sonnencreme sind heute angebracht, damit es keinen Sonnenbrand gibt“, rief Fred Laloi der Narrenschar zu, die sich am vergangenen Samstagmorgen um 11.11 Uhr vor der Bühne auf dem Wochenmarkt am Alten Rathaus versammelt hatte. Mit einem närrischen Unterhaltungsprogramm in Intervallen, wie es der LKG-Sitzungspräsident bezeichnete, wurden die Narren bei bester Laune gehalten, es blieb aber nebenbei auch Zeit zum Einkaufen. Im ersten Intervall gab es Tänze in Traditionsuniform. So stand es auf dem Programm von Fred Laloi. Pünktlich waren alle Garden, Damen- und Herren-Elfer eingetroffen, es ertönte der Narrhallamarsch und dann ging es zwischen den Verkaufsständen hindurch zur Bühne. Mit „Langen Helau!“-Rufen wurde Marktbeschicker eingesammelt und ebenfalls vor die mobile Bühne „geschleppt“ – es gab kein Entkommen.

Dem Loblied auf alle „närrischen Lenger“ folgte ein fein gereimter Marktrundgang, in dem Fred Laloi jeden einzelnen Marktstand mit seinen Vorzügen beschrieb. Von Kartoffeln und Gemüse über den Kaffee-Salonwagen bis hin zum Wein von Thörle, reichte der verbale Werbeblock, mit dem sich Laloi bei den Marktbeschickern bedankte. Deshalb wurden sie auch gleich mit närrischen Ehren bedacht und mit dem Jahres-Pin der LKG ausgezeichnet. Auch Marktbesucher konnten den Pin erwerben, dessen Erlös der Jugendarbeit der LKG zu Gute kommt. Einen besonderen Dank richte der LKG-Sitzungspräsident an die finanziellen und materiellen Förderer der Stadt, Stadtwerke, Sparkasse Langen-Seligenstadt und Volksbank Dreieich.

Auf dem Programm stand aber noch mehr: Gardetänze, Büttenreden, Gesangsdarbietungen und ein Auftritt der 1. Deutschen Marching Band The Sound of Frankfurt. Da die 1948 gegründete Langener Karneval Gesellschaft in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert, war der Auftritt auch ein kleines Geburtstagsgeschenk. Den närrischen Bühnenreigen eröffnete die Minigarde mit ihrem Gardetanz, der mit großem Applaus bedacht wurde. Thomas Bärtl stieg in die Bütt und berichtete von einer Schlager-Reise. „Da hatten wir immer eine ganz tolle Dame dabei – hört mal“,sagte Bärtl, und es erklang das Lied von der Biene Maja. Die Sterzbachbuben, mit Thomas Bärtl, Alexander Lorke, Tommy Scharf, Reiner Dietz und Ralf Frank hielten die Marktbesucher mit ihren Liedern bei Laune. Stefan Pussel aus Frankfurt bewährte sich wieder einmal als Schlagerbarde – und alle freuen sich auf ein Wiederhören bei der großen Sitzung im Februar. „Wir haben zu unserem Geburtstag etwas gespart um uns und euch ein besonderes Geschenk zu machen“, kündigte Fred Laloi schließlich The Sound of Frankfurt an.

Die Band begeisterte mit einem choreografisch-musikalischen Bühnenspiel, das mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Nach der lautstark geforderten Zugabe begleitete die Marching Band die Langener Narren in ihr Stammquartier, das Gasthaus „Zum Treppchen“. Doch die Tür war mit vier großen Bierfässern versperrt. „Ich glaub’ ich spinn’, ist der Wirt wohl net da?“, zeigte sich Fred Laloi entrüstet. Dann kam Frank Gruber um die Ecke geschlichen, um den Grund für den Krawall vor seinem Haus zu ergründen.Mach ’ die Tür uff, sonst renne mer se ei“, drohte Fred Laloi an der Spitze der Narrenschar. „Dann macht doch mal“, sagte der Hausherr und sah die Drohung ganz gelassen. Auch die lautstarke Unterstützung der Marching Band änderte daran nichts. „Ich will euch aber eine faire Chance geben. Wenn ihr mir vier Fragen beantwortet, dann könnte es für euch klappen“, sagte Gruber und stellte für jede richtige Antwort das Wegräumen eines der vier Bierfässer in Aussicht. Die erste Frage war leicht – und das Bierfass auch, weil es leer war. Doch bei der dritten Frage tat sich der starke Gardemann schwer. Die Frage war leicht, das Bierfass aber voll – ganz zur Freude von Frank Gruber. Doch bald waren alle Fässer beseitigt und der Schlüssel wurde an die Narren übergeben. Diese forderten vom Stammquartier-Besitzer jedoch elf Gebote für die Narrensaison ein. Eines lautete: Wer Gardisten nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Gardisten in Umlauf oder zum Verkehr bringt, wird mit „Stiefeln“ nicht unter einem Paar bestraft.

Mehr Eindrücke von LKG uff de Gass gibt es in der StadtPost-Bildergalerie.

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