72-Stunden-Aktion in Langen und Egelsbach Ministranten packen an

Die Rutsche auf dem Spielplatz Farnweg kommt nun ganz daher. Außerdem haben die Ministranten der Gemeinde Sankt Jakobus Langen einen Pavillon als Treffpunkt für Kinder und Jugendliche gebaut. Foto: Kegler

Langen/Egelsbach (zmk) – Ehrenamtlich im Einsatz für andere: Am Wochenende waren mehr als 50 Kinder und Jugendliche in Langen und Egelsbach unterwegs, um soziale Projekte umzusetzen. 72 Stunden hatten sie dafür Zeit – denn so heißt die Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Gefragt war dabei nicht nur handwerkliches Geschick. Für die Gruppe „Ministranten Sankt Jakobus“ standen der Bau eines Pavillons und die Verschönerung des Spielplatzes am Fasanenweg auf dem Programm. Die Gruppe in Egelsbach baute auf dem Freigelände („Zwergenwiese“) der Kita im Brühl eine Außenküche und Hochbeete und verlieh dem Container einen neuen Anstrich. Nach dem Startschuss erwartete die Helfer im Fasanenweg direkt eine Überraschung: Die Planer des Projektes hatten schon vorgesorgt, ein Gerüst und eine Menge Holz bestellt. Jeder packte mit an. Anschließend wurde das weitere Vorgehen besprochen. Auch in der Nachbargemeinde musste zunächst viel geplant werden: „Wir müssen uns erst einmal auf dem Gelände orientieren und uns überlegen, wie wir was gestalten können“, stellten die Teilnehmer fest. An Tag zwei musste Material beschafft werden. Unzählige Male pendelten die Transporter zwischen den umliegenden Baumärkten und den Projektgeländen. Dann konnte es aber auch richtig losgehen. Für den Pavillonbau wurde den ganzen Tag das Holz passend zugeschnitten und lackiert. Dabei mussten sich die Ministranten als Schreiner beweisen, denn alle Schnitte und Winkel richtig zu setzen, stellte sich als ungeahnte Hürde heraus.

In der Kita am Bürgerhaus musste ebenfalls umgeplant werden. Projektleiterin Anjche Würges berichtete: „Wir können den angedachten Zaun doch nicht so verwirklichen wie erhofft. Auch die Zusatzaufgabe wird schwer zu meistern sein, denn das Material für ein Weidenhaus ist nicht zu beschaffen.“

Schweres Gerät war zudem auf dem Gelände nicht zugelassen. Es blieb bei beiden Gruppen ein Rennen gegen die Zeit und die Arbeiten gingen bis tief in die Nacht. Mit „Hilferufen“ können die Gruppen an die Öffentlichkeit gehen, wenn sie dringend Arbeitsmittel benötigen, die selber nicht beschafft werden können.

In Langen wurden zwischenzeitlich eine Rüttelplatte, einige Tonnen Kies oder ein Graffiti-Sprayer gesucht. Dank viel tatkräftiger Unterstützung waren alle Probleme sehr schnell gelöst. Zur Halbzeit war überall schon ein riesiger Fortschritt zu sehen. In Langen war 24 Stunden vor dem Ende Land in Sicht. Der Spielplatz war bunt geworden – auf den Rutschen erstrahlten schöne Muster und Bildchen.

Eine kleine Gruppe hatte sich kurzfristig dazu entschieden, noch ein XXL-Schachbrett auf den Platz zu pinseln. Der große Höhepunkt: Das Gerüst des Pavillons stand. In Blau und Grau wurden die Balken bemalt, während sich die Rutsche zu einem kunterbunten Regenbogen wandelte. Zur selben Zeit wurde auch auf der Zwergenwiese der Pinsel geschwungen. Dem dortigen Container wurden ebenfalls vielerlei Farben verliehen. Der Hochbeetbau lief auf Hochtouren und die Küche hatte, nachdem ein tiefer Graben quer durch den Sandkasten geschaufelt wurde, endlich fließendes Wasser. Dort konnte nun sogar schon mit den Zusatzaufgaben begonnen werden.

Am finalen Tag der diesjährigen 72-Stunden-Aktion wurden beide Projekte erfolgreich komplettiert und mit einem Gottesdienst vor Ort beendet. Die Kinder der Kindertagesstätte freuten sich über einen schönen Garten mit Beeten, vielen bunten Malereien und einer funktionsfähigen Außenküche. In Oberlinden bietet der Spielplatz nun einen wunderbaren Unterstand für Jugendliche und viele bunte Farben für Kinder. „Mir hat das Bepinseln der Rutschen den größten Spaß bereitet – die sehen nun richtig schön aus“, freute sich die zehnjährige Rosalie Vogel-Jordan. „Ich bin einfach nur dankbar, dass alles so gut geklappt hat und jeder mit super viel Motivation und Begeisterung dabei war“, resümierte der Langener Projektkoordinator Yannik Ries.

Dank des schweißtreibenden Einsatzes der jungen Menschen und der Unterstützung von vielen Helfern und Sponsoren sind die Kommunen nun um einige Bauten von und für Kinder und Jugendliche reicher.

 

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