Feuerwehr Langen präsentiert neue Fahrzeuge und begeistert mit Jugend-Vorführung Nahbar sein und Nachwuchs gewinnen

Nachwuchs im Fokus: Die Jugendfeuerwehr zeigt den Besuchern in einer Übung, wie sie ein brennendes Auto löscht. Bild: Kegler

Langen – Aus einem großen Zelt steigt dichter Rauch auf, die Tore der Feuerwache sind sperrangelweit geöffnet, und es gibt ganz viel Blaulicht, Martinshorn und große rote Autos aus nächster Nähe zu erleben. Nach vier Jahren Pause hat die Freiwillige Feuerwehr Langen am Sonntag wieder zum Tag der offenen Tür geladen und bot spannende Einblicke in die Arbeit der Retter.

Schon am Mittag ist der Hof an der Darmstädter Straße gut gefüllt, und kleine und große Feuerwehrfans erkunden die Feuerwache. Die Kameraden haben alle Löschfahrzeuge auf dem Hof aufgebaut und stehen überall mit interessanten Informationen zu den Rettungsgeräten bereit. „Da hinten ist Feuer, da müssen wir schnell hinfahren!“, ruft der kleine Benjamin. Er ist gerade mit seiner Mutter Jennifer Römbke in das brandneue Löschgruppenfahrzeug gestiegen, das die Langener Retter erst in diesem Jahr in Dienst gestellt haben. „Feuerwehr ist immer spannend und gerade für die Kinder ein Highlight“, sagt Römbke.

„Das neue Fahrzeug vereint bei uns die Ausstattung für die Grundausbildung und die Sondereinheit ANTS (Atemschutz-Notfall-Trainierte-Staffel), die bei Unfällen für die Rettung von Feuerwehrleuten eingesetzt wird. Das ist schon etwas Besonderes“, erklärt ihnen Nils Pieper.

Das Löschfahrzeug mit der Kennung 1/43-1 ist aber nur eines der Feuerwehrautos, die seit 2019 in den Fuhrpark aufgenommen wurden und nun erstmals präsentiert werden. Auch den neuen Kommandowagen, einen ersatzbeschafften Teleskopmast und den neuen Stromanhänger können die Besucher, die in Scharen auf die Langener Wache pilgern, den ganzen Tag über bestaunen.  zmk

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„Uns ist sehr wichtig, dass die Langener Bürger wissen, was bei ihrer Feuerwehr los ist, und da ist der Tag der offenen Tür ein Termin, der in den vergangenen Jahren gefehlt hat“, erläutert der stellvertretende Stadtbrandinspektor Christian Buchold.

Gerade die Berührungsängste mit den Rettern sollen dabei abgebaut werden, denn schließlich seien die rund 120 Kameraden in der Einsatzabteilung auch nur Bürger in Uniform, die die ganze Arbeit in ihrer Freizeit absolvieren. „Aber auch wir brauchen in Zukunft mehr ehrenamtliches Personal, wobei die Jugendfeuerwehr unsere wichtigste Nachwuchsquelle ist“, erklärt Buchold.

Die jungen Retter zeigen auch gleich, was sie können, denn plötzlich fahren zwei Feuerwehrautos mit Blaulicht und Sirene auf dem Hof vor. Das Szenario: Ein Pkw ist mit einem Bus zusammengestoßen, und Flammen schlagen aus den Fenstern. In Windeseile haben die Nachwuchsretter die Schläuche ausgerollt, Strahlrohre angeschlossen und bekämpfen das Feuer. „Die Jugendlichen zeigen genau das, was wir auch bei unseren wöchentlichen Treffen üben“, sagt Jugendwart Marc Naujoks. Sämtliche Ausbilder seien früher auch bei der Jugendfeuerwehr gewesen und wüssten, was das für die Nachwuchskräfte bedeutet.

„Die haben ihren eigenen Einsatzleiter und bauen alles selbst auf. Wir müssen da gar nicht mehr so viel machen“, beschreibt Naujoks.

„Die Langener Feuerwehr ist wirklich maßgeschneidert für alle möglichen Einsätze in der Stadt, aber auch die interkommunale Zusammenarbeit wird immer wichtiger“, weiß Buchold. Besonders der Stromausfall im August habe aber gezeigt, dass einige Stellen noch intensiveren Fokus verlangen. „Bei diesem Stromausfall hat alles geklappt, aber das war ein Warnschuss“, sagt der stellvertretende Stadtbrandinspektor.

Ein Versprechen hat er zudem: „Der Tag der offenen Tür soll wieder regelmäßig stattfinden, denn die Feuerwehr soll für alle Langener nahbar sein.“

Auf ein spezifisches Thema ist dieses Mal verzichtet worden, doch das sei in Zukunft denkbar.  zmk