Bürgermeisterwahl in Egelsbach Stichwahl zwischen Sieling und Wilbrand

Handschlag nach dem Endergebnis: Die Egelsbacher haben am 4. März die Wahl zwischen Amtsinhaber Jürgen Sieling (links) und Tobias Wilbrand. Foto: Strohfeldt

Egelsbach (zcol) – Die Egelsbacher Bürger müssen am Sonntag, 4. März, noch einmal an die Urne: im ersten Wahlgang erreichte keiner der vier Bürgermeisterkandidaten eine absolute Mehrheit. Der Sieger des ersten Durchgangs heißt Jürgen Sieling, der Amtsinhaber bekam 37,6 Prozent der Stimmen. Mit ihm in die Stichwahl zieht der Kandidat der Grünen. Tobias Wilbrand erreichte 27,4 Prozent der Stimmen.

Dabei wurde das Auszählen der Stimmen im Egelsbacher Rathaus zu einem echten Krimi. Als um 18.30 Uhr die ersten Auszählungen aus den zehn Wahllokalen eintrudelten, war noch alles offen. Denn bis ganz zum Schluss war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Wilbrand und seinem Mit-Herausforderer Axel Vogt. Er landete denkbar knapp mit 26,9 Prozent auf dem dritten Platz und ist damit raus als Anwärter um den Platz auf dem Rathaussessel. Dem FDP-Kandidaten fehlten lediglich 23 Wählerstimmen, um in der Stichwahl dabei zu sein Auf den vierten Kandidaten, den von CDU und den Linken unterstützten Jörg Leinberger, entfielen 8,1 Prozent der Stimmen. Er konnte aus gesundheitlichen Gründen in den vergangenen Wochen keinen Wahlkampf mehr führen.

Stichwahl in Egelsbach am 4. März

Jubel gab es aus der Ecke der Sozialdemokraten nicht. Jürgen Sieling wirkte dennoch erleichtert, als Kandidat mit den meisten Stimmen in die Stichwahl zu ziehen. „Es hätte schon ein bisschen mehr sein können“, weiß der SPD- Kandidat, dass er als Amtsinhaber ja eigentlich einen Bonus hat, „aber ich denke für vier Kandidaten ist es schon ein Ergebnis, mit dem ich leben kann. Jetzt sammele ich mich erst einmal und dann geben wir noch mal Gas“, kündigt Jürgen Sieling vollen Einsatz für die Stichwahl am 4. März an. Und eines hat er sich vorgenommen: Er wird ganz genau schauen, in welchen Wahlbezirken er nicht so gut abgeschnitten hat.

In Bayerseich stimmen die meisten für Tobias Wilbrand

Und dieser Blick lohnt sich. Denn mit der Kita im Bayerseich hat Tobias Wilbrand einen Wahlbezirk überdeutlich gewonnen, und sich dort auch den kleinen Vorsprung auf Axel Vogt geholt. 42,1 Prozent der Wähler haben in diesem Wahllokal dem Grünen-Kandidaten ihre Stimme gegeben. „Das war jetzt eine wirklich super knappe Nummer“, sagte Wilbrand, nach den ersten Umarmungen. Die Diskussionen um das Parkdeck in Bayerseich sieht der Familienvater als Grund für die große Zustimmung für ihn. „Ich habe in Bayerseich sehr früh von Tür zu Tür Wahlkampf gemacht. Ich hatte dabei das Gefühl, dass die Leute dort sich in Egelsbach nicht ernst genommen fühlen. Ich habe dabei sehr klar signalisiert, dass ich möchte, dass Bayerseich wieder näher an Egelsbach heranrückt“, sagt Wilbrand. Er betont aber auch, dass er sich etwas wundere, dass Jürgen Sieling so viele Stimmen bekommen hat. „Das entspricht nicht der Stimmung, die ich in den vergangenen Tagen hier im Ort wahrgenommen habe“, sagte Wilbrand. Er feiere jetzt erst einmal und gehe dann wieder in den Wahlkampfmodus.

Abzuwarten bleibt, wie sich Parteien im Egelsbacher Parlament positionieren

Axel Vogt ist sichtlich enttäuscht über den Wahlausgang. „Mein Ziel war es, über 30 Prozent zu schaffen. Das hat nicht geklappt.“ Er könne sich aber nichts vorwerfen, er habe einen guten Wahlkampf geführt und alles getan, was er konnte. Das Ergebnis entspricht fast dem von vor sechs Jahren, als er ebenfalls knapp vor der Stichwahl scheiterte. „Ich habe es offensichtlich nicht geschafft neue Wähler dazu zu gewinnen“, bedauert er. Jetzt ist es spannend, wie sich die Parteien im Egelsbacher Parlament positionieren und ob es Wahlempfehlungen für den SPD-Kandidaten Jürgen Sieling oder den Herausforderer von den Grünen, Tobias Wilbrand, gibt.

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