ERICH-MÜLLER-PREIS TSC Egelsbach hat Förderung der jungen Tänzerinnen noch ausgebaut Mit dem Verein mitwachsen

Von klein auf im Verein integriert: Beim Sommerfest wurden die Minis um Steffi Kirchner (links) und Silja Erba für ihre Tanzdarbietung umjubelt. Sie bekamen aber auch mit, dass dafür jeder anpacken muss. Bild: Postl

Egelsbach – Es zahlt sich aus, dran zu bleiben. Das hat der TSC 71 Egelsbach bewiesen und sich zum zweiten Mal für den Erich-Müller-Preis beworben. Nachdem es im vergangenen Jahr nicht geklappt hatte, habe jetzt keiner damit gerechnet, zu gewinnen, sagt die stellvertretende Vorsitzende Lena Rücker. Die Jugendarbeit, für die es den Preis gibt, hat der Verein aber nicht ruhen lassen, sondern die Förderung der Tänzerinnen in den Fokus gerückt. Es gab für Vereinsmitglieder kostenlose Workshops. Nicht-Mitglieder konnten auch teilnehmen. Die Einnahmen flossen in ein Balletttraining. So machte die aktualisierte Bewerbung bei der Jury Eindruck und der TSC wurde als einer von drei Gewinnern geehrt.

Ausgezeichnet wird das Gesamtkonzept des Tanzsport Clubs. Schon bei der Gründung 1971 wurde als eines von zwei Hauptzielen des Vereins festgehalten, die „sportliche Betätigung mit Kindern und Jugendlichen“ zu fördern. Seit Ende der 70er Jahre liegt der sportliche Schwerpunkt auf modernen Formationstänzen – dem heutigen Jazz und Moderndance – insbesondere für Jugendgruppen.

Heute gibt es acht Gruppen mit unterschiedlichen Ausrichtungen. „Wir wollen so früh wie möglich Kindertanz anbieten“, sagt Rücker. Jeder soll im passenden Alter ein Angebot im Verein finden. So beginnt es bei den Minis ab sechs Jahren. „Kinder haben einfach Spaß, sich zu Musik zu bewegen“, erklärt Rücker die große Nachfrage nach Kindertanz. In der Fantasy-Gruppe sind die Kinder zwischen acht und zehn Jahre alt und üben erste Choreografien ein. 2024 wollen sie erstmalig bei Turnieren starten. Die Gruppe Nova gibt es schon über 15 Jahre und auch wenn die meisten jungen Frauen nicht mehr in Egelsbach wohnen, kommen sie doch zwei Mal die Woche für zwei Stunden zum Training. „Die Mädels bleiben wegen des Zusammenhalts“, sagt Rücker. Das Vereinsleben zeichnet den Tanzsport Club aus. Im Rhein-Main Gebiet gibt es viele Tanzvereine, die ein größeres Einzugsgebiet und mehr Mitglieder haben. Trotzdem kann sich der Verein mit mehr als 200 Mitgliedern auf hohem Niveau etablieren und ist in der 1. und 2. Bundesliga vertreten. Bei der jährlichen Saisoneröffnung führt jede Gruppe ihre Choreografie auf und so bekommen die Jüngeren Vorbilder und wollen auch das mal können, was die Älteren machen. Sie eifern ihnen nach. Beim Sommerfest muss der ganze Verein anpacken, damit es gelingt.

Bei Wettkämpfen helfe der besonders starke Zusammenhalt in den jeweiligen Tanzgruppen: „Tänzerinnen, die schon das Niveau einer anderen Gruppe haben, bleiben oft noch länger in ihrer alten, weil sie sich so gut verstehen“, sagt Rücker. Das sei eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Wettkämpfe: „Keine Gruppe funktioniert auf der Bühne ohne Vertrauen und Harmonie“, ist sich Rücker sicher.

Die Stilrichtung Jazz und Modern beschreibt Rücker als einen Mix aus Ballett und Hip-Hop. Er sei beliebt, da er viele Freiheiten und Kreativität in den Choreografien zulasse. So gebe es keine festen Elemente, die in einer Darbietung zwingend enthalten sein müssen. Um neue, moderne Choreografien entwickeln zu können, ist das Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro nicht nur als Wertschätzung für die Arbeit des jungen Vorstandsteam sehr willkommen. Es fließt in die Trainerfortbildung, damit können Choreografen bezahlt oder Workshops besucht werden. Die Workshops seien wichtig, „um nicht den Anschluss zu verlieren“, sich von anderen inspirieren zu lassen und anschließend eine eigene neue Choreografie zu entwickeln. Damit der TSC Egelsbach auch weiterhin Erfolg hat – mit der Jugendarbeit als Basis.
 tr