Sponsorenlauf der Geschwister-Scholl-Schule auf dem Gelände der Spielvereinigung Dietesheim 5.800 Euro für den Förderverein

Beim ersten Langstreckenlauf des Lebens geht es jeder zu schnell an. Manche hielten das hohe Tempo erstaunlich lange durch. Foto: man

Mühlheim (man) – Seit Januar bereitete der Förderverein den Tag vor. Federführend kümmerte sich Michaela Schächtele um die Organisation. Schächtele bekommt von der Fördervereinsvorsitzenden Renate Waitz-Richert großes Lob, „seit Tagen steht sie wegen uns um fünf Uhr auf“. Um die Aufgabe von Marcel Wildhauser drängte sich wohl auch nicht jeder. Der Vorsitzende des Elternbeirats koordinierte die Einsätze von Dutzenden von Helfern. Etliche regionale Prominente begrüßte die Schulleiterin Karina Reising am Samstag auf dem Gelände der Spvgg. Dietesheim morgens um neun zu Beginn der Veranstaltung. Um die Kinder nicht noch länger warten zu lassen, überließen der Landrad Oliver Quilling und der Stadtverordnetenvorsteher Harald Winter überließen die Grußworte Daniel Tybussek, Der Bürgermeister hatte auch die Schirmherrschaft des Sponsorenlaufs der Geschwister-Scholl-Schule übernommen. Holger Fuchs vom Kultusministerium in Wiesbaden vertritt seinen Chef, den für die Schulen zuständigen Minister Alexander Lorz. Später schaut auch noch der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi vorbei. Das Prinzip des Sponsorenlaufs funktioniert wie folgt: Jedes Kind rennt innerhalb von einer halben Stunde so viele Runden um den Platz, wie es schafft. Zu Beginn von jeder neuen bekommt es von Lehrerin Ulrike Opitz und Kolleginnen jeweils ein Gummiband fürs Handgelenk, um hinterher addieren zu können. Beim Vorbeirennen hält ein Junge seinem Vater ein Gummiband entgegen, „das habe ich gefunden“. Am Ende lässt er auch dafür die Oma, Tanten und den Papa berappen. Meist sind es Verwandte, die fürs Rundenrennen der Grundschüler bezahlen. Am Ende fließen sämtliche Einnahmen auf das Konto des Fördervereins, der für die Schulpausen neue Bewegungsgeräte wie Roller besorgen wird. Auf dem Sportgelände „Am Wingertsweg“ geht es entspannt und fröhlich zu. Eine Vorgabe gibt es für die Kinder nicht. Keine überehrgeizige Mutter kündigt an, ihren Jungen nicht mehr lieb zu haben, „wenn du jetzt keine dreißig Runden schaffst“; keine Lehrerin droht, die Versetzung trotz Einsen im Zeugnis platzen zu lassen, wenn das Ergebnis enttäuscht. Ein paar Minuten bevor der Startschuss fällt, sitzt Monika Fickel zusammen mit Abdul und seinem Vater auf den Bänken. Fickel engagiert sich in der Flüchtlingshilfe Mühlheims. Sie gehört heute zu den Sponsoren des neunjährigen Syrers. Fickel erzählt, Abdul habe gerade eine Mathematikarbeit zurückbekommen, „von 52 Punkten bekam er 52“. Quasi eins plus. Weil Abdul in Deutschland auf keine Oma zählen kann, übernimmt Fickel das Sponsoring für ihn. Stephanie Krämer vom Elternbeirat erzählt wiederum von sechs Omas und Opas für ihre Tochter Charlotte. Das hängt mit Neuformationen der Ehen der Großeltern zusammen. Krämer selbst ist mit dem Vater ihrer Kinder seit dreißig Jahren liiert. Das mögliche Geheimnis der Stabilität: „Wir haben nie geheiratet.“ Fast jedem unterläuft beim ersten Langstreckenlauf des Lebens der gleiche Fehler: Man geht zu schnell an. So wie auch die Kinder der ersten beiden Klassen. Einige rennen los, als ging es nicht darum, so viel der 400-Meter- Runden wie möglich zu schaffen, sondern durch ein Zielband zu flitzen. Am Rand steht Ulrike Huf. Die Mutter von Tochter Leonie hilft, dass alles reibungslos klappt. Vor Kurzem hätten die Kinder bei den Bundesjugendspielen ein 800-Meter-Rennen absolviert, „manche laufen wohl immer noch in dem Modus“. Der Junge, der dem Feld voran sprintet, steht das Tempo erstaunlich lange durch.

Auf dem Hartplatz nebenan betreuen Eltern Stände wie Dosenwerfen, Wettpusten oder Nägelschlagen. Insgesamt haben sich für die Läufe 199 Kinder angemeldet. Hinter ihnen halten 429 Sponsoren das Portemonnaie gezückt. Um 12 Uhr dürfen auch Familienangehörige gegen eine Gebühr von fünf Euro starten. Den Erlös von Essen und Getränken müssen die Organisatoren noch errechnen. Die Gage der Sponsoren für die gelaufenen Runden liegt am Ende bei stolzen 5.800 Euro.

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