Aktionstag der Pfarrgemeinde 70 Mühlheimer packen rund um St. Markus an

Draußen vor der Tür gab es auch eine Menge zu tun. Den Helfern wurde trotz frischer Temperaturen beim Aktionstag rund um die Kirche St, Markus schnell warm. Foto: Mangold

Mühlheim (man) – Für den freiwilligen Arbeitseinsatz gibt es kein Geld, doch Mitmachen ist für viele Mühlheimer selbstverständlich. Die Rede ist vom jährlichen Putztag in der Pfarrgemeinde St. Markus. Den Helfern am Samstag genügte ein „Vergelt’s Gott“.

Mittlerweile heißt der Putztag Aktionstag. Es werde schließlich nicht nur gewienert und gefeudelt, sondern auch geräumt, erklärt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Claudia Oberbeck.

Richtig. Michael Ruhr bringt in der Kirche die Heiligen Michael und Antonius von Süden nach Norden. „In die Männer-WG“, so nennt Pfarrer Johannes Schmitt-Helfferich den Platz links vom Altar, wo drei geschnitzte Heilige stehen. An den vorherigen Standort gegenüber tragen Ruhr und Klaus Belz den hölzernen Jesus zurück in sein Heiliges Grab. Siebzig Leute hatten vorher zugesagt, ab neun Uhr für dreieinhalb Stunden in der Kirche, im Gemeindehaus und auf dem Grundstück klar Schiff zu machen. Zu Ostern soll es glänzen.

Esel als schlechtes Statussymbol

Der Pfarrer sieht das im Kontext zur Predigt, die er zuvor hielt. Schmitt-Helfferich sprach vom einfachen Esel, auf dem Jesus im Neuen Testament in Jerusalem einreitet. Mit dem Tier ließ sich damals ebenso wenig protzen, wie heutzutage mit einem gebrauchten Kleinwagen. Ein Esel taugt nicht als Statussymbol.

In dem Geist betrachtet Schmitt-Helfferich den Aktionstag, „eine Firma wollen wir nicht beauftragen“. Es beteiligen sich auch Mühlheimer, die mit der Gemeinde ansonsten nicht verbunden sind. Draußen hacken Helga Arzberger und ihr Mann Uli. Die beiden sind in der Flüchtlingshilfe aktiv. Und weil St. Markus Räume zur Verfügung stellt, helfen die Arzbergers.

Auch Abdulkdet Ammaneh (26) schwingt einen Besen. Der Syrer spricht nach acht Monaten im Land schon überraschend gut Deutsch. In seiner zerstörten Heimat Aleppo arbeitete er als Arabisch-Lehrer. Vor drei Jahren floh der Mann nach Beirut. Seit sechs Monaten lebt er in Mühlheim.

Deftiges Ende

Derweil putzen Isalla Gracia und Maria Valente zusammen mit anderen Frauen den Kirchenboden. Die beiden gehören zu einer Grippe von Frauen der italienischen Gemeinde, die Hand anlegen. Die italienischen Familien feiern sonntagnachmittags in St. Markus ihren muttersprachlichen Gottesdienst.

Präsenz zeigt auch Helmut Lülsdorf, der Schwindelfreie, der immer auf die hohe Klappleiter steigt, wenn eine Birne nicht mehr leuchtet. Heute wischt Lülsdorf mit einer langen Stange im Bereich der hohen Kirchenfenster. Daniel Kleiner greift hingegen zum Sauger, um die Mitglieder der Männer-WG vom Staub zu befreien.

Und sich Motivieren und Ansporen gehört an einem solchen Aktionstag auch dazu: Mutter Claudia sieht Jens Oberbeck im Gespräch mit André Hoppe und sagt: „Wenn ihr Kapazitäten frei habt, dann helft draußen der Birgit.“ Gemeint ist die Gemeindereferentin Birgit Wenzel. Mit der Frage, ob er und Kollegen den großen Saal wischen sollen, rennt der 17-jährige Philip Gundlach bei Claudia Oberbeck offene Kirchentore ein.

Zum Finale gibt’s für die vielen Helfer eine deftige Stärkung, beim Essen bleibt nun auch Zeit für das eine oder andere Gespräch.

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