Sonnenschein begleitet den Rosenmontagszug

90 Gruppen sorgen für Stimmung in Mühlheim

Aufgeblasene Ponys und Einhörner: Endlich hatten die Dalles Cowboys einmal einen Sattel unter dem Hintern. Foto: Prochnow

Mühlheim (m) – Nach Sturm und Wolkenbruch bescherte Petrus den Narren diesmal einen Rosenmontagszug nach Maß. Die Sonne strahlte am Himmel und auf den Straßen – dafür sorgten schon die Turnerinnen der TGD, die den närrische Lindwurm zum 50. Mal zierten. Auf die Minute pünktlich startete die wunderschöne und abwechslungsreiche Parade mit 90 Gruppen am Alten Friedhof in Dietesheim.

„Isch bin die Uli und geh’ vorneweg“, hatte sie schon bei ihrer Inthronisierung angekündigt, und so winkte die Zugmarschallin jetzt von ganz oben aus der rollenden Narrenkappe des Karnevalvereins (MKV). Ansteckende Begeisterung verbreiteten auch das Stadtprinzenpaar Sebastian II. und Melissa I. und natürlich Gabi Mollbach aus der gelb-grünen Ritterburg, die Babbscher-Hoheiten aus Obertshausen sowie Regenten aus Maintal, Hanau und Höchst im Odenwald.

Für die Frauen von der Turngemeinde, die als Gruppe im 50. Jahr als herzerwärmende Rezeptur die rund 30.000 Menschen als prächtige Sonnen erheiterten, war es vielleicht der letzte Zug. Zum Glück gibt’s in der Mühlenstadt noch jede Menge Fastnachter, denen der Rosenmontagsbrauch ebenso sichtbar Freude bereitet. „Was für ein Zirkus“, lautet das Motto der kunterbunten Truppe des SUM-Blasorchesters, die Dallas Cowboys hatten endlich mal Sättel unterm Hintern – wenn auch nur über aufgeblasenen Ponys und Einhörnern.

Was die Fastnacht ausmacht, bringen auch die LCV-Ladys uff die Gass’, mit knallbunten Propeller-Flugzeugen um die Hüften. Herrlich anzuschauen sind auch die „lusdische Kligge“, die Damen unter Plastikkleid und -Schirm, die beflügelten Damen von Frau-Mutter-Kind und die farbenfrohe Kostümflut der „Sesamstraße“ von den „wilden Zwergen“. Eindrucksvoll marschierte Karnevalskultur als einheitlich warm verpackte Garde-Mädchen daher. Einige der jungen Lämmerspieler Damen lassen sich auf Cabrios chauffieren, die Obertshausener Babbscher gehen vor Fahnen-Schwenkern und der rollenden Rathaus-Burg Im Hain mit Lederbaron Frank I. und Comtesse Claudia I. obendrauf.

Der LCV führt sein nagelneues Narrenschiff aus, die Katholische Jugend Mühlheim wirbt mit Jim Knopfs Wilde 13 für ihr Zeltlager, die Schippendales lenken ein Indianerlager durch die Helau rufenden Massen auf den Bürgerteigen. Den Vogel aber schießen die Issigmer Bube ab: Ein mächtiger Drachenkopf führt einen chinesischen Garten im Schlepptau, noch ein Hingucker! Und was den Mühlheimern gerade auf den Fingernägeln brennt, greift wie gewohnt die Feuerwehr auf und fordert mit einem Fährmobil rasch ein neues Modell.

Schließlich kommen zahlreiche Nummern von dribbdebach, Maintaler und Hanauer Vereine stellen ebenfalls ihre Tollitäten vor. Eingefleischte Fans vermissen allein die bedrohlichen Hexen aus den vergangenen Kampagnen, nur aus Höchst ist eine Schar angereist.

Auch Guggemusik spielen neben Firedrums und Nodebabbscher nur die Pitschedabbler aus Gedern. Den meisten der phantasievoll verkleideten Zuschauern fällt’s nicht auf, Sonne und gute Laune wirken einfach ansteckend.

Mehr Eindrücke vom Rosenmontagszug gibt es in der StadtPost-Bildergalerie.

 

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