Abiturienten des Friedrich-Ebert-Gymnasiums nehmen ihre Zeugnisse in Empfang

Absolventen beschreiten neuen Lebensweg

Die Abiturienten des Friedrich-Ebert-Gymnasiums feiern ihren Schulabschluss. Foto: m

Mühlheim (m) – Sieben Stufen trennten die Abiturienten von ihrem Zeugnis, hatte Stefan Sturm nachgezählt. Der Leiter des Friedrich-Ebert-Gymnasiums meinte die Treppen auf die Bühne der Willy-Brandt-Halle, wo 80 junge Erwachsene kürzlich ihre Reifezeugnisse entgegennahmen und am Abend ihren Erfolg mit einem festlichen Ball feierten.

Auch den Weg zum Abi teilte der Direktor in sieben Lebensetappen ein, vom Kindergarten bis zum Eintritt in die Oberstufe. Er erinnerte an das Kribbeln im Bauch, „wenn man am liebsten im vertrautem Umfeld bleiben möchte“. Doch „nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen“, zitierte der Pädagoge den Schriftsteller Hermann Hesse. „Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten“, heißt es bei Hesse. „Das ist wichtig für sie, und es ist wichtig für unsere Gesellschaft“, schloss der Schulleiter. „Nur Menschen, die ihren Blick erweitern, sind in der Lage, von ihren eigenen Problemen abzusehen und eine globale Perspektive einzunehmen.“

Der Lehrer riet, „Verständnis für den Zusammenhang zwischen unserem Lebensstil und der Zukunft unseres Planeten“ zu erkennen, Verständnis für Ungerechtigkeiten zu entwickeln, „für die Situation von Menschen, die ihre Heimat verlassen und woanders Zuflucht suchen“.

Seine Zuhörer mögen „ihren eigenen Lebensstil hinterfragen, wenigstens kleine Schritte zu mehr Umweltbewusstsein gehen, sich für eine gerechtere Welt einsetzen, politisch engagieren, Menschen mit ihrer eigenen Lebensgeschichte wahrnehmen“, gab Sturm den ehemaligen Schülern auf den Weg. „Wir haben im Friedrich-Ebert-Gymnasium versucht, sie zu mündigen jungen Erwachsenen zu bilden, und vor allem wollten wir sie zu gesellschaftlichem Engagement motivieren, Werte wie Toleranz und Einfühlungsvermögen vermitteln.“ Mit Hesse verabschiedete er die Teenager: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Sarah Patricia Maul eröffnete die akademische Feier mit Schuberts Impromptu und hatte das beste Abi gebaut. Ihre Durchschnittsnote 1,0 brachte ihr auch ein Stipendium der Sparkassen-Stiftung in Höhe von 2500 Euro. Marita Immel-Schelzke und Matthias Belz vom Lions-Club würdigten mit einem Preis das Engagement in Vereinen: Paul Lindner ist im Ruderverein tätig, bei den Messdienern und für das Zeltlager der Katholischen Jugend von St. Markus aktiv.

Petra Müller, stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordneten, Vorsitzende des Fördervereins und Mutter einer Abiturientin, ehrte Felix Lalla. Er habe bei allen Veranstaltungen geholfen, stets Dienste bei Auf- und Abbau übernommen. Der Verein konnte den Jugendlichen „viel mitgeben: Zeit, Geld und vor allem Liebe“. Jetzt müssen sie neue Wege beschreiten und sich selbst finden: „Schule ist für immer vorbei.“

Preise der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Deutschen Chemiker verliehen Jochen Dietz, Bernd Gruber-Schmal und Martin Stolze an die Schüler Robyn Lisa Streit und Philip Kreis. Kathy Ludwig wählte für den Preis der Mathematiker-Vereinigung Tim Böhnlein aus, der am Bundeswettbewerb in Würzburg teilnahm.

Sturm und Oberstufenleiter Jens Bodensohn überreichten Buch-Gutscheine an alle, die mit einem Durchschnitt besser als 2,0 abgeschnitten haben: Neben Pianistin Maul sind das Paul Daniel Lindner und Tim Böhnlein mit 1,2, Hannah Marit Ridder (1,3), Isabella Maria Gogesch und Lisa Johanna Busch (1,4), Sebastian Wiegand (1,5), Emily Beyer, Svenja Brauburger, Maja Sophie Kanka und Felix Dario Lalla (1,6), Florentine Fuchs, Nathalie Muntzke, Robyn Lisa Streit und Jelena Karolin Wagner (1,7), Lena Carrasqueira, Hannah Sophie Lindig, Svenja Martius, Melissa Röhl und Fabian Zajac (1,8) sowie Nele Marie Barwinna, Marcel Baume, Sarah Hoffmann, Philip Kreis und Paul Ewald Oppermann (1,9).

Bürgermeister Daniel Tybussek gratulierte: „Sie haben die Voraussetzungen in der Tasche, können gestärkt und selbstbewusst etwas aus diesem Leben machen.“ Daniela von Staudt vom Schulelternbeirat empfahl den Absolventen, selbstbestimmt zu handeln, Vorbilder und gute Freundschaften im Herzen zu behalten.

„Ältere sprechen von der schönsten Zeit, wir könnten uns keine schlimmere vorstellen“, erheiterte Talha Chaudhry für die Schülervertretung und wünschte eine erfolgreiche, glückliche und aufregende Zukunft. Jahrgangssprecherin Anita Grbesa skizzierte, wie „aus Ich und Du ein Wir wurde“. Für den neuen Lebensabschnitt empfahl sie, „glaubt an euch, vergesst nicht Gesundheit und Umwelt und immer wieder aufzustehen“.

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