65. Kirchweihfest der Pfarrgemeinde St. Markus Mit Abstand und Maske

Der Open-Air-Gottesdienst auf dem Markusplatz fand dieses Jahr unter strenger Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln statt. Foto: m

Mühlheim (m) – Noch vor dem aktuellen Lockdown gelang der Pfarrgemeinde St. Markus, eine Rest-Kirchweih zu feiern wie sie vielleicht auch künftig von Bistum und Politik geduldet wird. Sie bestand aus vier Gottesdiensten und begann mit einem ökumenischen auf dem Markusplatz neben der Pfarrkirche.

Für jeden Besucher oder Haushalt war ein grüner Punkt aufs Pflaster gesprayt.

Manche Teilnehmer an der Feier hatten Campingstühle mitgebracht. Vor den Motiven des Markusplatzes in Venedig hatten sich Musiker der Pfarrei aufgereiht, junge Leute spielten Keyboard, Gitarren, Saxofon, Trompete, Querflöte und Percussion – eine seltene Vielfalt in diesen Tagen.

Der Neue Chor bereicherte die Gemeinschaft unter Leitung von Marcella Bomba sogar mit aktuellen und zur neuen Zeit passenden Popsongs.

Neben den Aktiven an Blasinstrumenten durften auch die Pfarrer ohne Maske auftreten. Johannes Schmitt-Helfferich begrüßte Patrick Smith, der für die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde tätig war und jetzt schwer erkrankte Kinder in der Klinik in Frankfurt-Höchst begleitet.

Mit einem Lied der Gruppe Silbermond glaubte er an ein „Leben in Hoffnung“, fragte seine Zuhörer, „was hält sie davon ab, Hoffnung zu erleben?“. Bei 198 Impfstoffen gegen Covid 19 in Erprobung „gehen wir davon aus, es gibt eine Zeit nach all dem“.

„Gott sitzt in Lumpen, ohne Haare, in Trümmern, bockig, stur und eisern“, zeichnete Smith, „keine schillernde Orchidee, eher eine Distel im Garten, wo ihn keiner sieht“. So möge sich auch die Kirche verhalten, „bockig, stur und eisern, im Herzen Gottes Hoffnung“. Die ältesten Steine des Gotteshauses wurden um das Jahr 600 gesetzt, die Erweiterung entstand 1955, also vor 65 Jahren. Ein einziges Foto an einer Stellwand zeugt von den Arbeiten.

„Liebe St. Markus-Kirche, wir wünschen dir eine lebendige Gemeinde, in der sich Gläubige aller Generationen und Nationen wohlfühlen und willkommen fühlen“, wünschten Andrea, Kurt, Daniel und Sebastian in einem Brief, der aushängt. An anderen Tafeln lud der Pfarrgemeinderat bereits zu Aktivitäten im kommenden Jahr ein. Interessierte konnten sich eintragen für eine Feierabend-Fahrradtour, einen Grill- und Lagerfeuerabend, eine Weinprobe „mit Kuriositäten“, eine Besichtigung des Wasserturms oder einen Wald-Spaziergang mit allen Sinnen.

Zwischen Hochamt, das Schola und Frauen des Kirchenchors mitgestalteten, Familiengottesdienst und Abendmesse mit szenischer Lesung der Theatergruppe Frühbeet gab’s Mittagessen – aber allein zum Mitnehmen. Helfer reichten im Einbahnstraßen-System im Hof des Gemeindezentrums Kartons mit Flaschen Dornfelder- oder Riesling-Weins sowie 150 Portionen zweier Menüs.

Zur Wahl standen Rindergulasch mit Paprika, Zwiebeln, Kartoffelklößen und Krautsalat und ein veganes Kürbisgulasch in Kokossoße mit Klößen, dazu Pfirsich Joghurt.

Die traditionellen Meisterschaften an den Tischkickern waren bereits frühzeitig mit Hinweis auf das Virus abgesagt, auch auf jedwede verbliebene Geselligkeit bei Kaffee, Kuchen und Spielen verzichteten die Gastgeber schließlich.

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