Jennifer Ann Kusch unterstützt „Rettet Kinder – Rettet Leben“ mit über 1.500 Euro Aktion ist für die Medizinerin eine Herzensangelegenheit

Durch den Verkauf von altem Zahngold aus Prothesen, Kronen, Brücken und Implantaten kam die beachtliche Spendensumme von 1.556,07 Euro zusammen. Foto: m

Mühlheim (m) – Selten hat sich Rainer Kraft so auf den Zahnarzt-Termin gefreut. Das gilt auch für die Dentistin: Jennifer Ann Kusch brauchte weder Bohrer noch Handmeißel oder Mundspiegel – ein Stift und ein Karton reichten. Auf dem Format eines Schecks notierte sie die Zahl 1556,07. Die benennt in Euro die Summe, die der Vorsitzende für den Verein „Rettet Kinder – Rettet Leben“ entgegennahm.

Das Geld stammt aus dem Verkauf von Gold aus den Zähnen von Patienten, die es der Medizinerin überlassen. Sie verkauft das Edelmetall, wenn es einen günstigen Kurs erreicht hat, und übergibt den Erlös der Initiative, der sie selbst angehört. „Sonst bekommen wir 500 oder 600 Euro“, erklärt die Medizinerin. Doch diesmal legte die zahnmedizinische Angestellte Claudia Liesenkloß aus der „Zahnarztpraxis im Markwald“ Schmuck von ihrer Schwiegermutter dazu, den sie nicht mehr trägt. So kam der ungewöhnlich hohe Betrag zustande.

Ansonsten stammt das kostbare Material von Prothesen, Kronen, Brücken und Implantaten, „Teile, die im Gebiss von Patienten nicht mehr verwendet werden können“, erläutert die Chefin. Acht von zehn sagen, die Ärztin möge die kleinen Goldstücke behalten. Sie haben im vergangenen Jahr den Artikel über die Verwendung des Metalls in der Zeitung gelesen.

„Für den Einzelnen ist der Aufwand, das Zahngold in Geld zu tauschen, in Bezug zur Menge zu groß“, weiß der Vereinsvorsitzende. Andererseits seien viele Patienten stolz, wenn sie von der Hilfe hören, sagen sich, „da ist meine Krone mit drin!“. Für Jennifer Ann Kusch ist die Aktion eine Herzensangelegenheit. Und das liegt an ihrem dreijährigen Sohn Luke.

Er litt bei seiner Geburt an Asphyxie, Sauerstoffmangel, hatte sehr schlechte Werte, „Die Ärzte sagten, er wird körperlich oder geistig behindert sein“, berichtet die Mama. Eine körperliche Beeinträchtigung konnten die Kollegen jedoch bald ausschließen, die geistige erst nach zwei Jahren und vielen Kontrollen im sozialpädriatischem Zentrum in Frankfurt-Höchst. „Es ist sehr selten, dass keinerlei Schäden bleiben, Luke hat einen Schutzengel gehabt.“ So ein Engel möchte Jennifer Ann Kusch jetzt für andere Kinder sein. „In den physiotherapeutischen Gruppen haben wir mit Luke Kontakt zu vielen Eltern mit schwerstbehinderten Sprösslingen geknüpft“, erzählt die Zahnärztin. Nach der Eröffnung ihrer eigenen Praxis im vergangenen Jahr hat sie dann gleich Kontakt zum Verein „Rettet Kinder“ hergestellt, engagiert sich jetzt sogar im Kuratorium. „Es ist auch schön, wenn ein Gespräch mal nicht über Zähne geht!“, lächelt die Expertin.

30 bis 60 Euro gibt’s pro Krone Altgold. „Kundige Freunde schauen, wenn der Goldpreis oben steht“, danach leiten sie den Verkauf ein. Wobei der Palladiumanteil im Zahnersatz derzeit höher im Kurs stehe als Gold. Die Firma Haeraeus in Hanau überweise den errechneten Betrag zuverlässig, sagt die Initiatorin. „Heute verarbeite ich mehr Keramik, die Qualität ist gleich, das Material aber moderner, ästhetischer und günstiger.“ Bei ganz seltenen Indikationen müsse es jedoch nach wie vor Edelmetall sein.

Die junge Frau wirbt in ihrem Umfeld und beim Zahnärzte-Stammtisch für „Rettet Kinder“. „Sie sind alle auch Eltern, spenden aber an verschiedene Organisationen“, weiß sie. „Für mich ist das selbstverständlich, aber ich freue mich auch über eine Urkunde.“ Das Dankeschön vom Verein hängt nun in der Praxis und informiert mit Faltblättern über die Hilfe. „Zur Zeit tut’s richtig gut“, freut sich Vorsitzender Kraft über die Spende.

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