Zugpferd-Projekt rund um den Biber Das aktive Forschen und Experimentieren fördern

Der Gießkannen-Test zeigt, ob das Biber-Bauwerk richtig konzipiert wurde. Foto: m

Mühlheim (m) – Die Mohrrübe sieht tatsächlich aus wie ein Ast, der von Biberzähnen bearbeitet wurde. Die Kinder auf dem Gelände des Vereins Zugpferd im Wald zwischen Markwald und Lämmerspiel sollten es dem scheuen Tier gleichtun, die Möhre allein mit den Vorderzähnen rundum abnagen. „Sanduhr“ nennt sich das Resultat bei den Biologen, die den Gruppen am alten Forsthaus das Biber-Leben näher bringen.

Mit seinem neuen Angebot für Kinder im Elementar- und Primarbereich möchte der Verein vor allem die Freude am aktiven Forschen und Experimentieren fördern, erklärt Frank Sobanski. Der Zugpferd-Leiter und sein Team wollen mit diesem Projekt des Forschermobils die den Kindern innewohnende Neugier wecken und fördern, Selbstständigkeit, Vertrauen und soziales Verhalten vermitteln.

Die halbtägige Veranstaltung rund um den Biber steht Kindergartengruppen und Grundschulklassen offen. Bei dieser „Bibersafari“ beschäftigen sich die jungen Besucher altersgerecht und mit vielfältigen Methoden mit der Tierart, die vor einiger Zeit an die Rodau zurückgekehrt ist.

Das Konzept für die Safari wurde durch das Zugpferd-Team entwickelt und durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Dank der Stadtwerke Mühlheim steht es kostenlos zur Verfügung.

Joel Ortiz hat in seiner kubanischen Heimat Malerei studiert und Animationsfilme produziert. Die Erfahrungen daraus nutzt er jetzt beim Zugpferd, wo er einen mäanderndes Bachbett aus Styropor, Dichtschlämmen und wasserfester Farbe auf einer Unterlage gestaltete. Die Landschaft stattete er mit Erde, Blättern und kleinem Geäst aus, die er auf dem Gelände fand, und fasste sie mit Hölzern ein – ein Paradies für einen Biber. Dessen Arbeit übernahmen zum Auftakt des Projekt die Schüler der Klasse 4b der Lämmerspieler Brüder-Grimm-Schule. Versiert schichteten sie an dem Modell unter der schwarzen Jurte die kleinen Stöckchen an einer Engstelle des Mini-Bachbetts auf. Der Gießkannen-Test zeigte, ob das Gebilde als Biber-Behausung taugt: Wasser floss bis zum Damm und staute sich dort – Aufgabe gelöst. Stephanie Lehrian und das Team von Bio Frankfurt hatten noch weitere Mitmach-Stationen zur Erforschung des Biber-Lebens vorbereitet. So sollten die jungen Gäste die Kontur des Tieres mit einer Schnur legen. Dabei staunten die Mädchen und Jungen nicht schlecht, dass allein der Schwanz, die Kelle, rund ein Meter lang ist. Die Mitarbeiter in dem Netzwerk für Biodiversität luden auch ein, Formen von Vorder- und Hinterpfoten in Lehm zu drücken. So lernten die Schüler, die Spuren der Nager zu erkennen.

Mit fettgetränkten Löschpapier dokumentierten die Biologen, wie ein gut eingefettetes Fell Wasser abstößt. Sie hatten außerdem einen Biberschädel mitgebracht, an dem sie die markanten Zähne markiert hatten. „Er wird oft mit Nutrias oder der Bisamratte verwechselt“, mahnte Expertin Lehrian. Sie zeigte den Viertklässlern großformatige Fotos von der geschützten Art.

Auch Bürgermeister Daniel Tybussek wunderte sich über das samtweiche Fell, dass hätte er sich viel rauer vorgestellt. Er lobte das Projekt, die Zusammenarbeit zwischen Zugpferd und den freien Pädagogen. Die 4b spazierte noch zur nahen Rodau. Ein Exemplar des Staudamm-Konstrukteurs bekamen sie nicht zu Gesicht, Biber sind nicht nur sehr scheu, sondern auch vorwiegend in der Dämmerung aktiv.

Mit kleinen Feldstechern ausgestattet konnten die jungen Naturforscher jedoch Spuren entlang des Bachs ausmachen.

Zur Stärkung buken die Zugpferd-Mitarbeiter Pizza im Steinofen, nach Wünschen der Biber-Experten belegt. Gruppen können das Programm nach Anmeldung buchen unter Z  06108 708678 oder im Internet, zugpferd-ev.de.

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