Stadt kämpft mit mangelnder Sauberkeit / Öffentliche Toilette wieder in Betrieb Alles Müll in Mühlheim?

Mit dem Wechsel der Reinigungsfirma hofft die Stadt, für weniger Müll im Klo sorgen zu können. Bild: stadt mühlheim

Mühlheim – Ein verdreckter, verwüsteter Grillplatz, Unrat, der im Wald abgeladen wird, öffentliche Toiletten, bei deren Anblick es einem schlecht wird: Die Mühlenstadt scheint von einem Sauberkeitsproblem geplagt. In den sozialen Netzwerken tauchen regelmäßig Beiträge auf, in denen Nutzerinnen und Nutzer die teils unappetitlichen Zustände dokumentieren – die Empörung in den Kommentaren ist groß.

So auch im Falle der öffentlichen Toilette am Brückenmühlparkplatz. Dort ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Fällen von Vandalismus und teils starker Verunreinigung gekommen, wodurch das WC kaum mehr nutzbar war. Zuletzt musste es sogar für rund einen Monat geschlossen bleiben, als Grund führt die Stadt Probleme mit der zuständigen Reinigungsfirma an. „Die vereinbarten Leistungen wurden unzureichend und unzuverlässig erbracht, was bedeutete, dass etwa nicht pünktlich am Morgen aufgeschlossen und nur mangelnd gereinigt wurde“, heißt es. Inzwischen habe sich jedoch ein neues Unternehmen gefunden, und die Toilette konnte nach einer umfassenden Grundreinigung wieder in Betrieb genommen werden.

Wie lange dieser neue Zustand anhält, bleibt abzuwarten. Aufseiten der Stadt setzt man derweil auf „gegenseitige Rücksichtnahme“ und Vertrauen, in der Hoffnung, dass die Toilette so größtenteils von unappetitlichen Hinterlassenschaften und mutwilliger Zerstörung verschont bleibt. „Die Örtlichkeit wird durch den Dienstleister regelmäßig gereinigt sowie auf- und zugeschlossen. Aber auch das kann Vandalismus und Verunreinigung nicht unterbinden“, so der Hinweis aus dem Rathaus. „Denn die Stadt kann keine Kraft finanzieren, die wie in Restaurants oder Kaufhäusern nach jedem Gast einen Toilettencheck durchführt.“

Bürgermeister Alexander Krey (CDU) hofft, dass durch einen regelmäßigeren Reinigungsturnus weitere Verschmutzungswellen an der Toilette ausbleiben. „Es ist ein bekanntes Phänomen, dass überall dort, wo schon Müll liegt oder Dreck vorhanden ist, sich weiterer ansammelt“, erläutert er. „Aus diesem Grund war es uns wichtig, zu einem verlässlichen Partner zu wechseln und so zu signalisieren, dass wir an dem Thema dran sind.“

Die allgemeine Entwicklung verfolgt der Rathauschef dennoch mit Sorge. Ihm zufolge habe sich die Problematik in den letzten Jahren verschärft, rücksichtsloses Verhalten in der Gesellschaft deutlich zugenommen. „Es gibt leider immer wieder einige wenige, die sich nicht an die Regeln halten“, sagt Krey. „Wir merken es auch teilweise im Straßenbild, wenn die Leute beispielsweise ihrer Kehrpflicht nicht nachkommen oder Hundekotbeutel kreuz und quer verteilt liegen. Solche Fälle haben wir inzwischen öfter.“

Neben bekannten Stellen wie S-Bahnstation und Bahnhofstraße, wo es häufiger zu Beschwerden aufgrund mangelnder Sauberkeit kommt, beobachteten die Angestellten der Stadtreinigung auch immer häufiger Verschmutzungsfälle auf Spielplätzen. „Da haben uns in letzter Zeit viele Beschwerden aufgrund herumliegender Zigarettenstummel erreicht, die jedoch nicht selten von den Eltern dort zurückgelassen werden“, gibt Krey zu bedenken. Er weist darauf hin, dass es sich dabei nicht um ein für Mühlheim spezifisches Problem handele. „Inzwischen haben leider fast alle Kommunen im städtischen Milieu mit gewissen Dauerthemen zu kämpfen.“ Ein Allheilmittel, um gegen Verschmutzungen vorzugehen, gebe es nicht, oftmals müssten Gemeinden daher auf einen Mix aus mehreren, kleinteiligen Maßnahmen zurückgreifen. „Wenn uns entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung erreichen, kümmern wir uns natürlich schnellstmöglich darum und an Orten, an denen es häufig zu Müllablagerungen kommt, haben wir zum Beispiel auch schon zusätzliche Möglichkeiten zur Entsorgung aufgestellt“, berichtet der Bürgermeister.

Große Hoffnungen setzt der Rathauschef derweil auch in die Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Insbesondere an Schulen und Kindergärten habe man in der Vergangenheit bereits einige Projekte umsetzen können. „Es ist wichtig, möglichst früh mit der Sensibilisierung zu beginnen und ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen“, sagt Krey. „Denn wenn in den Köpfen der Menschen kein Umdenken stattfindet, wird sich nichts ändern.“

Von Jan Lucas Frenger

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