Auftritt in der Friedenskirche Black Gospel Angles: Mit Gott, gegen Trump und immer mit Hingabe

Die Black Gospel Angels gaben ihrem Glauben eine Stimme und sorgten in der vollen Friedenskirche für Begeisterung. Fotos: m

Mühlheim (m) – Einer von den ganz großen Engeln landete kürzlich in der evangelischen Friedenskirche. Lady Rose Watson’s mit ihren Black Gospel Angels gab das 25. von 38 Konzerten innerhalb von 44 Tagen in Mühlheim. Das hat einen guten Grund: Das Ensemble gastierte bereits in den beiden Vorjahren an der Mozartstraße, und jedes Mal zählt Pfarrer Ralf Grombacher mehr Besucher.

Außer an zu den Weihnachts-Gottesdiensten ist die Friedenskirche selten so gut besucht wie bei dem Gastspiel der handverlesenen Talente aus den USA. Dabei ließ es sich das Ensemble um die prominente Ikone aus Richmond, Virginia, nicht anmerken, dass sie bereits zwei Dutzend Auftritte bestritten hat. Im Gegenteil: Aus jedem Lied sprühten Freude und Überzeugung für ihren christlichen Glauben.

Scheinbar mühelos gelingt es den zwei Sängern und zwei Sängerinnen um Lady Rose, ihr Publikum mitzureißen. Viele Freunde des amerikanischen geistlichen Lieds sangen die bekannten Melodien mit, würdigten die Leistungen der Akteure immer wieder mit stehenden Ovationen. Das gilt in besonderer Weise für eine Autorität in der Gospel-Szene, Queen Yahna.

Die Tochter eines Bischofs in Philadelphia wuchs praktisch in der Kirche auf. Die charismatische und virtuose Künstlerin stand am Broadway und mit Hollywood-Größen auf der Bühne, in Philharmonie und Friedrichstadtpalast in Berlin, ihrer aktuellen Heimat. In der Mühlenstadt stimmte sie die biblischen Klassiker an, „Walk In Jerusalem“ und „Whole World In His Hand“. Die „Queen“ bereicherte die Hits um ihre kraftvoll-schöne Stimme.

Den zweiten Teil eröffnete sie solistisch, bis sich Rose zu einem harmonischen Duett zu „Kumbaya, My Lord“ dazugesellte. Die Leiterin hält stets die Fäden in der Hand, führt dezent mit wenigen Worten durch das Programm. Allein zur Eröffnung trat sie mit aufgespannten, glänzenden Schwingen vor den Altar, was zu den ersten Titeln passte, „Angels Watching Over Me“ und „God’s Angel“.

Mehr Effekte lehnte sie ab, „ich möchte meinen Glauben weitergeben, keine Show machen“, stellte sie klar. Das gilt auch für die handverlesenen Sänger und Musiker. Sie zelebrierten jeden Titel voller Leidenschaft, aus tiefster religiöser Überzeugung und steckten die Menschen in den Kirchenbänken mit ihrer Begeisterung an. Rose improvisiert mit „Joy“, verteilt die „Freude“ auf Tenöre, Bässe Alt und Sopran, die sich in der Menge zu erkennen geben.

Die A-cappella-Werke dokumentierten Anspruch und Talent der Akteure, mit einem Medley „Church In The USA“, „Kirche in den USA“, interpretierten die „Angels“ jüngere Lieder, die in der vielfältigen Glaubenskultur in Amerika entstanden. Zu ihrem Präsidenten hegt die Gruppe eine klare Haltung: „Kein Morden, kein Streiten, kein Trump mehr“, lautet einer der raren Kommentare der Bandleaderin. Stolz verweist das Programmheft auf eine Ehrung durch Ex-Präsident Barrak Obama und der First Lady,

Lady Rose Watson ist Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin, komponiert, textet, arrangiert und hat mit Gospel die ganze Welt bereist. Doch, woher nehmen die Ehefrau eines Baptisten-Bischofs und ihr Team die Energie, jeden Tag das Hotel zu wechseln und auf einer anderen Bühne zu stehen? „Gott“, antwortet sie sofort, blickt ihrem Gegenüber tief in die Augen, fügt „die Liebe des Publikums“ hinzu. „So schlägt unser Herz, das ist unser Leben.“ Partys und Feten stehen nicht auf dem Plan, dafür beten die Sänger und Instrumentaltisten auf ihrer Tour auch für Kranke und die verstorbene Mutter eines Konzertbesuchers.

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