LCV sorgt für Stimmung vom Feinsten

Bunte Fastnachtsshow in Lämmerspiel

Die Formation Showtime begeisterte bei der LCV-Sitzung mit bekannten Songs und Gassenhauern das Publikum. Foto: Prochnow

Mühlheim (m) – „Isch bin schee, isch bin scharmant, isch bin euer Mann vom Amt!“ Es war nicht sein Status als Beamter, der ihn aufhielt. Der Schorsch befand sich schlicht auf der falschen Seite des Mains, und „ohne Fähr‘ dauert‘s länger“. Georg Fischer, seines Zeichens Vorsitzender der Lämmerspieler Ortsvereine (LOV), eröffnete diesmal die Fastnachtssitzung des Carneval-Vereins (LCV) mit dem Protokoll 2017.

Bei den Brandschützern war die „Stimmung versaut, des Feuerwehrhaus net ausgebaut“. Der Bürgermeister „kriegt‘s Fass auf der Kerb net aagestoche‘“ und bekam darum ein „Anstich-Übungsset“. Auch sonst war das vergangene Jahr „sportlich mau“, es gab weder EM noch WM „un’ aach kaa Olympia“. Sportfunktionäre kamen da auf seltsame Gedanken, ließen eine Schlagersängerin in der Halbzeit eines Fußball-Schlagers auftreten. Schorsch riet, auf den Sport zu schauen, nicht auf den Kommerz. Auch SPD-Schulz „verdirbt die Laune, braucht über Wahlergebnisse nicht mehr staune‘“. Noch mehr schlechte Nachrichten: Der nächste Jubiläums-Reformationstag in 500 Jahren fällt auf einen Sonntag.

Sitzungspräsident Alex Franz entdeckt unter vielen Ehrengästen das Gründungsmitglied und den Ehrenvorsitzender des LCV, Günter Schmitt, der alle sechsmal elf Jahre miterlebt und auch den aktuellen Orden gestaltet hat. Bei den Fastnachtern steht aber auch der Nachwuchs ganz hoch im Kurs. „Holt die Kinner nei, de’ Martin hat de‘ Führerschein“ - aber nur auf Probe! Noch ein ganzes Jahr muss Martin Pohl schwitze’, am Steuer neben Mama oder Babba sitze‘! Und immer in den Spiegel schauen! „Mei‘ Frisur, die sitzt!“, stellt der Neuling dabei fest. Gehupt wird freilich, „wenn man e schee Mädsche sieht!“ Energisch, lautstark und mit passenden Betonungen und Gesten ist der Teenager in der Bütt’ zu Hause.

Sandronella im sportlichen Outfit

Man sollte eben seinen Talenten folgen und „nix mache‘, nur weil‘s jeder mitmescht!“ Diese Lehre zieht LCV-Vorsitzende Sandra Frey als Sandronella. Im sportlichen Outfit kommt sie soeben vom Nordic Walking, aber „so aafach wie des aussieht is des net, vier Baa muss ma’ gut sortieren“. Ihr Vortrag lebt durchs Vormachen, „Verrenkungen nach Vorschrift“, und durch große Gesten und Augen. Der große Bauch kommt beim „idealen Gatten“ Holger Maue im Bademantel hinzu. Die Gattin steht seit drei Stunden im Bad, ist nur am Meckern, er dagegen „in fünf Minute‘ feddisch“: Er lässt sich Socken und Schuhe bringen und eincremen ...

Claudia Fiala erzählt von einer Reise nach Hongkong. Am Flughafen piepen die Korsett-Stäbcher aus Stahl, da hat‘s gepiepst, auch das Einsteigen in die engen Sitze scheint riskant: „Ich will doch beim Aussteigen nicht mit einem Jumbo am Po rumlaufe’“. Damit war das erste Uiuiui fällig. „Waren Sie schon mal überm Himalaja in einem Jumbo in einer Toilette?“ Die Passagierin hat dabei die Unnerhos‘ verloren, daraufhin wird ein „unbekanntes Flugobjekt gemeldet …. Die Reisende malt mit Worten Bilder und öffnet so Raum für Fantasie und hebt die Stimmung.

Garden und Männerballett

Bilder bieten auch die „wahren Superhelden“ - die Garde-Küken im Batman-Umhang. Die stattliche Mini-Garde tanzt in glitzernden blau-weißen Uniformen, die Midi-Garde eröffnet den zweiten Teil mit einer harmonischen Choreografie. Das Männerballett führt mit Skelett-Kostüm, Halbmaske und Zylinder zu den Rhythmen von „Omen“ und Michael Jacksons Lache in eine Geisterbahn. Prinz Daniel bewährt sich als Schlagersternchen, in den Augen von Vize-Präsident Joe Becker ist das „pure Erotik und Leidenschaft“.

Tanz ist die Welt von Prinzessin Nina. Die Schautanzgruppe verarbeitet ein flottes und stimmungsvolles Katy-Perry-Medley - eine Gaudi, als die Konfetti-Kanonen ihre Ladung nicht freigeben. Ein Feuerwerk der guten Laune verbreiten stets die Muntermacher mit Evergreens und aktuellen Hits. „Dilämma“ tanzt und singt im Flug LCV66 „Despacito“ und Dschingis Khan, „Ranjid“ lernt mit Äppelwoi hessisch. Die Ladykracher-Marionetten vereinen die „Popcorn“-Melodie mit „What A Feeling“ unter blauen Frisuren, hinter grünen Schürzen und mit Kussmündern. Das alles wirkt, weil die Jungs von Ton und Technik professionell arbeiten. Das gilt auch für die magischen Worte, „it‘s Showtime“. Sie kündigen die Formation an, die den Rock liebt. „Footloose“, Hip-Hop, Ed Sheeran, Amy Winehouse und viele Gassenhauer lassen den Saal beben.

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