Graduierung von 76 Absolventen des Jahrgangs P-2/16 am Bepo-Kreisel „Sie werden draußen sehnsüchtig erwartet!“

76 Absolventen erhielten letzte Woche ihre Ernennungsurkunden als Polizeikommissare mit der Beauftragung für ihre Dienststelle. Foto: m

Mühlheim (m) – Hans Knapp, der stellvertretende Inspekteur der Hessischen Polizei, unterstrich in der Willy-Brandt-Halle die Bedeutung der jungen Kollegen. 76 Absolventen des Jahrgangs P-2/16 wurden an der Hochschule für Verwaltung am Bepo-Kreisel graduiert und erhielten jetzt ihre Ernennungsurkunden als Polizeikommissare mit der Beauftragung für ihre Dienststelle.

„Sie haben gerade nach den schweren Terroranschlägen gesagt, ich trete für mein Land ein. Das ist aller Hochachtung wert“, lobte Knapp. „Die Anforderungen an die Polizei wachsen weiter, rund 100 Polizeibeamte arbeiten allein am Fall Lübcke unter hohen, auch öffentlichem Druck, sehr professionell“, sagte der Festredner. Die Fortschritte der Beamten werden von der Justiz bestätigt, „manchmal auch von der Politik“, ließ Knapp Kritik anklingen.

Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten ändere die Sichtweise auf rechtsextremistische Täter, „mit ihnen muss man in Zukunft anders umgehen“. Mehrere tausend Hassmeldungen im Internet führten zur nächsten Arbeitsgruppe, ihre Ermittlungen werden demnächst zu zahlreichen Strafanzeigen führen.

Viele Überstunden haben den Beamten auch der Mord an der Schülerin Susanna F. und die Vorfälle bei der Silvesterfeier in Köln beschert. „Nach den Angriffen auf Frauen auf der Domplatte hat sich die Einstellung in der Bevölkerung verändert.“ Die Polizei habe daraufhin Konzepte aufgelegt, damit sie Personen, die Straftaten begehen könnten, frühzeitig benamen können. „Das alles kostet Personal, aber bringt mehr Erfolg“, argumentierte Knapp.

Jedes neue Vorgehen müsse fachlich erarbeitet und politisch gewollt werden. „Die hessische Polizei leistet zu 99 Prozent herausragende Arbeit“, doch jede Schlagzeile über Verfehlungen von Mitarbeitern „tut weh“. Die Vorwürfe rechtsextremistischer Einstellung bei Polizisten müssen umgehend und vollumfänglich aufgeklärt werden, 60 Beamte seien dafür eingesetzt, betonte der Gast.

Die Fortbildung habe sich vervielfacht, es werde massiv in Technik investiert, vor allem in Personal. Und die Einstellungsoffensive lag besonders auf den Schultern des Standorts Mühlheim. Die jungen Beamten sollen eine berufliche Perspektive sehen, „denn wir wollen sie als Kollegen behalten“. 220 werden pro Jahr vereidigt, damit wachse die Polizei um fünf Prozent. Im Spitzendienst wurden die Stellen verdoppelt, es gebe jetzt deutlich bessere Aufstiegschancen. Die Aufstockung sei jedoch in den Dienststellen oft noch nicht angekommen.

„Es kommt darauf an, was man draus macht“, um seine Ziele, Wünsche und Fähigkeiten zur Berufszufriedenheit umzusetzen. „Sie sind die Zukunft der hessischen Polizei“. Mit Matthias Mai, Abteilungsleiter an der Hochschule, überreichte Knapp Urkunden und Schulterabzeichen. Die Jahrgangsbesten sind Nadja Krapp, Naida Fazlagic, Meike Christiane Meier, die mit ihrer Abschlussnote hessenweit auf Rang Drei steht, und Stefanie Krentorz. Die Ernannten erinnerten mit Filmszenen an ihre Ausbildung, vom Praktikum über die Vereidigung auf dem Hessentag 2017 in Rüsselsheim bis zur ersten Verhaftung und dem „Gefühl, echte Verantwortung zu übernehmen“, dankten sie ihren Dozenten und Ausbildern.

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