Mühlheimer Jungunternehmer setzt auf strenge ökologische und soziale Standards Aus Eukalyptus wird Bettwäsche hergestellt

Über einen guten Start ihres Unternehmens freuen sich Jan Kaye (rechts) und sein Kompagnon Johannes Gassner. Foto: man

Mühlheim (man) – Die Firma „OOMAY Home“ verspricht ihren Kunden, auf der Grundlage strenger ökologischer und sozialer Standards zu wirtschaften. Ein junger Mühlheimer gehört zu den beiden Gründen des Unternehmens, das im Internet aus Eukalyptus hergestellte hochwertige Bettwäsche vertreibt. Ein Jahr bereiteten sich Jan Kaye und sein Kompagnon vor, besuchten Messen, besichtigen Zulieferfirmen in Österreich und Portugal. Vor Kurzem ging es an den Start.

Vor zehn Jahren verließ Jan Kaye das Friedrich-Ebert-Gymnasium mit dem Abitur. Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann studierte der frühere Mannschaftsführer des TC Dietesheim Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt, Atlanta und Kopenhagen. An der Universität in der dänischen Hauptstadt freundete sich Jan Kaye mit seinen Kommilitonen Johannes Gassner an. Die beide starteten am Dienstag mit „OOMAY Home“ im Netz. Manche Alltagsgegenstände sind so selbstverständlich, dass die meisten sie kaum registrieren. Das Gros der Männer hätte alleine schon bei der Frage Probleme, welche Farbe ihre aktuelle Bettwäsche hat, geschweige denn, aus welchem Material sie besteht. Vor einem Jahr ging es Jan Kaye noch ähnlich, bis sich der 29-Jährige nach einer lausig geschlafenen Nacht mit Johannes Gassner zum Kaffee traf. Über Jans Entrée „ich bin total müde“, entwickelte sich ein Gespräch, bei dem die beiden vom Hölzchen aufs Stöckchen kamen und resümierten, „ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett“. Für Rost und Matratzen interessieren sich zumindest die Generationen, die so langsam den Rücken spüren. Das Material der Bezüge spielt hingegen keine gewichtige Rolle.

Kaye erzählt, wie die beiden in den nächsten Tagen in Kopenhagen durch Geschäfte liefen, sich Bettzeug nicht nur anschauten, sondern auch kauften. Später stand ein Besuch der Frankfurter Heimtextilmesse auf dem Programm. Zu dem Zeitpunkt ging es längst nicht mehr nur darum, selbst kuschelig in den Federn zu liegen, „wir planten die Selbstständigkeit“.

Schon am Anfang rückte ein Material in den Fokus, bei dessen Namen die meisten an Bonbons oder Koalabären denken. „Für uns ist Eukalyptus der Stoff des 21. Jahrhunderts“, konstatiert der Gründer. Jan Kaye spricht erst nur von den Eigenschaften von Bettwäsche aus Eukalyptus-Fasern, die Feuchtigkeit zu fünfzig Prozent besser aufnähmen als Baumwolle. Außerdem sei der Stoff besonders atmungsaktiv und ideal für Allergiker, „Hausstaubmilben setzen nicht an“. Besonders im Sommer sei von Vorteil, dass die Eukalyptus-Faser die Temperatur besser reguliere als Baumwolle. Außerdem liege es sich in dem Stoff besonders angenehm, „wie in einem frisch bezogenen Bett“. Kaye redet Eukalyptus auch in Sachen Umwelt das Wort, „gegenüber Baumwolle braucht es fast 11.000 Liter weniger Wasser, um ein komplettes Set zu produzieren“. Den Rohstoff lasse man sich nicht aus Australien oder Indonesien liefern. Die genügsam schnell wachsenden Bäume stammen aus Südeuropa. Die mit Umweltpreisen prämierte Firma Lenzig aus Oberösterreich produziert die Fasern. Eine Manufaktur in Portugal fertigt schließlich die Bettwäsche, „ein kleines Familienunternehmen, das wir uns ebenfalls vor Ort angesehen haben“. OOMAY Home habe den Anspruch, umweltfreundlich, zu fairen Preisen und Löhnen ausschließlich in Europa zu produzieren, „weit weg von Kinderarbeit“. Die Kosten für Zwischenhändler blieben dem Kunden ebenso erspart wie der Aufschlag für ein vermeintliches Luxuslabel, „wer bei uns kauft, zahlt für nichts, was ihm nichts bringt“. Was angenehm auffällt, den Kompagnons fehlt jede Form von schnöseligem Jungunternehmer-Habitus. Das Finanzierungskonzept läuft wie folgt: Wer bis zum 28. Juli bestellt, darf sich über Rabatt freuen.

Die Lieferung folgt dann zwischen Mitte und Ende August, „auf die Art kommen wir an Kapital“. Das Ziel von 30.000 Euro erreichte die Firma bereits binnen kurzer Zeit. Die Brauerei Krombacher gab als Teil ihrer Umweltkampagne 25 Prozent zur Kapitalstockbildung dazu.

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