Gala-Prunk-Sitzung des Lämmerspieler Carneval-Vereins Ein Feuerwerk der guten Laune

Mächtig Stimmung machten die verschiedenen Tanzgruppen auf der Bühne in der TSV-Halle. Foto: m

Lämmerspiel (m) – Gleich mehrere Formationen des Lämmerspieler Carneval-Vereins (LCV) reißen ihr Publikum mit Gassenhauern von den Stühlen und gewinnen sie dazu, lautstark mitzusingen. An zwei Wochenenden herrschte bei der 68. Gala-Prunk-Sitzung in der TSV-Halle Stimmung pur.

Nirgendwo sonst steht das Prinzenpaar in solch luftigen Höhen wie am Offenbacher Weg. Sitzungspräsident Alex Franz ließ Tänzerin Stefanie II. und ihren Prinz, den Dietesheimer Christian I., hochleben. Auch Tollitäten anderer Fastnachtsvereine huldigten den Regenten. Sie alle bezogen Aufstellung mit den Garden des LCV.

Den süßen Auftakt lieferten die gelben „Küken“ im Pippi-Langstrumpf-Kleid. Die Mini-Garde begeisterte später mit „It‘s My Life“ mit starken Hebefiguren. Und die Midi-Garde versuchte sich erstmals an einem Schautanz, marschierte als Bodentruppe in Bundeswehr-Farben ein: „Das Beste, was die Army zu bieten hat“, schwärmte Präsident Franz. „Das Tanzen hat sich enorm verändert“, bestätigte „Dilämma“ mit seiner „Evolution of Dance“. Sie erinnerten an die Zeiten im „Rendezvous“ an der Fähre und ans „Luxor“ am Bepo-Kreisel, denn beim „Poste-Klaus“ in Lämmerspiel konnte man „nur saufe’“. „Footlose“ und der Elternschreck der 90er erklangen, Tic Tac Toe, dazu übten sich die 13 jung gebliebene Damen noch ein bisschen in Hip Hop. Die Schautanzgruppe des LCV entführte das Publikum mit häufigem Kostümwechsel durch New York, wo Charleston, Country und Pop angesagt waren. „Was waren die 90er so schön“, hieß es, und „Männer, haltet eure Frauen fest“, denn das Männerballett stampfte in roten Anzügen mit kurzen Hosen und Hut im Backstreet-Boys-Rhythmus. Mitglied und Präsident Franz zollte den Trainern der Tanzgruppen viel Lob: „Sie sind Sportler, Animateure, Psychologen“. Auch die „Muntermacher“ verkörpern die neue Fastnacht, brachten Schwung mit neun Stimmen und den Schlagern zum Mit-Schmettern. Zum Finale ging’s ähnlich weiter mit der „Apres-Ski-Party“ der „Ladykracher“ im „Madl-Bau im Stadl“, mit Ballermann und Hüttenstimmung. Die übernahm „Showtime“, die im Herbst ihren 20. Geburtstag feierten für den nahtlosen Übergang in die Partyzone. „Als Hex’ e mords Erscheinung, das Fahrgestell sensationell, Lämmerspieler Fieß und dicke‘ Arsch, Pubertät nur retour, hormoneller Hitzeschwall ...“ Holger Maue landete per Besenritt in der Bütt. „Mit Männern ham wir nix am Hut“, klärte die Magierin auf, „Hexerei und Spiritismus sind nah verwand mit Feminismus“, präsentierte die „Lämmerspieler Hexe“ ihren „besten Freund, ganzen Stolz, handgeschnitzt aus Nussbaumholz, mit Schiebedach und ABS – den 80 Jahre alten Besen Willibald“. Aus dem brodelnden „Schnellkochtopf“ zauberte sie ein Trump-Gesicht: Trotz bester Zutaten gebe es halt nicht „den“ besten Redner, „Fastnacht ist Gaukelei“.

Als „Mann vom Amt“ hielt Georg „Schorsch“ Fischer das Protokoll. In Sachen Fähre riet er, „gebt Acht, dass der Fährmann auch einen Führerschein hat“. Er verurteilte den heißen „Kessel von Khatar“, wo die Fußball-WM laufen soll, Gewalt gegen Schiris und die vielen Baustellen der Behörde „Hessen mobil“. Lämmerspiel fordere einen eigenen S-Bahn-Anschluss, als Zugabe einen Tiefbahnhof.

Der Chronist erinnerte an den Abgang Englands „mit Saus und Braus aus der EU raus“, die gemeinsamen Servicestellen von Volksbank und Sparkasse, in denen die Geldautomaten kaputt oder leer seien. In Berlin versaute die Maut die Stimmung, Scheuer müsse milliardenschweren Schadenersatz zahlen, „während der Durchschnittsrentner nicht weiß, wie er leben soll. Macht endlich mal eure Arbeit richtig“, wetterte Schorsch. Und klagte über E-Scootern, von der Leyen und ihre Beraterstäbe. „Ich bin schee, ich bin galant, ich bin euer Mann vom Amt.“

Über ihre Männer erzählten die „Frauen von Stammtisch-Brüdern“, Nancy und Gabi alias Bea Kordik-Müller und Angelika Schmidt. Sie sorgten sich, wo die Gatten ihr Anglerlatein loswerden, wenn die letzte Kneipe dicht gemacht hat. Mit Berliner Akzent verriet Nancy auch, wie sie ihr Intimspray vorm Frauenarzt-Termin mit dem Glitzerspray verwechselt hat.

Im zweiten Teil standen allein Oskar Urummbel und Isidor Dollbohrer in der Bütt. Mit einem sicheren Auftritt ist Nachwuchs-Sitzungspräsident Martin Pohl endgültig bei den „Großen“ angekommen. Mit Thomas Rau tauschte er Geschichten von Frauen und Männern aus und improvisierte sicher, wenn’s mal nicht nach Plan lief.

Beide landeten bald leicht unter der Gürtellinie, verkauften ihre Gags aber gut. Wie den mit der Schildkröte, die im Kino aus Oskars Hose heraus die Chips der Nachbarin futterte. Erster Stadtrat Dr. Alexander Krey erhielt eine LCV-Kappe, Bürgermeister Daniel Tybussek verlieh den Schlüsselorden an Elferrat Andreas Jagic, der „einfach da“ sei.

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