Wie Lämmerspiel für viele Vertriebene und Flüchtlinge zur Heimat wurde Vom Fremden zum Lämmerspieler

Das Bild zeigt eines der für die Vertriebenen in kurzer Zeit fertiggestellten Fertighäuser in der heutigen Bürgermeister-Beheim-Straße. Foto: p

Mühlheim (red) – Die Heimat verloren, an vielen Stationen unterwegs unwillkommen, in Lämmerspiel eine neue Heimat aufgebaut.

Das ist der Tenor vieler Berichte von heutigen Lämmerspieler Bürgern, die nach dem zweiten Weltkrieg zwischen 1945 und 1955 als Vertriebene und Flüchtlinge nach Lämmerspiel kamen. Zu diesem Ergebnis kommt die Geschichtsgruppe Lämmerspiel in einer seit über zwei Jahre dauernden Untersuchung, in der die 16 Mitglieder zählende Gruppe in vielen Recherchen Bürger befragten, ihre teilweise persönlichen Berichte erfasste und in einem Gesamtwerk unter den Rubriken Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler und Übersiedler zusammenstellte. Neben den schrecklichen Erlebnissen der Flucht wurden die Ursachen des Weggangs, als auch die Ankunft hier in Lämmerspiel und die ersten Unterbringungsarten beleuchtet. Es war bis heute ein Kraftakt, der die ganze Geschichtsgruppe mehrere Monate, ja Jahre begleitend zu anderen Aktivitäten beschäftigte. Zuerst wurden Namenslisten erstellt und dann diese Personen befragt, Bilder, schriftliche Erzählungen und Dokumente verschiedener Art entgegengenommen. Die wurden dann wiederum kopiert, eingescannt und somit für die Nachwelt aufgearbeitet. Natürlich immer unter der Voraussetzung der Zustimmung und den gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes. Somit entstand eine lange Auflistung mit Namen der Familien und Personen, die in dieser Zeit nach Lämmerspiel gekommen sind. Die Liste gibt Auskunft, woher die Menschen kamen und wo ihre erste Bleibe war. Erlebnisberichte über die Vertreibungen und Übersiedlungen und wie es ihnen in dem kleinen Ort ergangen ist. Bei den vielen Gesprächen mit den Menschen, mit und über und deren Schicksal, wurde offensichtlich, dass es natürlich bei all der Eingewöhnung und Problemen dieser Zeit, mit all den alltäglichen Problemen für die meisten eine neue Heimat werden konnte und das ist besonders erwähnenswert, das örtlichen Leben von deren Vielfalt auch in der Vereinswelt bereichert wurde. Andererseits wurde auch klar, die hohe Zahl der Angekommenen im Hinblick auf die damalige Einwohnerzahl war erheblich, sodass die Bewältigung der anfallenden Probleme auf beiden Seiten eine bewundernswerte Gemeinschaftsleistung darstellt.

Die Geschichtsgruppe der Lämmerspieler Ortsvereine trifft sich regelmäßig einmal im Monat im LOV-Raum im Feuerwehrhaus in der Obertshäuser Straße. Außer dem beschrieben Projekt wird derzeit noch an der Vervollständigung des bereits vorhanden Lämmerspieler Wörterbuches, der Auflistung des in Lämmerspiel bis zur Eingemeindung vorhandenen Gewerbes gearbeitet. Bedingt durch die derzeitige Coronavirus-Pandemie ist auch die Geschichtsgruppe gezwungen neue Wege zu gehen und soweit wie möglich die Arbeit noch mehr digital zu betreiben.

Wer noch über weiteres, nicht abgerufenes Informationsmaterial, insbesondere Bilder aus dieser Zeit verfügt, kann das Material der Geschichtsgruppe zum Digitalisieren zur Verfügung stellen. Weitere Informationen bei Alfons Ott, Günter Schmitt oder Horst Baier oder per Mail geschichtsgruppe.lov[at]gmail[dot]com oder ho.baier[at]gmail[dot]com.

Noch keine Bewertungen vorhanden
Anzeige

Neueste Kommentare

Den SFF-Dauer-Ewweletsch „Mille“ in die Knie …
3 Wochen 5 Tage
Projekt Oase kümmert sich um Wasservögel
3 Wochen 5 Tage
Coronavirus legt das öffentliche Leben lahm
11 Wochen 6 Tage