Luca Pfeiffer verwirklicht sich seinen Traum vom eigenen Tattoostudio Das geht unter die Haut

Tinte für die Tattoos und Galerie für die Kunst, so erläutert der 23-jährige Luca Pfeiffer seinen Namen „Tintengalerie“. Foto: nj

Mühlheim (nj) – Luca Pfeiffer wird sich im Juli seinen Traum von einem eigenen Tattoostudio erfüllen. Das neue Studio auf der Bahnhofstraße wird aber nicht nur eine reine Lokalität für die Körperkunst unter der Haut, sondern auch eine Plattform für regionale Künstler aus dem Umkreis für Malerei und plastische Kunst sein. Der Name „Tintengalerie“ erklärt sich dann von selbst.

„Tinte für die Tattoos und Galerie für die Kunst“, so erläutert der 23-jährige Luca Pfeiffer seinen Namen für das neue Geschäft. Sein Hobby war schon immer das Zeichnen und die Liebe zur Körperkunst durch die Nadel. Sein erstes Tattoo bekam Pfeiffer direkt an seinem 18. Geburtstag. Doch selbst stechen war anfangs für ihn keine Alternative „Die Szene ist sehr unzugänglich“, erläutert er. Der gelernte IT-Systemkaufmann, absolvierte erst eine Ausbildung in einem Büroberuf, um dann zu merken, dass ihm die kreative und handwerkliche Ader in seiner beruflichen Laufbahn fehlt. „Ich schätze in jungen Jahre eher die Kreativität, mehr handwerkliches und weniger Schreibtisch“, erklärt er weiter. Denn schon in der Ausbildung hat der 23-Jährige sich die erste eigene Maschine gekauft. Über zwei Tattoo-Artists hat er sich Erfahrung angeeignet und was er selbst betont, ist, dass das Internet riesige Lernmöglichkeiten bietet. Die ersten Versuche starten Tätowierer in der Regel an sich selbst. Auch Pfeiffer übte zuerst auf seinem Oberschenkel, aber auch auf Orangenhäuten und extra für den Lernprozess geeignete Silikonhäute, die ersten Freunde haben aber auch hergehalten. Sie bekamen Dinos, Weinreben und andere Wünsche unter die Haut gestochen. Seitdem hat Pfeiffer in seiner Wohnung ein eigenes Atelier zum Stechen und gestalten der Tattoos. Seit einem halben Jahr ist er jedoch auf der Suche nach einem eigenen Laden, um sich zu vergrößern und auf die nächste professionelle Stufe zu kommen. „Es war ein Glücksgriff“, erklärt der Künstler. Beim Gassigehen mit seinem Hund ist er zufällig eine andere Abzweigung gegangen und hat in der Bahnhofstraße das Schild des leer stehenden Ladens gesehen. Ein direkter Anruf und die Besichtigung am nächsten Tag brachte Gewissheit ins Dunkle und er pachtetet den Laden. Die Galerie und das Studio werden gerade eingerichtet und Pfeiffer hofft, dass er in rund zwei Wochen seine neue Eröffnung feiern kann. Dann soll im Eingangsbereich und im Besprechungszimmer Raum für lokale Künstler sein. „Mir ist wichtig, dass es möglich wird, lokale Kunst ausstellen zu können und dass Künstler viele Werke ohne Museum präsentiert können“, beschreibt der Tätowierer.

Luca Pfeiffer zeichnet alle seine Werke selbst. Jeder kann ihm eine Idee geben und er übersetzt sie in seinen Stil. Doch auch die Körperform und weitere Aspekte des Menschen müssen dabei in den Designprozess einfließen. Auf einem Tablet zeichnet der Künstler seine Werke vor. Ist der Kunde dann mit dem Motiv zufrieden, wird das Design auf ein Übertragungspapier gedruckt, welches dann als Vorlage auf die Haut kommt. Inzwischen besitzt der 23-jährige drei Tattoo-Maschinen, wovon zwei in Benutzung sind. „Von der allerersten Maschine will ich mich nicht trennen“, fügt er dabei hinzu. Am liebsten bringt er sehr filigrane und realistische Motive unter die Haut. Der sogenannte Mikrorealismus oder „Fineline“, hat es im besonders angetan. Traditionelle Tattoos bestehen oft aus dicken Außenlinien, die sogenannten Outlines und im Motiv dann Schattierungen. „Ich will die Natur besonders real darstellen, aber alle Styles sind willkommen“. In der Anfangsphase des Ladens schaut Pfeiffer erst mal, wie sich der Markt entwickelt.

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