Beim Zukunftstag erfahren Ebert-Gymnasiasten einiges über Steuern und Co. Grundwissen fürs Leben

Welche Kosten die Krankenkasse in der Regel übernimmt, lernen Schüler beim Zukunftstag. Damit befasst sich der Workshop zum Thema Krankenversicherung. Bild: golebiewska

Mühlheim – „Wer von euch weiß, was eine Unfallversicherung ist?“ Jasmin Disselberger, Krankenkassen-Epertin der „IKK Classic“, stellt diese Frage Zwölftklässlern am Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG). Ein, zwei, drei Hände schnellen in die Luft. 70 Schüler der Abschlussklassen erfahren beim Zukunftstag Wissenswertes über Versicherungen, Steuern, Finanzen und Wohnangelegenheiten. Experten erläutern den in jeweils vier Gruppen aufgeteilten Schülern all das, was im regulären Unterricht oftmals zu kurz kommt.

Veranstaltet werden die vier Workshops von der bundesweiten Initiative Zukunftstag. Initiatoren und lokale Experten aus den vier Themenfeldern gehen in Schulen und nehmen junge Menschen an die Hand, vermitteln ihnen Alltagswissen. Das Ziel: „Allen Schülern aus unterschiedlichen Hintergründen und Herkünften Zugang bieten“, sagt die Initiatorin und Koordinatorin des Zukunftstages, Kora Kuhler. Sie möchte möglichst Chancengleichheit schaffen. Schließlich gebe es auch Schüler mit Migrationshintergrund, deren Eltern sich mit der deutschen Bürokratie nicht auskennen. An sie müsse man auch denken, betont Kuhler. Deswegen sei der Zukunftstag ein wichtiger Baustein für soziale Gerechtigkeit und solle dazu beitragen, dass jeder eine Orientierung fürs Leben bekomme.

Wie fand der Zukunftstag ins FEG? „Die Schüler selbst haben sich den Zukunftstag gewünscht“, sagt Nathalie Lily Klemstein, die Schulkoordinatorin zur „Beruflichen Orientierung“ am FEG. „Wir haben oft die Rückmeldung bekommen, dass unseren Jugendlichen das Wissen fürs Leben fehlt.“

Zwölftklässler Marlon Biel hat den ersten Workshop hinter sich. Er hat viel über das Thema Wohnungssuche gelernt. „Wir haben unter anderem über den Wohnungskauf gesprochen“, berichtet er. Der Schüler weiß nun, wie er sich beim Abschluss eines Mietvertrages zu verhalten hat. Er zählt auf: Es kommt auf ordentliche Kleidung an, die Gehaltsabrechnung sollte bei der Wohnungsbesichtigung immer in der Tasche sein und die Energie-Effizienzklasse sollte nicht außer Acht gelassen werden. Schülerin Natalia Puda freut sich, dass der Zukunftstag erstmals am FEG veranstaltet wird. Bei ihr ist besonders hängen geblieben, dass man sich darauf nicht einlassen solle, wenn ein Makler oder Vermieter eine Reservierungsgebühr verlange. Beim Zukunftstag hat sie nämlich gelernt: Die gibt es nicht, sie ist nur ein Trick. Ein Trick, an dem sich mancher Makler oder Vermieter bereichern wollen.

Dass jeder dazu verpflichtet ist, Steuern zu zahlen, wusste Alexander Stanislawski zwar von seinen Eltern. Doch was er selbst später einmal an Steuern zahlen muss und wie er eine Steuererklärung machen kann, hat er erst in einem Workshop beim Zukunftstag erfahren. Die jungen Menschen sind sich einig: Sie fühlen sich hervorragend auf die Uni vorbereitet, auf das echte Leben dagegen eher nicht. Das will der Zukunftstag ändern.

Für den Zukunftstag

kann man sich unter www.zukunftstag.org/ anmelden.

Von Sylwia Golebiewska