Schüler der Friedrich-Ebert-Schule präsentieren Ausstellung „Phydraulik“

Keine Angst vor „Schreckensfächern“

Dass die physikalischen Gesetze von Druck und Fläche stimmen, zeigt am Ende, dass die hydraulischen Apparaturen tatsächlich funktionieren. Foto: Mangold

Mühlheim (man) – Ein Symbolwerk von Druck und Fläche erklärt mit aller mathematischen Logik die Gesetze der Hydraulik. Was sich in der Praxis dahinter verbirgt, das veranschaulichten unlängst Schüler der Friedrich-Ebert-Schule (FES) mit ihrer Ausstellung unter dem Titel „Phydraulik“.

Lehrerin Romina Skaar und die 30 Schüler ihrer neunten Klasse des Realschulzweiges hatten sich über ein Schuljahr mit dem Thema beschäftigt.

Sicher wissen viele aus eigener Erfahrung nur zu genau, wovon Dominik Russ redet. Der Leiter der FES deutet an, in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern nicht unbedingt alles als Erster in der Klasse kapiert zu haben. Das wäre vielleicht anders gewesen, wenn ihm jemand die Gesetze der Physik „so anschaulich erklärt hätte, wie Romina Skaar das kann“. Die Pädagogin packt es offensichtlich, den Schülern die Angst vor den Formeln zu nehmen.

Physik und Arbeitslehre

Romina Skaar scheint trotz Unterricht in klassischen Schreckensfächern wie Mathe und Physik den Titel „Lieblingslehrerin“ zu tragen. Am Ende der Präsentation übergeben der jungen Frau die Schüler eine fein gestaltete Urkunde: „Sie bauen Druck auf, wenn wir ihn brauchen, sie lassen los, wenn es läuft.“ Die Quintessenz liegt in der Überschrift: „Für uns sind SIE die beste Hydraulik-Maschine der Welt.“ Hydraulik setzt ein, wenn der Müllwagen die Container hebt oder der Kapitän einer Passagiermaschine das Fahrwerk ein- und auszieht. Dann baut sich Druck auf und ab. „Wasser lässt sich nicht komprimieren, Luft haber schon“, erklären Ivana Jurkovic und Ana Kosovac das Prinzip anhand einer aufgezogenen Spritze. Nur mit Luft gefüllt, lässt die sich zusammendrücken. Mit Wasser haut das nicht hin. Es sind Flüssigkeiten wie Öl, die gegen ein Behältnis drücken, das Sauerstoff komprimiert, was wiederum eine mechanische Reaktion in Gang setzt. Wie bei der Greifmaschine, die Ruben Barbosa konzipierte und aus Holz und Pappe baute, „sie funktioniert wie auf dem Jahrmarkt“. Statt um Stofftiere geht es hier um Gummibärchentütchen. Mit jeweils zwei Wasserspritzen lässt sich die Vorrichtung vor- und zurückschieben, der Greifer öffnen und schließen. Die anderen Ausstellungstücke funktionieren nach dem gleichen Muster.

Das gesamte Projekt ließ sich nicht nur in die Physik, sondern auch in das Fach Arbeitslehre einbetten. Die Klasse gründete eine fiktive Firma mit acht Abteilungsleitern und drei Geschäftsführern, zu denen Ivana Jurkovic, Ridwan Muhiyadin und Nicklas Latzusch gehören.

Lehrerin Romina Skaar erzählt, wie die Idee Gestalt annahm. Zuerst schlug die Klasse vor, den Werkraum zu benutzen. Der ist an sich nur für den Hauptschulzweig bestimmt. Skaar musste erst mal einen „Maschinenschein Holzverarbeitung“ erwerben, bevor sie mit den Schülern in den Werkraum durfte. Zur Ausstellung verkauften die Schüler Kuchen und Kaffee. Längst sind die Zeiten vorbei, als sich so was einfach backen und hinstellen ließ. Zuvor ist eine Liste der Inhaltsstoffe einzureichen. Ohne Werbung geht gar nichts: Plakate und Flyer gingen in Druck. Die, die übrig lieben, steckten die Schüler in Mühlheimer Briefkästen, ganz ohne Genehmigung. So informiert, kam auch ein pensionierter Lehrer vorbei.

Auch heute fällt wieder auf, was für die FES generell gilt: Die Schüler verhalten sich höflich und respektvoll, auch untereinander. Die Präsentationen sind nicht nur topp vorbereitet, sondern auch konzentriert vorgetragen.

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