Neues Projekt der Mühlheimer Hilfsorganisation Lichtbrücke Landwirtschaftliche Techniken vermitteln ist das Ziel

Rita Guggenberger (rechts) stellt das neue Hilfsprojekt der Organisation Lichtbrücke vor. Foto: m

Mühlheim (m) – Auf den Tischen steht Apfelkuchen und Süßer, in den Köpfen sind Mangos und Kokosnüsse. Rita Guggenberger informierte im Pfarrheim St. Sebastian den Freundeskreis Lichtbrücke über das neue Projekt der Mühlheimer Hilfsorganisation. Das bisherige Projekt in Matarbari in Bangladesch könne ab 2020 komplett in die Hände örtlicher Kräfte übergeben werden. Die Mühlheimer helfen schon jetzt in Bandarban an der Grenze zu Myanmar. Das Land ist schon kultiviert, Obstbäume sind gesetzt. Doch die Menschen in dem kleinen Ort können die Früchte weder verarbeiten noch lagern und somit auch nicht verkaufen. Rita und Leonhard Guggenberger waren 2012 dort, berichtete sie. Der Besuch war nur mit einer speziellen Genehmigung möglich. Die Region sei nicht sehr sicher, dennoch fanden die Helfer Geldgeber, die der Genossenschaft in Bandarban den Transport ihrer Ernte in die Städte ermöglicht.

Das Ehepaar mit Wurzeln im bayerischen kam 2008 erstmals nach Bangladesch. Mit Hilfe vieler Mühlheimer sorgte es dafür, dass eine ganze Generation von jungen Leuten Wissen erworben hat, das sie sonst nicht hätte. In Matarbari auf einer Insel schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Lichtbrücke brachte in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit eine Gesundheitsstation in das Dorf und ließ Mütter zu Gesundheitshelferinnen ausbilden. Auch Hebammen wurden unterrichtet. Fast 4.000 Bewohner wurden seitdem behandelt.

Ferner unterstützte der Verein den Bau von 77 Tiefpumpen und von Latrinen für 800 Familien. Er zahlte Lehrer und Schulmaterial sowie -uniformen. Die Vergabe von Kleinkrediten verhalf tausenden von Familien zu Existenzgrundlage, sie konnten kleine Geschäfte aufbauen, Kühe, Hühner und Ziegen kaufen. Von der wöchentlichen Rückzahlung mit zehn bis zwölf Prozent Zinsen können einheimische Sozialarbeiter bezahlt werden. „Die Lichtbrücke arbeitet immer mit bekannten Partnern im Land zusammen“, betonte die Initiatorin. Das soll nun auch in Bandarban so sein, einer Region von 30 Kilometer Durchmesser mit versteckten Dörfern. „Die Menschen dort wurden bekämpft, verfolgt, wollten sich abschotten. Erst jetzt haben sie dank Menschenrechts-Organisationen einen rechtlichen Status erhalten“, informierte die Sprecherin. Die Aufgabe ihrer Gruppe sei es, landwirtschaftliche Techniken zu vermitteln. „Sie haben sehr viel Wissen über Natur, besonders über den Anbau von Mango und Kokos.“ Sie nutzen einen biologischem, hochwertigem Dünger, konnten dank der Helfer Motorräder mit Anhänger kaufen und ihre Waren in Städte bringen, Ställe, Scheunen bauen. „Die Nachfrage ist sehr groß nach biologisch erzeugten Lebensmitteln“, weitere Bauern sollen nun geschult werden.

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