Diesmal steht wieder eine Frau an der Spitze

Mühlheimer Karnevalverein stellt Zugmarschallin vor

Ulrike Eich erhielt von ihrem Vorgänger Ulf Walther die Robe und alle notwendigen Utensilien. Foto: Prochnow

Mühlheim (m) – „Und denkt dran, „ich bin die Uli, und ich laaf vorne weg“. Ulrike „Uli“ Eich kennt die Anforderungen ihres neuen Jobs. Sie trägt seit Sonntag den Titel 23. Zugmarschall des Mühlheimer Karnevalvereins (MKV). Kanzler Thomas Lauf inthronisierte sie in der Willy-Brandt-Halle vor den Augen von Vertretern aus einem Dutzend Fastnachtsvereine.

Andreas Sattler ist Präsident der Feuerwehr-Sitzung und war Nummer zwölf unter den Zugmarschallen, er stellte die Inhaberin des höchsten Amts beim MKV vor. Mit ihm und dem 6. Marschall Peter „Conno“ Nohl besuchte Uli die „legendäre Realschulklasse von Anita Ruhmann“ an der Friedrich-Ebert-Schule. Die zweite Tochter der einstigen Wirtsfamilie bei Kickers Victoria schloss sich schon früh dem Verein an, war 1977 eine der Majoretten und stellte ihr Können vor ihrer Kürung unter Beweis.

Die Eltern waren bereits Prinzenpaar, Schwester Renate Prinzessin beim LCV und ebenfalls Zugmarschallin. Die neue Würdenträgerin studierte Wirtschaft, wagte den Schritt in die Selbstständigkeit, führte Schülers Lädchen, die Weinstube Chalet, das Bistro Chaiselongue und jetzt ebenso erfolgreich den Kiosk im Stadtzentrum. Die MKVler hatten Uli „schon lange als Idealbesetzung auf dem Radar - jetzt hat’s geklappt“, freute sich Sattler. „Ihr hab mich richtig sesshaft gemacht, ich bin und bleib’ e Müllemer Mädche’!“, verkündete Ulrike Eich.

„In meinem Lade’ gibt’s viel, mancher von euch kauft auch den neuesten Playboy, rubbelt – aber net mich, sondern Lose“, erheiterte sie ihre Zuhörer. Sie schwimmt gerne, fährt Rad oder mit ihrer Ente durch die Gassen Sie wünscht sich eine „richtige Fassenacht nach alter Sitte“, damit die Traditionen nicht verloren gehen. Von ihrem Vorgänger Ulf Walther erhielt sie die Robe, „mit der ist sie vor jedem Wetter gefeit ist“, kommentierte Kanzler Thomas Lauf. Dann bekam sie den Orden, „der teuer wird, hat ihn die Schellengarde einmal stibitzt“, Kappe und Urkunde. Und viele gute Wünsche von Politikern und Karnevalisten.

Neue Aufgaben für die Vorgänger

Lauf verabschiedete den 22. Zugmarschall Ulf Walther. „Er hat es genosse’, war wie befreit, ist nachts von einem Termin zum nächsten gehetzt und ist ein Pfundskerl mit reichlich Humor.“ Ein letztes Mal war der mit der Garde zu seiner Hymne „Hulapalu“ einmarschiert und grüßte die Vereine in seiner Heimatstadt, in Obertshausen und Mühlheim. Und versprach, „ich bleib’ Müllem treu“. Und das funktioniert so: „Zugmarschall Dr. Bernd Kugler war nun ein Jahr lang Praktikant“, erklärte Lauf. „Als Vizekanzler soll er uns nun begleiten, hier und da der Zugmarschallin den Weg bereiten.“ So wurde ein Praktikantenplatz frei, den fortan Walther bekleidet.

Auch mit nur 18 Bläsern und Trommlern eröffneten die Firedrums den Nachmittag lautstark. Fünf Crazy Kids ab sechs Jahre wirbelten mit Pom-Poms über die Bühne. Einige standen erstmals auf der Bühne, Franziska Fuhl zum letzten Mal als Trainerin. Das Männerballett präsentierte sich sportlich als Football-Spieler und Cheerleader.

Ute Kraus-Jung blickte als Protokollerin zurück aufs vergangene Jahr, erwähnte die lange Regierungsbildung in Berlin und Trumps Regierungsstil, rügte aber auch, dass die Fähre nicht fährt und im Seniorenheim Missstände herrschten. Applaus bestärkte ihren Respekt vor Altenpflegern, die ihre Arbeit mit Herz und Engagement ausfüllen.

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