Mühlheimer Karnevalisten erarbeiten Konzept um die Fastnacht 2021 zu retten Närrische Tradition soll der Mühlenstadt erhalten bleiben

Ob es im kommenden Jahr einen Fastnachtsumzug geben wird und wie dieser aussehen könnte, darüber beraten aktuell die Fastnachter aus Mühlheim und erarbeiten verschiedene Konzepte. Foto: m

Mühlheim (m) – Killt Corona auch König Karneval? Vielerorten haben sie Sitzungen, Bälle und Züge in der Fünften Jahreszeit bereits ersatzlos gestrichen. Bei ihrem ersten Treffen waren sich Repräsentanten aller Fastnacht feiernden Gruppierungen in der Mühlenstadt einig, dass sie die närrischen Traditionen hochhalten und im Rahmen der Regelungen pflegen wollen.

Bundes-Gesundheitsminister Spahn drohte nur wenige Stunden vor der Versammlung beim Mühlheimer Karnevalvereins (MKV), alle Formen und Feiern zu Fasching zu unterbinden. „Die Frage ist, was bedeutet ein Verbot“, gab Initiatorin Jenny Grünewald, Vorsitzende der Katholischen Karnevalisten Mühlheim (KaKaM), zu bedenken, „damit kann man noch nicht planen“. Bürgermeister Daniel Tybussek und Klaus Schäfer, Leiter des Fachbereichs Sport und Kultur, mahnten, die Rahmenbedingungen für Veranstaltungen können sich täglich ändern.

Momentan gelte, dass sich ein Gast pro drei Quadratmeter Fläche in einem Saal aufhalten darf. „Da würde es im Gemeindezentrum St. Markus sehr eng werden“, rechnete die Vorsitzende aus. Kirchliche Räume seien schon seit der ersten Corona-Welle durch eine Anweisung aus Mainz geschlossen. Manche Tanzgruppen wie die DJK-Garden üben jetzt im Sommer unter freiem Himmel, anderen fehlen jegliche Trainingsmöglichkeiten.

Trotz alledem - Fastnacht könne nicht abgesagt werden, es gelte, die Veranstaltungen nach den erlassenen Vorgaben zu gestalten, waren sich die Repräsentanten einig. Anwesend waren neben Jenny Grünwald und Gastgeber Andreas Sattler vom MKV auch die Vorsitzenden des Lämmerspieler Carneval-Vereins, LCV, der Kolpingfamilie Dietesheim, der Feuerwehr Mühlheim und der Sonnau, Die Altstaedter, Dalles Cowboys, Lämmerspieler Schellennarren und die Lämmerspieler Ortsvereine, die den Fastnachtszug organisieren.

Die meisten Clubs müssen durch ihre Veranstaltungen die laufenden Kosten für Gebäude und Trainer begleichen. „Wir machen uns gegenseitig keine Konkurrenz, wir sind vielmehr eine große Faschingsfamilie“, betonte Initiatorin Grünewald. Es gelte nun, Ideen zu sammeln, „denn allen ist klar, Fastnacht, wie wir sie kennen, kann nicht stattfinden“, fasste die einstige Prinzessin Jenny zusammen. Bei der corona-konformen Sitzung mit Desinfektionsmittel, Masken und Abstand einigten sich die Anwesenden darauf, sich untereinander abzusprechen und „in verschiedenen Richtungen zu denken“. Die Gemeinschaften wollen „an einem Strang ziehen, trotz Einschränkungen und Verbote die Fastnacht am Leben zu erhalten und den Bürgern zeigen, die Fastnacht ist noch da“.

Im Raum stand eine Gemeinschaftsveranstaltung, dazu wollen sich die einzelnen Vorstände jetzt die Meinung der Vereinsmitglieder einholen. Beim nächsten Treffen am 22. September, erneut beim Karnevalverein an der Siemensstraße, will die Runde klären, wie realistisch ein solches Format und wie groß die Bereitschaft der Mitwirkenden ist.

MKV und LOV haben auch erste Vorschläge zur Gestaltung der Straßenfastnacht gemacht. Doch auch dazu sollen erst beim nächsten Termin Beschlüsse gefasst werden, hieß es.

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