Mit der Lämmerspiel Straßenfastnacht enden die tollen Tage Narren und die Sonne strahlen um die Wette

Die „Alten Herren“ der TSV steckten Trump und andere Köpfe in den rollenden „Soma-Knast“, schwarze Sheriffs erweckten mit Puppen vorm Bauch den Eindruck, als ließen sie sich von Knastbrüdern tragen. Foto: Prochnow

Mühlheim (m) – Wo gibt’s das sonst noch? Häuser sind mit dem Rad-Wappen geschmückt und in jedem zweiten Hof läuft Musik, stehen Menschen verkleidet und fröhlich beieinander. Und über allem strahlt die Sonne! Das ist Lämmerspieler Straßenfastnacht, wie sie die (Narren-)Welt kennt.

Rund 70 Gruppen bildeten am Dienstag den närrischen Lindwurm im wilden Süden der Mühlenstadt, Tausende Zuschauer säumten, vor allem auch aus den Nachbarorten, den Zugweg.

Klar, eine ganze Reihe von Gruppen sind schon von den Zügen in Mühlheim, Steinheim oder Klein-Auheim bekannt. Das fördert die familiären Atmosphäre zwischen Protagonisten und Publikum, man kennt sich, und so gibt’s immer wieder Küsschen und Kamelle für Freunde auf den Bürgersteigen.

Traditionell sind aber auch eine ganze Reihe Kreise dabei, die es nur in Lämmerspiel zu sehen gibt. Die Mühl-Hausener Künstlergruppe rannte als wilder Hühner-Haufen im flatternden Federkleid über den Asphalt und verteilte bunte Eier. Aktive der Turngemeinde wanderten als riesige Glückspilze über die Strecke, trugen schwere, gepunktete Köpfe auf den Köpfen.

Die Fußballer der TSV-Mannschaften rotteten sich immer wieder hockend zusammen und verfluchten in Sprechgesängen ihre Gegner. Die „Alten Herren“ steckten Trump und andere Köpfe in den rollenden „Soma-Knast“, schwarze „Sheriffs“ erweckten mit Puppen vorm Bauch den Eindruck, als ließen sie sich von Knastbrüdern tragen.

Hinter Kolping-Kappen und Dallas Cowboys strahlten noch einmal Rita Köhlers „Sonnen“, die TGD-Turnerfrauen feierten auch am Dienstag ihre 50. Zugteilnahme.

Als Zwerge, Hirsche, Mäuse und Strohköppe staunten Kinder und Eltern der Kita Schlesierstraße über den freundlichen Zuspruch, der ihnen entgegenschlug. Eine der größten Abordnungen waren einmal mehr die Obertshausener Babbscher, die als Ritter und auf Rädern, als Tänzerinnen und Tollitäten mit der Burg im Hain den Umzug bereicherten.

Aus der Nachbarstadt marschierten auch die Kickers als Harlekins mit. Waldschüler mit Perücken in den Farben der Nationen wiesen mit einem breiten Transparent darauf hin, dass ohne Fans bei der WM „gar nix los“ wäre. Ein weiterer gelungener Auftritt gelang dem Kirchenchor in gelb-weiß: Klaus Roth verwandelte seinen Elektro-Rollstuhl in ein Papa-Mobil. Drei Hobbyfußballer des HFC Alkohol wankten als Dreigestirn durch den Ort, der OFC-Fan- und Funclub wies in Lebensretter-Westen und mit einer fahrenden Biertheke darauf hin, dass die Elf vom Bieberer Berg „niemals untergehen“ werde.

„Lämmerspieler Löschteufel“ und die Einsatzabteilung klagten als Bauarbeiter mit einem verfallenden Feuerwehrhäuschen im Schlepptau über die Verschiebung der Sanierung. Als Skelette feierten sich Jugendliche von der Eugen-Kaiser-Schule in Hanau. Als farbenprächtige Paradiesvögel flatterten die Schellennarren in ihrem Narrenkäfig: „Füttern erlaubt“, aber nur mit flüssigem Futter von mindestens 30 Prozent.

Das Finale am Ende bildeten die Gastgeber selbst mit Garden auf Cabrios und Schuhsohlen, aber auch mit den blauhaarigen Ladykrachern und einem mitreißenden Prinzenpaar: Danke Daniel und Nina, LOV und allen Beteiligten für die tollen Tage.

Mehr Bilder vom Lämmerspieler Fastnachtsumzug gibt es in der StadtPost-Bildergalerie

 

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