Karl-Christian Schelzke verabschiedet sich als geschäftsführender Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebunds „In dieser Rolle ging er auf wie ein Klatschmohn im Roggenfeld“

Das Gruppenbild zeigt Bürgermeister Daniel Tybussek (von links), das neue Führungstrio des HSGB, Harald Semler, David Rauber und Johannes Heger, Karl-Christian Schelzke und Thomas Stöhr, Präsident des Bunds. Foto: m

Mühlheim (m) – Karl-Christian Schelzke war der „Bürger-Meister“ von 401 Städten, Gemeinden und Verbänden, vertrat insgesamt vier Millionen Einwohner. Jüngst feierte er seinen 70. Geburtstag und zugleich seinen Abschied als geschäftsführender Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebunds (HSGB) in Mühlheim.

Wer ihn kennt wie seine Sekretärin Manuela Oestreich, der wisse, Schelzke „steht unter Strom“, verriet sie. Er habe den Verband „sehr gut, mit Engagement und Leidenschaft“ repräsentiert, beherrsche das Multitasking und motiviere Mitarbeiter, lobte Thomas Stöhr, Rathauschef in Bad Vilbel und Präsident des HSGB. Der Scheidende war zuvor Bürgermeister der Mühlenstadt, dann 21 Jahre für die Vertretung der Kommunen tätig.

„Er hat den HSGB aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst, anders wahrnehmbar gemacht, nach außen und innen geprägt - fast die Hälfte der 73 Fachkräfte eingestellt“, hieß es. Zu den Festgästen im Saal der Siedlergemeinschaft Rote Warte zählte auch sein Nachfolger im Rathaus, Daniel Tybussek, mit dem Vorsitzender Schelzke im Karnevalsverein Sonnau das „einzige Bürgermeister-Kabarett“ bildet.

Er sei seit rund 30 Jahren „tief und eng mit der Mühlenstadt verbunden“, befand Tybussek und lobte das „bürgerschaftliches Engagement“ und die Einrichtung des Präventionsrat. Beim HSGB habe er „Spuren hinterlassen, berufliche Zusammenarbeit geschätzt, kompetent beraten, enge Freundschaften geknüpft“. Daneben habe der Scheidende seinen Nach-Nachfolger unterstützt, Bürgermeister zu werden. „Der Hans Dampf in allen Gassen war und bleibt präsent“, betonte Tybussek.

In den Räumen an der Henri-Dunant-Straße habe er auch manchmal Saxofon geübt und Auftritte in der Bütt’ vorbereitet, verrieten Mitarbeiter. Der Urlaubsort musste mindestens 1.000 Kilometer weg liegen, denn „sie treffen immer einen, der sie kennt“. Angeblich waren „Headhunter“ auf ihn angesetzt, lauteten weitere Plaudereien aus dem Nähkästchen.

„Der Meister ist gegangen, der Bürger bleibt“, würdigten Angestellte.

2008 hätte er in einer Regierung Ypsilanti mitarbeiten sollen, „Gottseidank ist das so nicht gekommen“, resümiert Schelzke selbst. Der Verband sei sein „zweites Zuhause“, das Dienst- oft wie das Wohnzimmer.

Dort habe er Fotokameras repariert, der HSGB war „Stützpunkt seines Fastnachtsvereins“ und Ideenwerkstatt, es liefen Konzerte, das Logo des Verbands entstand in dem Gebäude. „Wichtig war das Gefühl gebraucht zu werden“, sagte der Verabschiedete. Er habe die Arbeit mit Sprechzetteln gelernt, doch „es ist verdammt schwer, einen Zwilling als Redner zu schlagen“.

Karl-Christian Schelzke ist mit der Richterin a. D. Marita Immel-Schelzke verheiratet, auch seine Tochter und der künftige Schwiegersohn sind Juristen. Der Rechtsanwalt plädierte, für die Einrichtung zu werben, denn sie begleite Kommunen auch vor Gericht.

Er selbst macht ehrenamtlich weiter als Geschäftsführer der kommunalen Wahlbeamten, den HSGB führt fortan ein Triumvirat aus Harald Semler, David Rauber und Johannes Heger.

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