Sternsinger der Pfarrei St. Sebastian sind in Dietesheim unterwegs

Segenswünsche sind willkommen

Ende vergangener Woche machten die Sternsinger der Dietesheimer Pfarrgemeinde ihre Tour durch den Ort und suchten Geschäfte und private Häuser auf. Foto: Prochnow

Mühlheim (m) – Auf dem Boden hocken fast mehr Könige als die, die gerade mit ihren großen, gelben Sternen eingezogen sind. Die Dietesheimer Sternsinger starten ihre Tour in der pfarreieigenen Kindertagesstätte an der Hermann-Hesse-Straße. Dort haben die Erzieher die Kleinen bereits für den Brauch begeistert, der am vergangenen Wochenende auch die Straßen zwischen Basalt und Main erfüllt.

Und die „Weisen“ von St. Sebastian haben eine clevere Wahl getroffen. Während ihre Kollegen in den Nachbargemeinden acht Tage zuvor mit durchnässten Gewändern durch den Regen wandelten, ist der Wetterheilige Petrus den jungen Dietesheimern hold. Nach dem Auftritt vor dem Nachwuchs in der Kita teilen sich Kronen- und Sternträger in vier Gruppen auf, um der heimischen Geschäftswelt den Segen von der Geburt Jesu Christi zu bringen.

Einmal haben sich die 20 Kinder nach Weihnachten mit den Betreuern und Gemeindereferent Dirk Stoll getroffen, die Lieder durchgesungen, Gruppen eingeteilt und den Film zum Leitwort der Dreikönigsaktion 2018 geschaut: „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ Auf dem Subkontinent und in vielen anderen Regionen der Erde, hörten die Sternsinger, müssen Kinder arbeiten, können nicht zur Schule gehen.

Europaweite Aktion seit 1959

Die europaweite Aktion wird bereits seit 1959 vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) veranstaltet und hat sich zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt. Damit haben die Organisatoren in Aachen mehr als 71.700 Hilfsprogramme unterstützt. Jährlich werden 3.000 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa Programme zur Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, sozialer Integration und zur Nothilfe in gefördert.

2017 haben Mädchen und Jungen aus mehr als 10.000 Kirchengemeinden fast 47 Millionen Euro gesammelt. Zu diesen Pfarreien zählen ebenso die vier in Mühlheim und Markwald, Lämmerspiel und Dietesheim. Auch in diesem Jahr werden sie rund 20.000 Euro zum Gesamtergebnis beisteuern. Doch die wirtschaftliche Hilfe ist ja nur eine Seite des Brauchs, betont der Gemeindereferent.

Das erfahren auch Evelyn, Julia, Paula und Sarah. Die Vier sind (fast) zehn Jahre alt und klingeln mit ihren Begleitern Jona (15) und Yannick (16) zuerst bei einem Elektro-Betrieb. Die einzige Reaktion bleibt ein entferntes Hundegebell. Dafür trifft das Team bei der nächsten Adresse umso mehr Zweibeiner. Doch bevor die Sänger den Friseursalon betreten, diskutieren sie, welches Lied sie drinnen singen wollen. Die Stimmen klingen noch etwas schüchtern, doch das soll sich rasch ändern.

Münzen und Scheine

Föns und Hauben müssen kurz pausieren, damit „Caspar, Melchior und Balthasar“ ihre Segenswünsche aufsagen können. Dann werfen Frisösen und Kundinnen Münzen und Scheine in die Sammelbüchse, die Süßigkeiten packen die Jungs in ihren Rucksack. Nächste Station: Blumenladen. Auch dort empfangen zwei Damen die Schüler freundlich und bedanken sich herzlich mit Spenden. Im Geschenkeladen besorgt die Inhaberin einen Klapptritt, damit auch die noch nicht so langen „Königinnen“ den Aufkleber mit dem Segenswunsch an die Tür befestigen können. In die Villa Basalto läuft Sarah voran. „Dort gibt’s Wasser“, führt sie den Spender vor, eigentlich wäre sie jetzt auch in der Kita. Aber es ist ja Sternsingen!

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