Aktion „Mahlzeit – Begegnungszeit“ der AWO ein voller Erfolg „So gut schmeckt’s im Restaurant nicht!“

Bei der Arbeiterwohlfahrt sind die Gäste über das Hilfsangebot „Mahlzeit - Begegnungszeit“ sehr glücklich, denn hier bekommen sie nicht nur eine warme Mahlzeit sondern auch menschliche Wärme. Foto: m

Mühlheim (m) – Wenn die Gemüsesuppe runtergeht wie Öl, dann hat die Küche alles richtig gemacht. Vielleicht auch das Team, das den Eintopf serviert hat. Die Gäste der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Fährenstraße genossen am vergangenen Freitag die Rezeptur aus „Mahlzeit – Begegnungszeit“, die hungrigen Mägen etwas Warmes bot. Und einsamen Herzen menschliche Wärme.

Warum sie nicht in einer Gaststätte der Geselligkeit frönen? „Geld für einen Besuch im Cafe haben wir nicht“, erklärt eine der Damen am Tisch im Erker. Umso mehr freuen sie sich über das Angebot bei der Awo. „Sie haben uns zur Begrüßung sogar den einen Euro erlassen, den wir zahlen müssten.“ In höchsten Tönen dankt die Runde den Organisatoren: „Sie sind super nett, so herzlich, haben uns gefragt, was sie uns bringen können“.

Eine Mutter bietet an mitzuhelfen. Beim Besuch im Lebensladen, wo es Lebensmittel zu einem symbolischen Beitrag gibt, müsse man seine Scheu, eine Hemmschwelle überwinden, „hier überhaupt nicht. Das ist sehr angenehm“. Am liebsten würden die Damen jede Woche kommen. Der Sozialverband sei aber noch durch gesetzliche Vorgaben eingeschränkt, erläutert die Awo-Dienststellenleiterin Ulrike Huf. „Wir zählen nicht als ambulanter Pflegedienst, somit können wir viele Leistungen nicht mit den Pflege- und Krankenkassen abrechnen.“ Doch der Ortsverein habe sich um eine Zulassung beworben, Gespräche mit dem Kreis Offenbach liefen. Daneben suchen die Veranstalter nach Gastronomen, die mitmachen und ein Essen stiften. „Ich bin nicht bedürftig“, betont eine ältere Mühlheimerin, „aber allein. Seit mein Mann gestorben ist, fühle ich mich irgendwie fehl am Platz, gehe nirgendwo hin.“ Die Witwen neben ihr verstehen das Gefühl. „In der ersten Zeit war ich viel zu Hause, jetzt mache ich Ausflüge mit einem Reiseunternehmen, fahre mit einer Gruppe zum Schwimmen und gehe zum Kaffeetrinken in der Kirchengemeinde“, ermuntert sie ihre Nachbarin, selbst aktiv zu werden. „In Mühlheim findet man immer was“, plädiert die Dritte am Tisch, sich einer Gemeinschaft anzuschließen und nicht abzukapseln.

Dem will auch das „niederschwellige Hilfsangebot“ der Awo entgegenwirken. Zum Auftakt hat ein Wirt, der schon sehr vielfältig Hilfe leistet, Gemüsesuppe und Wiener Würstchen bereitgestellt, Apfelschorle und Wasser. Im neuen Jahr soll die Mahl- und Begegnungszeit erstmal an einem Freitag im Monat laufen, kündigt Sprecherin Huf an. Finden sich genügend Sponsoren, könne der Tisch auch alle zwei Wochen gedeckt werden. An Helfern mangelt es jedenfalls nicht. Acht Mitglieder und Freunde der Awo geben Suppe aus, verteilen Getränke, räumen die Tische wieder ab, setzen sich aber auch zu den 18 Gästen der ersten Stunde und erkundigten sich über ihre Lebenssituation. Im Erker schildern einige Bürgerinnen dem Rathauschef und Schirmherr die Schicksalsschläge, die sie in die Räume an der Fährenstraße geführt haben. Sie seien schwer erkrankt, depressiv, nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Eine Betroffene berichtet Daniel Tybussek, sie dürfe nur drei Stunden am Tag tätig sein, aber nicht nur im Sitzen, laute die Vorgabe vom Arzt. „Wie soll ich da eine Stelle finden!“, klagt die Frau ihr Leid. Die Mutter gegenüber lebe mit Ehemann und zweijährigem Kind auf 48 Quadratmetern, neben ihr habe auch der Partner gesundheitsbedingt seinen Job verloren. „Ich war 34 Jahre angestellt, jetzt lebe ich von Hartz IV.“

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