Teilnehmer aus allen Ecken des Rhein-Main-Gebiets

Training für Motorradfahrer: Richtig verhalten in Gefahrensituationen

Die 21 Teilnehmer des Auffrischungs-Kurses für Motorradfahrer üben auf dem Asphalt typische Fahrsituationen. Foto: m

Mühlheim (m) – Gleich 20 schwere Maschinen auf der Spessartstraße, und dann im Kriechtempo unterwegs! „Schnell kann jeder“, sagt Helmut Faust, und der muss es wissen: Der pensionierte Polizeibeamte, ehemalige Kfz-Sachverständige und Fahrlehrer leitet das Training für die Zweirad-Piloten seit 31 Jahren. Jetzt wird er gemeinsam mit dem Gründer der Idee und Leiter der Motorradfreunde bei den Naturfreunden, Gerd Katzmann, aufhören.

„Damals gab’s sehr viele Unfälle mit den Zweirädern“, blickte Katzmann zurück auf 1987, als er die Gruppe ins Leben rief. Für die ersten Übungen hatte der passionierte Biker die Teststrecke des ADAC in Bensheim gebucht. Der ehemalige Polizist lenkte damals selbst eine 27 PS starke 250er Honda. „Heute haben viele Maschinen mehr als 100 PS“, deutet er auf das Gefahrenpotenzial.

Immer wenn das Wetter zu Freiluft-Aktivitäten einlädt, riefen die Initiatoren dazu auf, verstaubtes Wissen aufzufrischen. Meistens treffen sie sich auf einem Stumpf der B 448 am Bieberer Berg. Wenn dort aber Fußball gespielt wird, weichen sie auf die Mühlheimer Zufahrtsstraße aus und sperren den Abschnitt zwischen Dieselstraße und Südring, so auch am vergangenen Sonntag.

Die 21 Teilnehmer aus allen Ecken des Rhein-Main-Gebiets üben auf dem Asphalt typische Fahrsituationen. „Motorradfahren macht Spaß“, weiß Faust. „Aber es kann auch ganz schön gefährlich werden, vor allem nach der Winterpause.“ Darum überlegte der Experte mit der Gruppe auch, „wie reagiere ich in Unfallsituationen und bei Stress? Was kann mein Zweirad und vor allem – was kann ich?“.

Der Kenner erzählte zunächst einige Lektionen über Technik und Physik des Krads, die seine Zuhörer gleich in die Praxis umsetzen sollten. Der erste Aufgabenkomplex forderte nämlich, langsam zu fahren. Die Probanten sollten den Motor bei einer gleichbleibenden Drehzahl halten, wenn sie im Slalom oder auf einem kurvigen Kurs um kleine Pylonen und ein ausgelegtes Seil rollen.

Manche der Piloten mussten immer wieder den linken Fuß auf die Fahrbahn stellen, setzten immer wieder von vorne an, bis sie die sieben Abschnitte des Faustschen Kurses flüssig absolvieren konnten. Eine zweite Gruppe unternahm mit Vitus Lohmann, einem ehemaligen Banker und seit 30 Jahren ebenfalls Fahrtrainer, Bremsversuche. Dabei galt es, das Gerät aufrecht und gerade zu halten. Später probierten die Teams auch das Bremsen und Ausweichen vor Hindernissen und in Kurven sowie das Fahren mit Sozius und Gepäck.

Für Faust und Organisator Katzmann war es das letzte Training. Beide legen ihre Ämter in jüngere Hände. Fachgruppen- und Tourenleiter der Motorradfreunde am Maienschein ist jetzt Jens Klein. Er wird unterstützt von Thomas Steinsdörfer. Der Mechaniker hatte Werkzeug, Starthilfe und auch seinen Bus zum Transport bei Schäden zum Training mitgebracht.

Verändert habe sich im Laufe der Jahrzehnte der Anteil an Frauen, beschreibt Katzmann die Entwicklung.

Demnächst will die Gruppe der Naturfreunde einen Erste-Hilfe-Lehrgang starten.

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