Kita-Kinder besuchen die Streuobstwiesen auf dem Gailen Berg Der Weg des Apfels vom Baum in die Flasche

Die Kita-Kinder erlebten auf der Streuobstwiese einen aufregenden Tag und erlernten die Herstellung von frischem Apfelsaft. Foto: m

Mühlheim (m) – „Der Selbstgepresste schmeckt viel mehr nach Apfel!“ Das haben die „Glühwürmchen“ schnell herausgefunden. Mit ihren bunten Bechern hat die Gruppe der „Wilden Zwerge“ sogleich das Ergebnis ihrer Arbeit gekostet. Der „Süße“ schmeckt köstlich, entdecken die 14 Mädchen und Jungen der Kita an der Offenbacher Straße und Begleiter rasch.

Sie haben sich auf Einladung des Naturschutzbunds (Nabu) auf den Streuobstwiesen auf dem Gailen Berg getroffen. Ernst von Hermanni von der Ortsgruppe des Vereins hat eigens Geräte für die Mini-Kelterei angeschafft und auf die höchste Erhebung der Mühlenstadt geschafft. Bis aus den Äpfeln Saft wird, müssen sich die Drei- bis Sechsjährigen ganz schön anstrengen.

Einige stehen auf der Sprosse einer Alu-Leiter und pflücken die prallen Früchte mit der Hand von den Ästen. Später zeigt Nabu-Mann Peter Rosenbaum ihnen, wie sie die Stange mit dem Pflückernetz dran verlängern und vom Boden aus ernten können.

Dann wird das Obst zu zwei Erzieherinnen an einem Tisch gebracht. Sie halbieren oder vierteln die stattlichen Exemplare.

In diesem Jahr fällt der Ertrag rekordverdächtig aus, bemerken die Männer. Allein die Namen der Sorten fehlen ihnen.

Egal, die Stücke kommen jetzt in den Häcksler. Von Hermanni und die „BuFDis“ Pauline Hainz und Kevin Dahinten, die über den Bundes-Freiwilligen-Dienst zum Naturschutzbund (Nabu) gekommen sind, helfen den Kindern an der Kurbel.

Kraft ist gefragt, um die großen Apfelteile zu Maische zu verarbeiten. Die Schnitzel kommen in die Presse, ein Deckel und viele Holzklötzchen drüber. Mit den Eisenstangen Marke Eigenbau erhöht sich die Hebelwirkung, trotzdem müssen auch bei diesem Arbeitsschritt die Erwachsenen mitanpacken, damit unten der Saft in den Topf tröpfelt.

Das Team ist so vertieft in die Arbeitsschritte, dass sie selbst die lästigen Wespen nicht mehr bemerken. Auch für Streit, der in der Kita immer mal wieder entfacht, ist zwischen den Bäumen und der Presse kein Platz, bemerkt Bernard McDermott. Für seine Schützlinge sei die Erfahrung sehr wertvoll, sagt der stellvertretende Leiter der privaten Einrichtung.

„Die Kleinen sollen den Weg des Apfels vom Baum in die Flasche kennen lernen und selbst ausprobieren. Eigentlich müssten sie auf keine Leiter klettern und sich in die Baumkronen recken: Im Gras liegen unzählige Früchte, der Boden ist übersät von Obst. Die „Glühwürmchen“ klauben die Äpfel auf und stecken sie in Netze, die in die Dietesheimer Landkelterei gebracht werden.

Die Gebrüder Frank und Kai Böhm lassen die mühselige Arbeit von der Streuobstwiese von größeren Maschinen erledigen und liefern das leckere Getränk in den Kindergarten. Wegen Corona durfte diesmal nur eine Gruppe der „Zwerge“ mitmachen, erläutert McDermott. Andere Kitas oder Schulklassen ließen sich in diesem Jahr nicht gewinnen, berichtet von Hermanni.

„Im Supermarkt steht alles fertig verpackt“, begründen die Initiatoren das Projekt mit dem Nabu. „Hier bekommen die Kleinen einen Einblick, mit wie viel Arbeit die Herstellung verbunden ist.“

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