Theatergruppen des Friedrich-Ebert-Gymnasiums finden große Beachtung „Ich will weg hier, einfach weg, ich ertrage es nicht mehr, ich kann nicht mehr“

Alle drei Theatergruppen des Friedrich-Ebert-Gymnasiums zeigten eine beeindruckende und tiefsinnige Aufführung. In der Mühlheimer Kulturszene finden die Beiträge dadurch immer mehr Beachtung. Foto: m

Mühlheim (m) – Worte, die unter die Haut gehen, Sätze aus dem Mund von Neuntklässler. Zum Glück sind es nur Spielszenen im Forum des Friedrich-Ebert-Gymnasiums – oder? Wie viel Schüler, wie viel Realität steckt in den selbst erarbeiteten Stücken der Kurse Darstellendes Spiel?

„Wie viele Prüfungen muss ich noch bestehen, wie viele Demütigen und Verletzungen?“ Verzweiflung spricht aus den dunklen, bewusst karg ausgestatteten Bildern dort, wo sonst anregende Gespräche bei leckerem Essen den Raum erfüllen. „Bin ich es denn nicht wert, auch mal meine Ruhe zu haben, glücklich zu werden? Ich spüre, wie ich innerlich kaputt gehe, wie ich zerbreche. So viel Druck, so viele Erwartungen, so viele Erinnerungen.“

Die Textauszüge von den Werken auf dem Programmheft allein berührten schon.

Das Gymnasium hat sich längst einen Namen in der heimischen Kulturszene gemacht, findet mit seinen künstlerisch-kritischen Beiträgen immer wieder große Beachtung. Und das gilt in besonderer Weise für die Theatergruppen, die als freiwillige Arbeitsgemeinschaft, Wahl- und Grundkurse laufen.

„Die ist komisch. Wie die aussieht, was die anhat.“ Diesen Kommentar kennen manche Jugendliche nur zu gut. Die AG Darstellendes Spiel der Jahrgangsstufen fünf bis sieben setzte sich kritisch mit der Frage auseinander, was es bedeutet, anders zu sein. „Ich bin ich … und du bist du“, lautet der Titel ihres Stücks – und auch die finale Erkenntnis, Menschen zu tolerieren und zu akzeptieren, die sich nicht der offensichtlichen Norm entsprechend kleiden oder verhalten.

Schüler des Grundkurses in der Eingangsstufe zeigten Erinnerungen, die ganz unterschiedliche Bewohner eines Hochhauses charakterisieren. Das Gebäude soll abgerissen werden, da treten noch einmal ganz markante Begegnungen ins Bewusstsein. Sabine Vehlhaber leitet alle drei Gruppen. Ihr Stil ist die schlichte Ausstattung mit schwarzer Kleidung und einfachen Sitzkartons, die Konzentration auf das Wesentliche, das Darsteller wie Publikum so tiefer trifft.

Am selben Abend spielten Gruppen im Theaterforum zwei anspruchsvolle Stücke, die ebenfalls in der jeweiligen Gemeinschaft entstanden sind.

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