St.-Josef-Gemeinde verabschiedet langjährige Organistin Angelika Obach 75 Jahre im Dienst der Musik

Viel Dank und viel Wertschätzung für 75 Jahre Organistendienst erfuhr Angelika Obach zum Abschied. Foto: Dietmar Thiel

Neu-Isenburg – An Weihnachten 1947 hat es begonnen, dass Angelika Obach zum ersten Mal die Orgel in St. Josef spielte. Dies war auf einem Instrument aus dem Jahre 1886 vom Limburger Orgelbauer Michael Keller, das noch aus der Vorgänger-Kirche stammte. Zwei weitere Orgeln folgten – 1961 die der Orgelbaufirma Erich Breitmann und im Jahr 2000 die jetzige Göckel-Orgel. Nun ist eine Ära zu Ende gegangen: Nach unglaublichen mehr als sieben Jahrzehnten hat die Gemeinde St. Josef im Gottesdienst am Sonntag ihre langjährige Organistin verabschiedet.

Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz, dankte Angelika Obach in einem persönlichen Brief mit den Worten: „Sie haben 75 Jahre, die Orgel, das Instrument des Jahres 2021, regelmäßig spielen dürfen (...) Über sieben Jahrzehnte saßen Sie auf der Orgelbank und begleiteten den Gemeinde- und Chorgesang, anfänglich in St. Josef, später kamen Heilig Kreuz, St. Franziskus und St. Nikolaus dazu und andere Kirchen in der Umgebung von Neu-Isenburg. Wie mir berichtet wurde, haben Sie es stets verstanden, die Stimmung der Gottesdienste mit ihrem Orgelspiel aufzugreifen, zu interpretieren und das Wort Gottes musikalisch auszulegen.“ Der Bischof sprach der Organistin seine Dankbarkeit und Wertschätzung aus „für viele Jahrzehnte musikalischer Begleitung, in denen Sie zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gläubigen gespielt haben“.

Angelika Obach hat nicht nur in St. Josef und den anderen katholischen Kirchen Orgel gespielt, sondern auch in den evangelischen Kirchen von Neu-Isenburg. Sie hat so die Grenzen der Konfessionen durch ihr Orgelspiel überwunden.

„Selten sichtbar, aber immer hörbar – so könnte man den Dienst einer Organistin beschreiben, meist wird die Organistin erst dann bemerkt, wenn sie fehlt“, sagte Pfarrer Martin Berker. „Vielleicht sollte man am Ende der Messe doch mal einen dankbaren Blick zur Orgel werfen.“ Immer wieder habe Obach zu ihm gesagt, wie wichtig ihr das Orgelspielen sei, dass es ihr Halt und Orientierung in ihrem Leben gebe. „Dass Sie manches Mal gestärkt nach dem Orgelspiel oder Gottesdienst wieder in den Alltag gegangen sind. Die Musik hat Sie jung gehalten, weil Sie sich immer wieder den neuen Herausforderungen gestellt haben“, so Berker weiter. Der Pfarrer überreichte der Organistin als Dankeschön einen Blumenstrauß und ein Fotobuch mit bewegenden Bildern und Zeitungsausschnitten, die die „musikalischen Augenblicke“ von Angelika Obach dokumentieren.

Mit einem lang anhalten Applaus bedankten sich auch die Gemeindemitglieder für die Musik, die Obach ihnen in all den Jahren schenkte. „Danke für Ihren treuen und zuverlässigen Dienst. Sie werden uns fehlten“, schreibt die Gemeinde. red