Damals ein Jahr lang für die Mitgliedschaft gespart Angelverein Neu-Isenburg besteht seit 50 Jahren

Bartolomeo Daddato (Ehrenrat) zeichnete Gründungsmitglied Peter Lengl im Rahmen der Mitgliederversammlung des Angelvereins aus. Foto: lfp

Neu-Isenburg (lfp) – Vor über 50 Jahren fand sich eine „lose Anglergruppe“ in Neu-Isenburg zusammen, um dem gemeinsamen Hobby zu frönen. „Wir haben uns immer mal verabredet und sind dann gemeinsam an den Main oder an einen See gefahren, um dort als Gastangler eine schöne Zeit zu verbringen“, erzählt Peter Lengl von den Anfängen. Bald überlegte man sich, einen Verein zu gründen und hatte auch die Absicht, in Neu-Isenburg vielleicht ein Gewässer anlegen zu können. „Es hat aber nur zum Teich im Bansapark gereicht, dort haben wir große Fische zum Ablaichen eingesetzt und wollten dann die Jungfische in einem anderen Gewässer aussetzen – aber die Leute haben uns einfach die Fische herausgeholt“, erzählt Bartolomeo Daddato. Somit wurde dieses Vorhaben wieder verworfen, aber dennoch ein Verein gegründet.

1970 fanden sich dann fünf Hessen und ein Schwabe im „Deutschen Haus“ in Neu-Isenburg zur Gründungsversammlung zusammen. Die damaligen Gründungsmitglieder waren Hermann Reis, Rudolf Anthöfer, Peter Lengl, Manfred Ruff (verstorben), Manfred Chantre (verstorben) und Jürgen Emmermann. „Die größte Hürde war die Aufnahmegebühr von 500 DM, was damals viel Geld war – ich habe ein Jahr lang gespart, um Mitglied werden zu können“, erklärt Bartolomeo Daddato, weshalb er erst 1971 Mitglied werden konnte.

In vielen Abendstunden wurde eine Satzung erstellt und intensiv daran gearbeitet, ein eigenes Gewässer zu finden. Dies gelang dann durch die Vermittlung von Oberforstmeister Franke, und zwar mit der Pachtung des neu geschaffenen Wollwiesenteiches in der Gemarkung Dietzenbach. Später wurde unter der Leitung von Manfred Ruff, der damals Hermann Reis als 1. Vorsitzenden abgelöst hatte, ein Teil des Wallersees von der Firma Chantre gekauft. Seit dem Jahr 2002 können die Vereinsmitglieder auch im gepachteten Lindensee bei Kahl angeln.

In der Öffentlichkeit wurde der Verein besonders durch die jährliche Ausrichtung des Backfischfestes am Vatertag an der Bansamühle in Neu-Isenburg bekannt. Die in einer, vom damaligen 1. Vorsitzenden Manfred Ruff erfundenen, „Geheimpanade“ gebackenen Forellen locken jedes Jahr viele Liebhaber dieser Köstlichkeit in den Bansapark. Das Fest ist ein fester Bestandteil im Vereinsleben. Und hat neben der gemeinsamen Arbeit das Ziel, die Vereinsfinanzen zu verbessern, damit der Verein seinen Verpflichtungen gegenüber den Vereinsmitgliedern und dem Umweltschutz erfüllen kann – so der Satzungsauftrag.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde Peter Lengl, einzig noch verbliebenes Gründungsmitglied, mit besonderen Ehren bedacht. Von Seiten des Anglerverein Neu-Isenburg zeichnete ihn Bartolomeo Daddato mit einer Ehrenurkunde aus und überreichte dazu einen großen Präsentkorb. Der Verband Hessischer Fischer e.V. verlieh Peter Lengl das Goldene Verbandsabzeichen mit Urkunde. Ferner wurde Christian Neubauer wurde für seine 45-jährige Mitgliedschaft im Angelverein Neu-Isenburg ausgezeichnet.

Derzeit wird noch beraten, wie man das Jubiläum „feiern“ will. „Beim Backfischfest haben wir Mitglieder alle Hände voll zu tun, außerdem würde das alles im Trubel untergehen“, erklärt Bartolomeo Daddato dazu. Nun beabsichtig man, das 50-jährige Vereinsjubiläum standesgemäß an einem Gewässer zu feiern. „Ganz ideal wäre es freilich, wenn wir in Neu-Isenburg ein eigenes Gewässer hätten“, so Bartolomeo. Ein besonderer Wunsch des Mitgliedes des Ehrenrates ist es, dass sich wieder ein paar Jugendliche für das Hobby Angeln begeistern würden. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit beim Vorstand melden: avni[at]angelverein-neu-isenburg[dot]de.

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