Anwohner beklagen Durchgangsverkehr in Isenburger Karlstraße und Bansastraße Angst vor den Autos

Linksabbieger, die auf die Frankfurter Straße (vorne) möchte, verursachen den größten Rückstau in der Karlstraße. Fotos: lfp

Neu-Isenburg (lfp) – Stockender Verkehr, alltägliche Hupkonzerte: „Das kann so nicht bleiben, das kann doch keiner mehr verantworten“, sagt Peter Brehm, Anwohner der Neu-Isenburger Karlstraße. Das für diese Straße nicht ausgelegte Verkehrsaufkommen birgt vielerlei Probleme. „Dass mein Sohn im Rahmen der Baustelle für die Kanalarbeiten beim Queren der Karlstraße auf dem Zebrastreifen angefahren wurde, belegt den Zeitdruck, aber auch die Rücksichtslosigkeit so mancher Autofahrer“, nennt Brehm nur ein Beispiel. Seine 79-jährige Mutter traue sich kaum noch, über die Straße zu gehen. „An der Einmündung der Karlstraße in die Frankfurter Straße gibt es nicht einmal eine Querungshilfe, denn diese würde ja den Verkehrsfluss behindern“, so Brehm, der auf dem Frankfurter Flughafen bei einer großen deutschen Airline arbeitet und täglich diese neuralgische Stelle passieren muss.

Sein Vater Manfred Brehm wohnte von 1964 bis 1971 ebenfalls an der Karlstraße, er hat es dort nicht mehr ausgehalten. „Ich bin ungern weggezogen, aber dort wurde es immer schlimmer“, nennt der Jetzt-Dietzenbacher seinen Grund zum Ortswechsel. „Als die Offenbacher Straße wegen Bauarbeiten und Neugestaltung der Straße gesperrt war, hat man es noch klagend hingenommen, weil man auf eine Besserung gehofft hatte – aber es hat sich so gut wie nichts geändert“, sagt Manfred Brehm. Zusätzlich seien die Anwohner dort durch den Fluglärm geplagt. Der halte sich derzeit zwar in Grenzen, werde sich aber bald wieder zum Schlechteren wenden, so der 82-Jährige.

Sein Sohn Peter Brehm, der sich auch um die Sicherheit seiner eigenen Kinder sorgt, hat vor zwei Jahren schon mal einen Versuch unternommen, über „verkehrslenkende Maßnahmen“ eine Änderung zu erreichen. „Beim Gespräch mit Vertretern der Stadt Neu-Isenburg, der Stadt Frankfurt und Hessen Mobil hat jeder seine Sicht geschildert, aber passiert ist nichts“, so Brehm enttäuscht. Besonders überraschend für ihn, dass die Stadt Frankfurt mittels Ampelsteuerung das Verkehrsaufkommen am Wendelsplatz reguliert, dies aber in Neu-Isenburg nicht möglich sei. „An der Kreuzung im Osten, wo der Gravenbruchring beginnt, könnte man so was machen. Da hat der Vertreter von Hessen Mobil darauf verwiesen, dass er dann zu viel Rückstau auf der B459 und der Sprendlinger Landstraße bekäme“, erklärt Brehm. Auf die Frage, weshalb man dies nicht auch an der Zusammenführung der Isenburger Schneise und der Darmstädter Landstraße in die Frankfurter Straße machen könnte, erhielt Brehm den Hinweis, dass dies in die Zuständigkeit eines anderen falle. „Wenn man so etwas hört, fühlt man sich doch verschaukelt.“

Nun will Peter Brehm einen neuen Anlauf nehmen und erneut einen Antrag zu „verkehrslenkenden Maßnahmen“ einbringen. „Als sofort und unproblematisch umsetzbar könnte man das Linksabbiegen aus der Karlstraße in die Frankfurter Straße und auch von der Frankfurter Straße, von Norden kommend, in die Karlstraße verbieten. Beides verursacht die größten Rückstauprobleme“, so Brehm Als Ideallösung bringt Brehm die Nordumgehung, entlang der BAB 3, ins Spiel. Damit hat er etwas Gemeinsames mit der Rathausspitze.

Auch Marlis Otto, Anwohnerin in der Bansastraße, hat zwei Kritikpunkte: „Es wird zu schnell gefahren, das müsste unbedingt kontrolliert werden, und viele Fahrzeuge werden zu weit auf den Gehweg geparkt, da kommt weder ein Kinderwagen vorbei noch ein Fahrrad, selbst wenn man es schiebt.“

Neu-Isenburgs Erster Stadtrat Stefan Schmitt ist ebenfalls von der Situation in der Karlstraße und Bansastraße betroffen. „Ich fahre dort jeden Tag mindestens viermal durch, da dies der Weg von und zu meinem Zuhause ist“, erklärt der Ordnungsdezernent. „Die Situation während der Kanalbauphase war wirklich problematisch. Doch was wäre die Alternative gewesen?“, fragt er mit Verweis auf eine völlige Sperrung. Schmitt gibt aber auch zu bedenken, dass eine Regulierung an einer Stelle eine Verlagerung des Verkehrs und damit eine Verschlechterung der Situation an anderer Stelle mit sich bringe.

Seitens der Stadtverwaltung liegt die Karlstraße schon länger im Fokus, bestätigt Schmitt. „Eine spürbare Verbesserung kann nur im Zusammenwirken mit überörtlichen Behörden gelingen“, betont der Ordnungsdezernent. Bezüglich der Fußgängerquerung ist ohnehin schon eine Änderung angedacht. „Dort sind die Sichtverhältnisse schlecht, hier wollen wir versuchsweise eine Bedarfsampel für die Fußgänger einrichten. Wenn sich diese bewährt, wird sie als ständige Einrichtung umgesetzt“, so Schmitt.

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