Zum 50. Todestag

Ausstellung gedenkt Neu-Isenburger Tenor Franz Völker

Am Todestag des großen Tenors Franz Völker, der sich zum 50. Mal jährte, legte eine Abordnung der Stadt Neu-Isenburg und der Franz Völker – Anny Schlemm Gesellschaft einen Kranz am Grab des Ehrenbürgers auf dem Alten Friedhof nieder. Foto: lfp

Neu-Isenburg (red) – Er war einer der größten und bekanntesten Sänger Deutschlands: Der Tenor Franz Völker wurde am 31. März 1899 in Neu-Isenburg geboren, er verstarb am 5. Dezember 1965. Anlässlich seines 50. Todestages wurde auf dem Alten Friedhof am Ehrengrabmal Franz Völkers ein Kranz niedergelegt.

Mit dieser Geste wurde der überragenden musikalischen Leistung Franz Völkers gedacht, vor allem aber ein Dank ausgesprochen für die Freude, die der Sänger mit seinen Vorträgen so vielen Menschen bereitet hat. Besonders in den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren, in denen Franz Völkers musikalische Laufbahn ihren Höhepunkt erreichte, hat seine Musik viele Menschen in einem besonderen Maß angesprochen. Franz Völkers Musik lebt weiter: In den Diskographien, aber auch in den Erinnerungen vieler Neu-Isenburger, nicht zuletzt in seinem „Fanclub“, dem Franz-Völker-Kreis, der sich das Andenken an Franz Völker zum Ziel gesetzt hat.

Anlässlich des 50. Todestages des Neu-Isenburger Tenors wird im Haus zum Löwen die Sonderausstellung „Franz Völker – Von Florestan bis Lohengrin“ zum Leben und Wirken Franz Völkers gezeigt, eine Koproduktion der Franz Völker – Anny Schlemm Gesellschaft und des Kulturbüros der Stadt Neu- Isenburg. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Februar im Stadtmuseum Haus zum Löwen freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet zwei Euro (Erwachsene), ermäßigt einen Euro. In der Ausstellung werden einige ausgewählte Rollen vorgestellt, die Franz Völker während seiner erfolgreichen Bühnentätigkeit verkörpert hat. Anhand von Requisiten, Plakaten, Fotos und Programmheften werden den Besuchern seine Rollen näher gebracht.

Tenor am Bankschalter

In den 26 Jahren seines Wirkens an den Opernhäusern Europas hat Völker viele Opernrollen gesungen. Im Vordergrund standen die Partien des dramatischen und heldischen Charakters. Besonders als Wagner-Interpret hat sich Franz Völker einen Namen gemacht und seine Darstellung des Lohengrin erlangte Weltberühmtheit. Nach dem Abschied von der Bühne 1953 lehrte Franz Völker an der Stuttgarter Musikhochschule, wo er bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1965 eine Professur inne hatte.

Zu Ehren des Neu-Isenburger Tenors Franz Völker stiftet die Stadt Neu- Isenburg seit 1989 alle fünf Jahre den Franz-Völker-Preis. Erster Preisträger war der Tenor Christian Elsner, der 1989 mit diesem Preis ausgezeichnet wurde und heute internationale Erfolge verzeichnen kann. Anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Stadt Neu-Isenburg wurde Franz Völker an seinem 50. Geburtstag 1949 zum Ehrenbürger der Stadt erklärt.

Der junge Franz Völker war Mitglied in zahlreichen Neu-Isenburger Gesangvereinen und wurde bei Konzerten und öffentlichen Auftritten häufig mit solistischen Aufgaben betraut. Nach dem Abitur, das er in Offenbach ablegte, begann Franz Völker eine Lehre in einem Frankfurter Bankhaus, die er aber durch seine Einberufung in den Militärdienst bald abbrechen musste. Bei seiner Artillerie-Einheit in Darmstadt leitete Völker einen Männerchor, den er aus musik- und gesangsbegabten Soldaten zusammenstellte. Ein Vorgesetzter erkannte das stimmliche Talent Franz Völkers und empfahl ihn dem Großherzoglichen Theater in Darmstadt. Sein Vorsingen überzeugte die Theaterleitung derart, dass ihm das Angebot unterbreitet wurde, seine Stimme kostenlos ausbilden zu lassen. Die unsichere Situation in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ließ dieses Vorhaben jedoch nicht zu. Franz Völker kehrte zunächst wieder hinter den Bankschalter zurück.

Die Wende in seinem Leben trat ein, als der damalige Frankfurter Rundfunk 1925 einen Amateursänger-Wettbewerb veranstaltete, an dem sich Franz Völker beteiligte. Die Bewertung der Wettbewerbsteilnehmer erfolgte durch die Stimmabgabe der Radiohörer. Der weitaus größte Teil entfiel auf Völker, der „Höchstes Vertrauen“ aus Lohengrin vorgetragen hatte.

Mitglied der Wiener Staatsoper

Jetzt erhielt Franz Völker zahlreiche Angebote. Dirigenten und Theaterdirektoren begannen, sich für ihn zu interessieren. Nachdem der damalige Direktor des Frankfurter Opernhauses Clemens Krauss mit Völker Kontakt aufgenommen hatte, beschloss Franz Völker, seinen Beruf aufzugeben und eine musikalische Laufbahn anzustreben.

Eineinhalb Jahre studierte Völker bei Professor Wellig in Frankfurt, dann wurde er Mitglied im Ensemble des Frankfurter Opernhauses. 1926 debütierte Völker in der Rolle des „Florestan“. Von diesem Tag an, war sein Aufstieg zu einem der bekanntesten Tenöre Deutschlands nicht mehr aufzuhalten. Von 1931 bis 1935 war Völker Mitglied der Wiener Staatsoper, Engagements bei den Salzburger und Bayreuther Festspielen folgten. Von 1935 bis 1945 gehörte er der Berliner Staatsoper an und von 1945 bis 1952 war er an der Münchner Staatsoper engagiert.

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