Im Oldtimer zum Theaterbesuch Besonderes Flair an der Hugenottenhalle

Nicole Göbel fühlt sich inmitten der Oldtimer und in der Vintage-Mode wohl – die junge Frau hat die Mode der 50er-Jahre zu ihrem ganz eigenen Alltagsstil entwickelt. Foto: col

Neu-Isenburg (col) – Ein alter Mercedes, ein schnittiger Mustang, ein leuchtend grüner Buick und vor allem ganz viel poliertes Chrom aus längst vergangenen Tagen: Die Neu-Isenburger Oldtimer-Interessengemeinschaft und der Dreieicher Oldtimer-Stammtisch hatten am vergangenen Samstag ihre Fahrzeuge an der Hugenottenhalle in Szene gesetzt.

Anlass war das Theaterstück „Sommer der lachenden Kühe“ nach dem Roman von Arto Paasilinna, das Demenz und den Zerfall der menschlichen Erinnerung gefühlvoll und gleichzeitig witzig in Szene setzt. Kulturbüro-Leiterin Bettina Stuckard hatte dazu ein Begleitprogramm entwickelt. Unter dem Motto „Back to the 50s“, wurden 100 Senioren aus den Senioreneinrichtungen mit Oldtimern abgeholt und an die Hugenottenhalle gebracht. Dort erwarteten sie die schönen, alten Autos sowie Angi Henn und Nicole Göbel, die in wunderschönen Kleidern der 50er-Jahre über den Vorplatz flanierten.

„Ich dachte, das könnte den Menschen Freude bereiten und passt auch irgendwie zu dem Stück“, sagte Stuckard, die selbst auch ein Kleid im Stil der Nachkriegsjahre trug. Ihre Idee kam gut an, mit leuchtenden Augen stiegen die älteren Damen und Herren aus den Oldtimern, bewunderten die ausgestellten Fahrzeuge und alten Vespas und gönnten sich einen Sekt und ein Häppchen vor dem Theaterabend.

 „Hier steht meine Jugend aufgereiht"

Norbert Kentrup, Autor und Hauptdarsteller des Stückes, war überwältigt von dem Programm. „Was uns hier empfängt haben wir auch noch nicht erlebt. Hier steht meine Jugend aufgereiht und ich sehe mich zurückversetzt in die Zeit, als ich das Auto fahren gelernt habe“, sagt der fast 70-jährige Kentrup.

„Aber es ist auch so passend zu dem Stück, denn unsere Figur Tavetti Rytkönen hat ebenfalls genau in dieser Zeit gelebt. Sie leben hier wahrlich in einem Paradies, in dem es von politischer, kultureller und pflegerischer Seite gelingt, solch eine beispielgebende Sache auf die Beine zu stellen“, bedankte sich der Schauspieler bei Bettina Stuckard. In einer kurzen Einführung erklärte Kentrup im Foyer der Hugenottenhalle, wie das Stück entstanden ist. Er fahre seit 40 Jahren nach Finnland und habe den Roman „Der Sommer der lachenden Kühe“ gelesen und dabei sehr gelacht. „Paasilinna hat einen guten Umgang gefunden, mit dem Thema Demenz, eine Krankheit vor der wir wohl alle Angst haben“, sagte Kentrup. Gemeinsam mit seinem Neffen Georg Kentrup, der für die Dramaturgie zuständig ist, und Regisseur Florian Schwartz, der am Samstagabend auch selbst am Piano saß, hat er das Stück das 2013 seine Premiere feierte, inszeniert.

Abenteuerliche Reise entlang der finnischen Seenplatte

Nach der Einführung mit Autos, Sekt und Häppchen ging es für das Publikum in die Halle und für die Schauspieler auf die Bühne. Das Stück handelt von Panzer-Sergeant Tavetti Rytkönen (Norbert Kentrup), der gerade noch weiß, wie er heißt und was er einmal war. Taxifahrer Seppo Sorjonen (Navid Akhavan) sammelt ihn in Helsinki mitten auf der Straße auf. Auf die Frage: „Wo soll’s hingehen?“ lautet die Antwort: „Egal, einfach vorwärts“.

Und so nimmt das Ensemble das Publikum mit auf eine skurrile Tour, die auf eine abenteuerliche Reise entlang der finnischen Seenplatte.

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