Kranzniederlegung an der ehemaligen Flakstellung Gedenken an junge Isenburger Bombenopfer

Kranzniederlegung an der ehemaligen Flak-Stellung. Foto: Postl

Neu-Isenburg (lfp) – In der einstigen Flak-Stellung im Schindkautweg in Nordosten von Neu-Isenburg kamen bei einem Bombenangriff am Morgen des 29. Januar 1944 elf zumeist jugendliche Luftwaffenhelfer ums Leben. Ihnen und den Opfern des Krieges wurde am vergangenen Mittwoch wieder mit einer Kranzniederlegung gedacht. „Wir alle wünschen uns so sehr den Frieden auf unserer Welt, doch das Jahr hat alles andere als friedlich angefangen“, verwies Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel auf den Konfliktherd Naher Osten. Umso wichtiger sei es, so das Neu-Isenburger Stadtoberhaupt, dass man den Kriegsereignissen mit ihren schlimmen Folgen im eigenen Land gedenke, so Hunkel. Zum Gedenken an die Opfer des Luftangriffs, die am 29. Januar 1944 in Neu-Isenburg starben, und als Mahnung gegen den Krieg, wurde um 11.30 Uhr am Gedenkstein im Schindkautweg ein Kranz niedergelegt. Bürgermeister Herbert Hunkel dankte allen, die zur Kranzniederlegung erschienen waren, seien sie doch beredte Mitkämpfer gegen jede kriegerische Gewalt und stetige Aktivisten für den Frieden. Unsere Aufgabe, die Erinnerung an diese unmenschlichen Ereignisse wachzuhalten und mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften beizutragen dass sich solches Leid nicht mehr wiederholt“, betonte Hunkel.

Am Morgen des 29. Januar 1944 starben im schweren Bombardement insgesamt elf Luftwaffenhelfer, darunter der Geschützführer Josef Niggel (28 Jahre), fünf Schüler und fünf russische Hilfswillige. Zwei der getöteten Schüler waren die erst 15-jährigen Isenburger Klaus-Dieter Johannsen und Gerhard Siebenborn. An diesem Tag wurde auch die Siedlung Buchenbusch schwer getroffen, dort gab es 25 Opfer. 1994 wurde aus Anlass des 50. Jahrestages auf Initiative der überlebenden Luftwaffenhelfer aus Neu-Isenburg ein Gedenkstein aufgestellt. Eine beschriftete Metallplatte, die in den Stein eingelassen ist, erinnert an die Opfer.

„Die Zeitzeugen, die sich an den Bombenabwurf am 29. Januar 1944 erinnern können, werden immer weniger. Umso wichtiger ist das Erinnern an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges“, betonte Bürgermeister Herbert Hunkel. Vor 76 Jahren mussten in den Flakstellungen in der Ostgemarkung Schüler und Soldaten ihren Dienst an den Flugabwehrkanonen leisten. Die häufig erst vierzehnjährigen Luftwaffenhelfer, Oberschüler aus Offenbach und dem Kreis Offenbach, wurden jahrgangsweise aus ihren Schulen zum Flakdienst geholt

Im Schindkautweg, in der Nähe des Gravenbruchrings in der Ostgemarkung der Hugenottenstadt, befand sich während des Zweiten Weltkriegs eine schwere Flak-Stellung mit Bunkeranlagen zur Luftraumverteidigung Frankfurts, des Flughafens und des Rhein-Main-Gebietes. In der Stellung, die zur fünften Flak-Division gehörte, wurden hauptsächlich jugendliche Luftwaffenhelferhelfer und kriegsgefangene „Hilfswillige“ eingesetzt. Die häufig erst 14-jährigen Luftwaffenhelfer, Oberschüler aus der Stadt und dem Kreis Offenbach, wurden jahrgangsweise aus ihren Schulen zum Flakdienst eingezogen.

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