Siedlerfastnacht im Buchenbusch bei gewohnt guter Stimmung Zum großen Finale riss es alle von den Stühlen

„Warum hast du nicht nein gesagt?“: Die Playback-Show von Thomas Krapf als Roland Kaiser und Hajo Düll als Maite Kelly wollten die Zuschauer gleich zweimal sehen. Foto: Postl

Neu-Isenburg (lfp) – Die „alten“ Isenburger Siedler halten immer noch zusammen und wissen auch zu feiern. Legendär ist die Siedlerfastnacht, bei der viele aus dem Buchenbusch von einem vermeintlichen Ruhe- in einen närrischen Aktiv-Modus wechseln. Dies zeigte sich wieder einmal bei der Siedlerfastnacht am Samstagabend in der Buchenbuschhalle. Zu närrischen Hochzeiten vermochte die große Halle kaum allen Narren Platz zu bieten – nun beschränkt man sich auf das Foyer, das am Samstagabend dicht besetzt war.

Wie die Siedler aus dem Isenburger Buchenbusch zu närrischen Höhenflügen ansetzen können, zeigt sich am Isenburger Prinzenpaar. Sowohl Prinzessin Martina I., Lappe schwingendes Tanzböppche aus dem Büttebusch, als auch Prinz Jörg III., engagierter Tanzborsch aus dem Elferbusch, sind seit Kindesbeinen an in der Siedlerfastnacht engagiert. Als Beleg brachte die Prinzessin ihr erstes Tanzkleidchen mit und präsentierte es der jubelnden Narrenschar.

Das närrische Bühnenprogramm eröffneten dann die sechsjährige Hanna Westrich und die 14-jährige Muriel Heine von den „Watze“ mit ihren Solotänzen, die mit großem Applaus bedacht wurden. Deutlich las wieder einmal Protokoller Horst Schimkat den Politikern und denen, die sich dafür halten, die Leviten. „Themen gibt es viel, dss ist nicht neu, wie jeder weiß – und ich kommentier den Scheiß“, so Schimkat ganz direkt. Die Bundespolitik mit Wahlschlappen und das Ämtergeschachere um Hans-Georg Maaßen kritisierte er ebenso wie die Augenwischerei um die Elektromobilität. „Um ein Elektroauto zu bauen, wird so viel CO2 erzeugt, wie ein Diesel bei vielen Erdumrundungen ausstößt. Und woher kommt der angeblich saubere Strom?“, fragte der Protokoller und verwies auf die Stromerzeugung mittels fossiler Brennstoffe. „Es muss doch net immer alles nur wachse. In unserer Stadt wird immer mehr gebaut, vom Birkengewann bis zum Stadtquartier Süd. Und um die Leut dann zu transportiere, braucht man auch noch eine RTW. Stoppt den ganze Wahnsinn – und wem des net passt, ei der soll halt geh’“, so die Meinung von Horst Schimkat zu Neu-Isenburg.

Ganz unpolitisch dann der Showtanz der Watze-Kinder, die das Motto „Kung Fu Fighting“ gekonnt umsetzten.
Helga Völker in der Bütt berichtete von ihrem Leid als Frau eines begeisterten Bergwanderers. Den ersten Teil der legendären Playback-Show widmeten die Siedler dem Wilden Westen mit Melodien von Truck Stop. Mit den Flippers ging es dann zu „Ay Ay Ay Herr Kapitän“ auf große Seefahrt und beim Lied „Cordula Grün“ von den Draufgängern waren alle in ihrem närrischen Element. 

Viel Beifall gab es dann für den Polka-Tanz der Watze-Garde. Mit dem Hit der Zillertaler „Haifisch“ warben die Siedler schon mal für ihr Oktoberfest – denn dann kommen die echten Zillertaler. Die Eulen-Garde der Watze sorgte mit ihrem Tanz zu „Abba Allerlei“ für Begeisterung und Zugabe-Rufe. Günter Schleifer erheiterte wieder einmal mit seinen Erfahrungen aus dem Alltag die Narren im Saal. „Frauen sind wie Tulpen“, stellte er fest und aus dem Saal kamen zustimmende „Oh, wie schee“-Rufe. „Aber die haben nur eine kurze Blütezeit“, folgte seine Erkenntnis. Ganz schön in die Klemme brachte ihn die Auswertung des Fitness-Armbands, das ihm seine Frau geschenkt hatte. In einer Woche war er erfreuliche 17 Kilometer gelaufen, hatte aber mindestens jeden Kilometer einmal ins Gebüsch gepinkelt. „Was? Mit wem?“, entrüstete sich wutschnaubend seine Frau, als der Computer „sieben Mal Sex gehabt“ offenbarte. Doch auch hierfür hatte der treue Hausmann eine Erklärung: „Ach, ich hab doch des Band nur unserem Hund angelegt!“

Ganz nach dem Erfolgsrezept „das Beste zum Schluss“ gab es zum Finale wahre Begeisterungsstürme in der Buchenbuschhalle. Da konnte man wirklich meinen, die berühmte Spider Murphy Gang wäre leibhaftig auf der Bühne, so lebendig boten Horst Schimkat, Thomas Krapf, Wolfgang Stieler und Peter Braun den unvergessenen Hit „Sperrbezirk“. Ganz authentisch auch der Stimmungssong „Selfie“, den Kerstin Krapf, Helga Völker und Ursula Braun, die auch für die Einstudierung verantwortlich zeichnete, vortrugen. Schier unübertrefflich die Parodie von Thomas Krapf als Roland Kaiser und Hajo Düll als Maite Kelly, die den Song „Warum hast du nicht nein gesagt“ präsentierten. Da riss es nicht nur das Prinzenpaar, sondern alle im Saal von den Stühlen. Da musste es eine Zugabe geben – in voller Länge. 

 

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