Schon die Jüngsten wollen mit anpacken Isenburger Tag der Hilfsorganisationen bei Feuerwehr und Co.

Für einen Riesenspaß sorgten die Versuche, einen Rettungsball in die mit Wasser gefüllte Wanne zu werfen – wenn der Ball traf, wurden viele nass. Fotos: Postl

Neu-Isenburg (lfp) – Im Falle eines Einsatzes sind sie aufeinander angewiesen, ihre Basen mit den Einsatzfahrzeugen und Gerätschaften liegen nahe beieinander. Somit ist es nur logisch, wenn sie auch gleichzeitig ihre Tore öffnen und den Neu-Isenburgern ihre Einsatzbereitschaft demonstrieren.

Beim „Tag der Hilfsorganisationen“ waren nicht nur im Feuerwehrstützpunkt an der Sankt-Florian-Straße alle Türen geöffnet, sondern auch beim nebenan beheimateten Technischen Hilfswerk. Dazu kamen noch das Deutsche Rote Kreuz und die DLRG-Ortsgruppe Neu-Isenburg. Rund 3.000 Besucher sollen es gewesen sein, die sich von der Ausbildung und Einsatzbereitschaft überzeugen, aber auch einmal selbst Hand anlegen wollten.

„Wir haben derzeit 20 Kinder in unserer Nachwuchsorganisation, weitere sechs stehen bereits auf der Warteliste“, erklärt Udo Bachmann, Leiter der „Löschdrachen“. Die Lösung wäre eine Verstärkung im Betreuerstab – doch die fehlt. Wie groß die Begeisterung innerhalb der „Löschdrachen“ ist, belegte der jüngste Nachwuchs beim „spielerisch“ vorgetragenen Einsatz während eines Wohnungsbrands. „Ganz wichtig ist das Melden des genauen Brandortes und die Beschreibung der Situation“, erklärt Vanessa Müller, die mit Marion Pehns und Claudia Poths die Löschdrachen betreut.

„Wer von Ihnen will denn jetzt selbst mal ran und das Auto aufschneiden?“, fragt Feuerwehrkollege Ralph Schrod in Richtung der Menschentraube, die sich um ein aufgebautes Unfall-Szenario versammelt hat. Ein Pkw hat einen anderen gerammt, der Beifahrer ist im demolierten Fahrzeug eingeklemmt.

Zuerst zeigen Dennis Milkau und Jannik Harmet, wie man fachmännisch mit Schere und Spreize dem Fahrzeug zu Leibe rückt. Dann macht sich eine Besucherin, ausgestattet mit Helm und Schutzjacke, ans Werk. Mit viel Geschick und Unterstützung von Feuerwehrmann Steffen Schelhasse gelingt ihr in wenigen Minuten der Schnitt am sogenannten „B-Holm“ auf der Beifahrerseite des Unfallautos, zwischen Beifahrersitz und Rückbank, und sie hält das Metallstück in den Händen – ein besonderes Andenken.

Raffael hat sich auf dem Außenwaschplatz im Feuerwehrhof gerade den Schlauch eines Feuerlöschers gegriffen. Geduldig lässt sich der Sechsjährige von Feuerwehrmann Dominik Büttner erklären, was man damit machen kann, als vor den beiden auch schon der Mülleimer eines speziellen Feuerlöschtrainers in Flammen aufgeht. Es dauert nur wenige Sekunden, da hat Raffael den Brand im Griff.

Großes Getümmel herrscht zwischen 11 und 17 Uhr auch in der großen Fahrzeughalle der Feuerwehr. An den Autos und an Infoständen können sich die Gäste über Rettungsgasse, Rettungskarte, die Mitgliedschaft bei einer der Hilfsorganisationen und die Ausrüstungen von Feuerwehr, Polizei und Deutschem Roten Kreuz informieren. Auch die Jugendfeuerwehr wirbt hier um Nachwuchs, zeigte aber zwischenzeitlich auch schon mal das Können der bereits aktiven Jugendlichen bei zwei Übungen. Neue Mitglieder sind willkommen. „Wir treffen uns immer montags von 18 bis 20 Uhr“, erläutert Jugendfeuerwehrwart Marius Seeger.

Auch bei den Kollegen des Technischen Hilfswerks ist einiges los: Bei der Vorführung der „Pumpengruppe“ zeigen sie, wie man mit geringem technischen Aufwand große Mengen Wasser von „a“ nach „b“ pumpen kann.

Wie schwierig es ist, einen Rettungsball gezielt zu einer Person im Wasser zu werfen, kann man bei der DLRG ausprobieren, oder sich auch ein „Verletzungstattoo“ auf den Arm schminken lassen. Damit ist es für die Kinder an diesem Tag ein Leichtes, ihren Eltern einen kurzen Schrecken einzujagen.

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