Über 1.000 Schüler müssen wegen Corona zuhause bleiben Musikschule Neu-Isenburg unterrichtet per Videochat

Schulleiter Thomas Peter-Horas ist bestens für den Online-Unterricht ausgestattet: Man kann ihm beim Unterricht ins Gesicht und - wenn es nötig ist - sogar beim Spielen genau auf die Finger schauen. Foto: p

Neu-Isenburg (red) - Die Musikschulen wurden, genauso wie die Schulen und Kindergärten, geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. In Neu-Isenburg sind von der Schließung der Musikschule weit über 1.000 Kinder und Jugendliche betroffen, für die zur Zeit kein regulärer Musikunterricht angeboten werden kann.

Aus diesem Grund machen sich die rund 35 Lehrkräfte der Schule, von denen die meisten als freie Mitarbeiter auf Honorarbasis beschäftigt sind, natürlich große Sorgen um ihr Einkommen und ihren Arbeitsplatz. Die Musikschule selbst ist ein Verein, der sich zum größten Teil (circa 73 Prozent) über die Unterrichtsentgelte der Schüler beziehungsweise deren Eltern finanziert. Öffentliche Zuschüsse erhält die Musikschule von der Stadt, dem Kreis und vom Land Hessen. Fallen die Unterrichtentgelte über einen längeren Zeitraum weg, wäre das das Ende der Musikschule. Abgesehen von pädagogischen Erwägungen zur Kontinuität der Arbeit ist es also von existentieller Bedeutung, dass alternative Unterrichtsformen angeboten werden.

Viele Unterrichtsangebote der Musikschule bestehen aus Gruppen, Chören, Ensembles und Kursen, die zur Zeit leider nicht stattfinden können. Dieser Unterricht soll nach dem Ende der Schulschließungen nachgeholt werden. Der größte Bereich der Musikschularbeit ist allerdings der Instrumentalunterricht, für den das Internet eine sinnvolle und praktikable Alternative bietet: Unterricht über einen Videochat oder eine Videokonferenz. Von dieser Möglichkeit machen mittlerweile sehr viele Lehrkräfte der Musikschule Neu-Isenburg Gebrauch, um die rund 700 Instrumentalschüler zu versorgen.

Die technischen Voraussetzungen sind vergleichsweise gering: Um am Unterricht per Videochat teilzunehmen, braucht man lediglich ein Smartphone oder Tablet. Wenn ein Stativ vorhanden ist, kann man damit das Smartphone/ Tablet optimal platzieren und mit externen Lautsprechern sorgt man für einen guten Klang. Man kann sein Smartphone oder Tablet übrigens auch außerhalb des Online-Musikunterrichts zur Lernkontrolle benutzen. So kann man zum Beispiel kleine Videos aufnehmen und an den Lehrer schicken, um den Übefortschritt zu dokumentieren. Für viele Schüler ist das ein toller Anreiz, auch mal etwas mehr zu üben, damit das Video besonders gut gelingt.

Es gibt eine ganze Reihe von Apps und Plattformen, mit denen man Videotelefonie nutzen oder auch Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern aufbauen kann. Für welche Variante man sich dabei entscheidet, muss mit dem Lehrer besprochen werden. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fühlt sich der Unterricht ganz selbstverständlich an und viele Lehrkräfte berichten davon, dass die Kinder und Jugendlichen regelrecht Spaß an dieser (noch) ungewöhnlichen Lernform haben. Oft sind die Schüler sogar konzentrierter und aufmerksamer als im normalen Unterricht.

Die vielen positive Rückmeldungen zeigen, dass auch die Eltern sehr dankbar für dieses besondere Angebot der Musikschule Neu-Isenburg sind. Schulleiter Thomas Peter-Horas bittet allerdings um Verständnis dafür, dass nicht alle Lehrkräfte Online-Unterricht anbieten; die ausgefallenen Unterrichtsstunden sollen in jedem Fall nach dem Ende der Schulschließung nachgeholt werden. Weitere Informationen zum Thema Online-Musikunterricht gibt es in der Musikschule Neu-Isenburg. Das Büro ist zur Zeit für den Publikumsverkehr geschlossen, aber per E-Mail unter schulleitung@jms-ni und zu den gewohnten Sprechzeiten telefonisch unter der Nummer 06102 31222 zu erreichen.

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