Rathaussturm in Neu-Isenburg Narren lassen sich nicht aufhalten

Prinz Hans-Joachim II. und Prinzessin Brigitte I. zeigen zusammen mit Oberlump Markus Letz und Watz Uwe Fräger ihrer Narrenschar den erbeuteten Rathausschlüssel. Foto: Postl

Neu-Isenburg (lfp) – Die Augen der Roboter im Foyer des Rathauses hatten am Samstagmorgen sofort die ungebetenen Gästeerspäht. „Piep, Piep, Piep – es nähern sich unbekannte Objekte“, warnte eine künstliche Stimme, denn von Rathausbewohnern – oder Menschen, die dort arbeiten – war nichts zu sehen. In der Fußgängerzone hatten sich die Narren um das Neu-Isenburger Prinzenpaar versammelt, um gen Rathaus zu ziehen. Dort wollte sie den Bürokratentempel so lange belagern, bis man ihnen den Schlüssel heraus reicht – oder es werde zum Sturm geblasen.

Mit flotter Marschmusik der Blaskapelle aus Heusenstamm ging es an den Marktständen vorbei zur Hugenottenallee, wo das Rathaus steht. Ein Donnerschlag aus der Kanone der Schützengesellschaft Neu-Isenburg schien Wirkung zu zeigen – es öffnete sich ein Fenster. „Wir sind noch nicht soweit, wir brauchen noch zwei Minuten“, rief Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner dem närrischen Protokollchef zu. Also gab es noch einen weiteren Schunkler für die Narren, dann donnerte es wieder gewaltig. Eine Rauchwolke aus dem Kanonenrohr zog ebenfalls gen Rathaus. Hinter den verdunkelten Fenstern konnten die Narren schemenhafte Bewegungen feststellen. „Sieht so Künstliche Intelligenz aus?“, fragten sie sich.

„Helau Ihr Narren, es ist an der Zeit, zum Rathaussturm steh’n wir bereit. Wie jedes Jahr, das gleiche Spiel, der Schlüssel, er ist unser Ziel“, motivierte Prinzenbegleiter Claus Eichler die närrische Gefolgschaft. Und auch der Watz mischte sich ein: „Es ist das Gleiche – jedes Jahr, der Watz, der Lump, das Prinzenpaar, bestehen jetzt auf unser’m Recht, sonst geht’s euch oben richtig schlecht.“

Ein Fenster ging auf und ein „Roboter-Gesicht“ ließ sich blicken. „Hallo Ihr lieben Leut da drunne! Habt ihr kaan bessern Platz gefunne. Für Böller, Musik und Rabatz ist unser Rathaus der falsche Platz!“, so das KI-Wesen.

„Hier wird geschafft tagein tagaus, zum Wohle aller hier im Städtchen. Heut feiern wir für uns in diesem Haus, geschlossen daher Tür und Lädchen! Wir robotten hier in Saus und Braus, drum seid schön brav und geht nach Haus!“, forderte die Stimme – die jener des Rathauschefs sehr ähnlich klang. Ein spöttisches Gelächter der Narrenschar und ein Donnerschlag aus der Kanone waren die Reaktion. KI-Hunkel versuchte es ein weiteres Mal. „Damit der Stress hier hat ein End, entwickelten wir das KI-Patent. Das bringt uns bis zum nächsten Lenz, jede Menge künstliche Intelligenz! Dank Algorithmen fein und feiner, die Rathaus Akten werden klein und kleiner. Und geht uns noch einer uff de Käs, folgt Gesichtserkennung mit der App FindFace! Der humanoide Roboter dann wird geschickt, Damit er Euch in die Galaktis schickt! Ab jetzt wird regiert mit Big Data und Androiden Und wir, wir leben endlich hier in Frieden!“, so der Chef-Roboter.

Doch Prinz Hans-Joachim ließ sich nicht beeindrucken und setzte nach. „Ich sag´ euch gleich, was ich hier will, und Hunkel, du bist jetzt mal ganz still! Für euch da oben braucht man künstliches Hern, denn logisches Denken liegt euch ja fern. Ich, euer Herrscher, der Lump und der Watz, sitzen gleich auf eurem Platz“, so der Prinz unter dem Gejohle der Narren. Nach dem Lumb versuchte es Prinzessin Brigitte mit weiblicher Taktik und wandte sich an die Roboter-Präsidentin. „Christine, jetzt mal unter uns Frauen, ich sage dir eins, so ganz im Vertrauen. Dir tun doch sicher die Ohr’n auch schon weh, vom neuen Rathaus und der RTW. Bei so nem Blödsinn, da würd’ ich drauf wetten, kann nur ein künstliches Hirn uns noch retten.“ Und wie reagierte die Stadtverordnetenvorsteherin?

„Beate, Prinzessin, ich sag´ wie es ist, was ihr da treibt ist doch auch echter Mist. Unsere Intelligenz mag künstlich sein, doch ohne Schlüssel kommt ihr eh nicht hier rein“, sah sich die Roboter-Präsidentin auf der sicheren Seite. Doch die Narrenschar ließ sich nicht beeindrucken und rückte Schritt um Schritt vor. Da hatte der Chef-Roboter ein Einsehen und ließ den Rathausschlüssel hinab, der von Prinz Hans-Joachim II., der Prinzessin Beate I., Watz und Oberlump in Empfang genommen und voller Freude dem Narrenvolk präsentiert wurde. Der KI-Code der Rathaustür wurde geknackt, die Sternenkämpfer überrumpelt und mit Gejohle erstürmten die Narren das Rathaus. Gemeinsam feierten dann die diversen „Intelligenzen“ und der Prinz gab seine Regierungserklärung ab: „Ihr habt’ jetzt alle frei bis Aschermittwoch“. Das löste auch Jubel bei den KI-losen aus. 

Mehr Eindrücke vom Rathaussturm gibt es in der StadtPost-Bildergalerie.

 

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