Artenschutzmaßnahme von Gewobau und Nabu

Neue Nistplätze für Rotschwänzchen und Co.in Neu-Isenburg

Für Gartenrotschwanz (Foto), Rotkehlchen und Bachstelzen gibt es einen Unterschlupf, der vor Elstern schützen soll. Foto: Nabu Neu-Isenburg/p

Neu-Isenburg (red) – Im Frühjahr schlug der Vertreter der Naturschutzbundes (Nabu), Heinz Kapp, in der Arbeitsgruppe Umweltschutz vor, etwas gegen Vogelschäden an Vollwärmeschutz-Fassaden zu tun und das mit Artenschutz zu verbinden. Der Bürgermeister stimmte zu und bat Kapp, sich diesbezüglich mit der Gewobau abzustimmen.

Nach einer Begehung einigte man sich mit dem Gewobau-Geschäftsführer Stefan Burbach darauf, für jede Renovierungsmaßnahme (also etwa für fünf Häuser) einen Nistkasten aufzuhängen.

Gleichzeitig sollten Bunt- und Grünspechte abgelenkt werden. Die Spechte verursachen jedes Jahr Schäden in Vollwärmeschutzfassaden, an denen sie Insekten ablesen und, da sich der Untergrund hohl anhört, weiter nach vermeintlichen Maden hacken. In diese Hacklöcher gehen dann andere Vögel oder auch Fledermäuse, weiten sie aus und brüten darin. Das führt zu thermischen Störstellen des Wärmeschutzes und zu Verunreinigungen an der Fassade. Bei der ersten Aktion wurden nun zwölf Nistmöglichkeiten geschaffen, beginnend mit den Häusern in der Gartenstraße 55, 57, 65, 67 und 69 – für den Artenschutz, auch aus Ausgleich für jetzt geschlossene Unterschlupfmöglichkeiten, und als Angebot abseits der Vollwärmeschutzwände. Es wurden drei Mauersegler-Nistplätze, ein Fledermauskasten, zwei Starenhöhlen, drei Meisen-Trauerschnäpper-Kleiber-Kästen, ein Blaumeisenkasten, eine elsternsichere Halbhöhle für Rotschwänzchen, Rotkehlchen und Bachstelzen sowie ein Specht-Eulenkasten aufgehängt. Bis auf den Fledermaus- und den Dreier-Mauerseglerkasten hängen diese Unterschlüpfe allesamt in den Grünanlagen. Beim Aufhängen der Kästen wurde Heinz Kapp nur von neugierigen Mietern angesprochen, die das sehr begrüßten.

Den Spechtkasten bezahlte der Nabu, für die anderen Nistkästen kam die Gewobau auf. Sie führt auch das Reinigen alle zwei Jahre im Rahmen der Außenanlagenpflege durch. Der Nabu hängt die Kästen nach Rücksprache in den Grünanlagen auf. Es müssen nicht überall Kästen hängen, auch ist keine große Dichte von Kästen entstanden. Es reicht aus, eine solche Aktion zweimal im Jahr durchzuführen, immer für eine ganze Gruppe von Häusern mit Grünanlage, einmal zum Frühlingsanfang, einmal im Herbst.

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