Wo das närrische über das höfische Protokoll siegt „Die Watze“ feiern ihre 55. Jubiläumssitzung in der Hugenottenhalle

Viel Applaus spendete das Publikum in der Hugenottenhalle für die närrischen Beiträge. Foto: Postl

Neu-Isenburg (lfp) – Wenn die Prinzessin ihre prächtige Robe gegen das Kostüm einer tanzenden Queen Elizabeth tauscht und der Prinz sich in einen nächtlichen Party-Rocker verwandelt, dann kann dies nur auf der Jubiläumssitzung der Watze passieren. Der 1963 gegründete Karnevalsverein „Die Watze“ feierte am Samstagabend seine 55. Sitzung – und es wurde eine große Show. 

Sogar Schlager-Queen Helene Fischer, die ihre Konzerte in Berlin abgesagt hat, stand in der Hugenottenhalle mit anderen Pop-Größen auf der Bühne – wenn auch nur gedoubelt. Doch der Reihe nach: Durch ein Spalier der Watze-Garde und des Watze-Elferrates wurden die vielen närrischen Gäste in den Saal geleitet. Dort kündigte die Band Take Two mit elf Paukenschlägen den Einzug des Elferrates samt Garden an. Sitzungspräsident Jörg Fitzthum versprach eine große Show zum Jubiläum. Die Kinder der Zwergengruppe eröffneten mit ihrem Tanz von Blumen und Bienchen auf einer Sommerwiese den närrischen Bühnenreigen. Dann empfing die Narrenschar das Isenburger Prinzenpaar mit stehenden Ovationen, Prinz Uwe I. und Prinzessin Andrea I. sind nämlich echte Watze.

„Wir wollen nicht viel reden, sondern lieber feiern“, sagte das Prinzenpaar und wünschte allen, auch den Gästen aus den französischen Partnerstädten Veauche und Andrézieux-Bouthéon, einen tollen Aufenthalt in der Hugenottenstadt. Mehr zu sagen, genauer zu singen, hatte dann Karl-Heinz Müller. Der ehemalige Vorsitzende der Watze und langjährige Watz von Isseborsch hatte nämlich eigens ein Jubiläumslied geschrieben und sang dies im Kreise der an der Sitzung mitwirkenden Watze-Mitglieder den Gästen vor. Dann wurde der Partysong eingetanzt und die Sitzung nahm ihren Lauf.

Die „Bambinis“ als fleißige Bauarbeiter räumten die Bühne schnell wieder auf, dann kamen auch schon die Trommler der „Marsch Mellows“ aus Darmstadt und brachten mit ihrer rhythmischen Bühnenshow beste Stimmung in den Saal. Flott und schmissig ging es mit dem Marsch-Tanz der „Fire Girls“ weiter, dann enterte die – oder der? – Domina „Flora Star“ den Saal. „Seid ihr gut druff? Wollt ihr die unzensierte Version?“, fragte die strenge Domina und zog mit ihren Erfahrungen buchstäblich vom Leder. Die Bauchtanzeinlage war ein besonders umjubelter Beitrag. Die Tanzgarde der Watze, trainiert von Jelena Glücker und der Prinzessin Andrea Fräger, zeigte dann in ihren neuen Kostümen einen flotten Garde-Marsch.

„Unser Herz schlägt für Schlager“ lautete diesmal das Motto der „Crazy Animations“, wie sich die Show-Gruppe der Watze nennt. Mit den Parodien einstiger und aktueller Schlagergrößen wie Mary Rose und Andreas Gabalier, ja sogar Schlager-Queen Helene Fischer, sorgten sie für ein Stimmungshoch unter den Narren im Saal. Viel Beifall erhielten auch Larissa Werner für ihren Solotanz sowie die Hip Hopper und die Ballettgruppe des Tanzateliers Capriol für ihren Tanz „The Greatest Showman“. Die Senatsdamen, ebenfalls trainiert von Andrea Fräger, erhielten großen Applaus für ihren tollen Schautanz, ebenso wie die „Fire Girls“, die sich ganz flott für ihren Schautanz umziehen mussten.

Seinen letzten Auftritt in dieser Kampagne hatte das bereits bei vielen anderen Sitzungen umjubelte Männerballett der „Bremser“ aus Buchschlag, die mit ihren unrasierten Beinen, aber grazilen Bewegungen einen perfekten Charleston aufs Parkett legten. Die Eulenspiegelgarde, die älteste Formation der Watze, hatte sich zum Jubiläum einen besonderen Tanz einfallen lassen. Choreograf Peter Bohlender schickte die Damen zunächst als Queens (Elizabeth) mit Contenance auf die Bühne, die verwandelten sich dann aber schnell in fröhlich rockende Ladies. Andreas Kraus schilderte in der Bütt seine Erfahrungen im Verkehrsstau, bevor die Party-Rocker mit einer Gruselshow um Einhorn und Feen den letzten Glanzpunkt der Jubiläumssitzung setzten. Zusammen mit Rainer Paulus sangen alle Bühnenakteure und bestens gelaunten Gäste im Saal zum Finale noch fröhliche Fastnachtslieder. Wer wollte, konnte danach noch lange zu den närrischen Rhythmen der Band Take Two tanzen und feiern.

Noch mehr Fotos von der Sitzung gibt es in unserer Bildergalerie!

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