Seit elf Jahren stets volles Haus bei „11unnereinerkapp“ im Rumpenheimer Bürgerhaus Von Beginn an ein Erfolg

Zum Auftakt der Offenbacher Fastnacht sind sie ständiger Gast, die „Vanity Showdancer“ aus Frankfurt. Foto: Mangold

Offenbach (man) – Man darf das längst Tradition nennen: Die Fastnacht in Offenbach startet im Rumpenheimer Bürgerhaus. So wie am vergangenen Freitag, bei wieder mal ausverkauftem Haus. Zum elften Mal hieß es „11unnereinerkapp“. Für Narren fühlt sich so ein schiefes Jubiläum ähnlich bedeutend an wie der 80. Geburtstag der Oma. Zur Feier des Tages fuhr der Schlagersänger Willi Herren wieder mal von Köln nach Offenbach.

Simone Klasterka, Prinzessin von 2016, setzt die Ouvertüre des Abends und tritt im Duo mit dem Bariton Jürgen Finkenauer, einst „Kapitän“ der Mainzer Hofsänger, gleich zu Beginn auf. Hinten am Pult mischt Andreas Hümmer, Prinz der vergangenen Kampagne, Finkenauers Live-Gesang mit dem Playback der Stimme von Margit Sponheimer fürs Mikro von Simone Klasterka. Wenn es nicht alle wüssten, merkte niemand, dass die Klasterka nicht vom Fach ist. Die Frau bewegt sich zu einem Lied wie „Wähle 06131“ wie ein Profi der Branche.

Volker Schulz, einer der Köpfe von Offenbachs erster Fastnachtssitzung der Kampagne, erinnert an die Anfänge im Jahr 2009. „Kultreporter“ Andy Bohn kam die Idee. Zwar beginnt die Fastnacht offiziell am 11. November, doch nach dem Startschuss hatten die Karnevalisten eine gefühlte Ewigkeit keinen Anlass mehr, die Kappe aufzusetzen. „Zu lang“, fand nicht nur Bohn, sondern auch Volker Schulz. Der Akteur beim „Konzert Orchester Offenbach“ erzählt, wie sich sein Bruder Joachim in Offenbach auf den Weg machte und bei Vereinen fragte: „Macht ihr mit?“ Am 13. November 2009 saß bei ausverkauftem Haus gleich der erste Versuch. Seit damals moderiert Rico Longerich von den „Mozart Husaren“ als Sitzungspräsident.

Longerich erklärt: „Uns sponsert nicht der Offenbacher Karnevalverein (OKV), sondern nur Privatpersonen.“ Longerich erwähnt den OKV-Vorsitzenden Klaus Kohlweyer: „Du warst von Anfang an bei uns.“ Bei der Premiere von „11unnereinerkapp“ gab es drei pekuniäre Unterstützer, heute sind es über zehn. Als Volker Schulz die Mäzene auf die Bühne bittet, um allen den Orden „11 mal 11unnereinerkapp“ umzuhängen, betont er verschmitzt: „Die haben wir bezahlt, das Geld dafür stammt nicht von euch.“

Die Ehre gibt sich der Hofstaat von der Ranzengarde Bürgel mit Prinzessin Zara, Prinz Felix-Leon, Hofdame Sina und Moor Selina. Den Moorenorden bekommt Maurice Schulz. Zum ersten Mal präsentieren sich Prinzessin Natalie I. und Prinz Klaus VII. einem großen Publikum. Vor kurzem stellte der OKV das Ehepaar Eiserloh als neues Prinzenpaar vor (Bericht hierzu auf der nachfolgenden Seite 3).

Fünf Jahre probierte Longerich vergeblich, die „Funky Marys“ zu engagieren. Die fünf Frauen hatten an dem Tag nie Zeit, sich mit ihrem Kölner Dialekt und dem sportlichen Tanz im Bürgerhaus zu präsentieren. Erst jetzt klappte es, die besonders zur Fastnacht viel gebuchte Formation für Rumpenheim zu gewinnen.

Tänzerisch eröffnet Lena Ruiner mit einem Solo den Abend, gefolgt von den „Black Fairies“ der Stadtgarde Offenbach. Aus dem Verein stammen auch die „Glamour Girls“, die gegen Ende des Abends eine Choreografie mit überraschenden Brüchen aufs Parkett legen. Die sportlichen „Funny-Dance-Sisters“ vom Taunussteiner Carneval Verein „Die Gockel“ bauen waghalsig menschliche Pyramiden auf. Das „Kleeblatt“ vom Konzert Orchester Offenbach zelebriert einmal mehr eine Lichtshow. Die Frankfurter „Vanity Showdancer“ setzen mit einer flotten Vintage-Nummer Akzente. Die „Sharks“ der DJK Mühlheim tanzen zum Soundtrack der Friedensbewegung in den Achtziger Jahren: „Was wollen wir trinken sieben Tage lang.“ Mit klassischem Gardetanz gefallen die „Präsidentengarde“ des Radsportvereins Wenigumstadt und die „Toxic Delphines“ vom TSC Steinheim.

Und dann braucht Will Herren erst mal eine Weile, „um meinen Freund Rico“ zu umarmen, „ich habe Rico lange nicht gesehen“. Zum dritten Mal singt der Big-Brother-, Dschungelcamp- und Sommerhaus-gestählte Schlagersänger bei „11unnereinerkapp“. Den Auftritt des „Kölschen Jung“ beschreibt treffend ein Besucher: „Der braucht nur Sekunden, um den Saal zum Kochen zu bringen.“

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