Lernwerkstatt Offenbach unterstützt Alleinerziehende erfolgreich beim Abschluss ihrer Berufsausbildung Beste Noten für Single-Mütter

Alle sind mit von der Partie, Ausbildungsabsolventinnen der Lernwerkstatt, Lehrkräfte und pädagogische Betreuer. Foto: Mangold

Offenbach (man) – Auch wenn sich Mutter und Vater zu gleichen Teilen ums Kind kümmern, kann sich das zuweilen für beide ganz schön anstrengend gestalten. Mit dem, was Alleinerziehende leisten müssen, lässt sich das dennoch nicht vergleichen. Meist sind es Mütter, deren Leben als Single einem 24-Stunden-Arbeitstag gleicht. Der Ausbildungsträger Lernwerkstatt Offenbach e.V. unterstützt gezielt Alleinerziehende, die sich mit guten Prognosen der Mainarbeit für eine Berufsausbildung entschieden haben. Gerade haben mehrere junge Frauen trotz aller Hindernissen mit besten Abschlussnoten ihre Lehre beendet. Am letzten Schultag vor den Sommerferien feierte die Lernwerkstatt ihr schon traditionelles Abschlussfest.

Laura Gritzmann kommt zusammen mit ihrem fünfjährigen Sohn Paul und Tochter Helena. Helena kam am 9. Mai zur Welt. „Einen Tag vor Lauras schriftlicher Prüfung“, erzählt die Sozialpädagogin Lioba Janßen, „so etwas haben wir hier noch nie erlebt“. Gritzmann berichtet, wie sie während der Prüfung schon leichte Wehen verspürte, „jedoch nicht so stark, um abbrechen zu müssen“. Der Vater ihrer Tochter kümmert sich um sein Kind, „auch nach einer Zehnstundenschicht“. Beim ersten Vater erlebte die 28-Jährige das absolute Gegenteil. Vier Jahre sei sie mit dem Mann liiert gewesen. Kinder seien durchaus ein Thema gewesen, „jedoch nicht gleich, sondern später“. Wie so oft, kam es anders. Als Laura ihrem Freund von ihrer Schwangerschaft erzählte, drohte der mit Trennung für den Fall, dass sie nicht abtreibe. „Das kam nicht in Frage.“ Den Mann hat sie nie mehr gesehen. Unterhalt zahlt er keinen.

Gearbeitet hat Laura früher als Hilfskraft im Kindergarten oder in der Altenpflege. Nichts, was sie für immer machen wollte, „ich bekam die Bilder nach Feierabend nicht aus dem Kopf“.

Über die Mainarbeit fand sie zur Lernwerkstatt, die ihr in Kooperation mit der Firma Febis eine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement ermöglichte, „die Chancen stehen sehr gut, dass ich nach der Elternzeit übernommen werde“.

Die Übernahme von Georgiana Baracu steht fest. Die Rumänin musste in Deutschland erst die Sprache lernen, was ihr scheinbar mühelos in Kursen gelang. In Offenbach bekam sie auch ihre Tochter. Nur durch Zufall erfuhr sie, dass ihr damaliger Freund parallel eine Ehe führte.

Einen Monat hatte Georgiana beim Offenbacher Haarstudio MG zur Probe gearbeitet. Die Mainarbeit will das Risiko minimieren, eine teure Ausbildung für Kandidaten zu finanzieren, die ständig die Mär vom defekten Wecker wiederholen. Während ihrer Ausbildung holte die 27-jährige bei einem Wettbewerb für angehende Friseure die Silbermedaille. Das kooperierende Haarstudio MG stellte Georgiana fest ein, „irgendwann will ich meinen Meister machen“.

Sara Gegnosco hatte Glück in der Krise. Die 25-Jährige ist für ihre Töchter Sofia (7) und Lena (5) verantwortlich. Bald nach der zweiten Geburt ging die Beziehung mit dem Vater in die Brüche. Elena kam mit ihren damals kleinen Kindern bei den Eltern unter, „die Wohnung ist groß und der Bruder zog aus“. Nach drei Jahren Ausbildung legte Sara bei der Landeszahnärztekammer eine Prüfung mit besten Noten ab. Die Offenbacher Praxisgemeinschaft „Schneider & Teschner“ zögerte keine Sekunde, die junge Frau zu übernehmen.

Antonia Vrodoljak bestand ihre Prüfung zur Bauzeichnerin ebenfalls mit Bravour. In der Lernwerkstatt bekam Antonia fachliche Hilfe von dem Bauingenieur und Sozialpädagogen Tunç Kamaci. Tochter Melina kommt erst in einem Jahr in die Schule, „zum Glück funktioniert das in Offenbach mit dem Ganztagsplatz im Kindergarten klasse“.

Das mit der Lernwerkstatt zusammenarbeitende Architekturbüro Göllner in Frankfurt wusste die Zuverlässigkeit der 28-jährigen Fachabiturientin zu schätzen, „in den nächsten Tagen fange ich dort fest an“.

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