Konferenz „Sprachliche Bildung am Übergang Kita-Grundschule“ Bildungsstätten müssen Hand in Hand arbeiten

Entwicklungspsychologin Steffi Sachse betont, in ihrem Vortrag, die Bedeutung von Bezugspersonen Foto: Stadt Offenbach/ p

Offenbach (red) - Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung dokumentierten: Im Jahr 2017 sprechen weniger als ein Drittel der einzuschulenden Kinder mit Migrationshintergrund fehlerfrei Deutsch, 2015 waren es noch mehr als 40 Prozent. Sprachliche Bildung ist und bleibt daher eine zentrale Aufgabe der Bildungseinrichtungen – von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung. Zur Konferenz „Sprachliche Bildung am Übergang Kita-Grundschule“ kamen 70 pädagogische Fachkräfte aus Kitas, Grund- und Förderschulen in der Volkshochschule zusammen. „Wichtig für Kinder, die im Jahr vor der Einschulung einen Vorlaufkurs an einer Grundschule besuchen, ist, dass Sprachförderung im Kindergarten und im Vorlaufkurs aufeinander abgestimmt sind“, unterstrich Steffi Sachse, Entwicklungspsychologin an der Universität Heidelberg, in ihrem einführenden Vortrag. „Was im Vorlaufkurs passiert, muss in die Kita rückgekoppelt werden, die Kindertagesstätte muss daran anknüpfen können, sonst sind die Lerneffekte gering und die Sprachförderung zerfasert“, erläuterte sie. Neben aktuellen Forschungsergebnissen aus dem Bereich Spracherwerb ging sie auf den Prozess der frühen Sprachentwicklung ein. „Sprachbildung funktioniert vor allem responsiv und nicht über Bildschirmmedien, das heißt Kinder brauchen zugewandte Bezugspersonen in der Familie, Kita und Schule“, so die Wissenschaftlerin. Zur Tradition der Übergangskonferenzen gehört es, miteinander ins Gespräch zu kommen, voneinander zu lernen und neue Ideen für die gemeinsame Gestaltung des Übergangs Kita-Grundschule zu entwickeln. Dazu hatten die Teilnehmenden in der anschließenden Workshop-Phase Gelegenheit. Die Workshops beschäftigten sich mit der Effektivität von Sprachförderprogrammen und richteten den Blick auf Konzepte und Praxis der Sprachbildung in Offenbacher Kitas und Grundschulen. Präsentiert wurden das Qualifizierungsprogramm „Sprachliche Bildung“ des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO), das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“, an dem sich 29 Einrichtungen beteiligen, das Konzept der Eichendorffschule für Vorlauf- und Intensivkurse für neuzugewanderte Kinder sowie das Unterrichten in kleinen Klassen an der privaten Marianne-Frostig-Schule. Darüber hinaus standen Beispiele guter Praxis in der Zusammenarbeit mit Familien aus der Waldschule Tempelsee („Mama lernt Deutsch“), der EKO-Kita 19 und der Kita der evangelischenMirjamgemeinde auf dem Programm. Das Feedback der Teilnehmenden war einhellig: Sie wünschen sich eine Fortsetzung des Austausches. Der Beirat Kita-Grundschule, der mit der Gestaltung des Übergangs betraut ist und die Übergangskonferenz vorbereitet hat, wird diesen Wunsch aufgreifen.

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